In einer View 5.2-Testumgebung wurden virtuelle View Composer-Replikatmaschinen auf Solid-State-Laufwerken (SSDs) mit hoher Leseleistung platziert, die Zehntausende E/A-Vorgänge pro Sekunde (IOPS) unterstützen. Linked-Clones wurden in herkömmlichen, auf drehenden Medien basierenden Datenspeichern mit geringerer Leistung platziert, die kostengünstiger sind und eine höhere Speicherkapazität bieten. Im Beispiel werden View Composer-Linked-Clones statt Instant Clones verwendet, da der Test mit View 5.2 durchgeführt wurde. Die Instant-Clone-Funktion wurde mit Horizon 7 eingeführt.

Die Planung des Speicherentwurfs ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche View-Architektur. Die Entscheidung mit dem größten Einfluss auf die Systemarchitektur ist die für den Einsatz von View Composer-Desktops, die mit der Linked-Clone-Technologie arbeiten. Die ESXi-Binärdateien, die Auslagerungsdateien virtueller Maschinen und View Composer-Replikate übergeordneter virtueller Maschinen werden im gemeinsamen Speichersystem gespeichert.

Das externe Speichersystem, das von vSphere verwendet wird, kann ein Fibre-Channel- oder iSCSI-SAN (Storage Area Network) oder ein NFS-NAS (Network File System, Network-Attached Storage) sein. Bei der Virtual SAN-Funktion, die mit vSphere 5.5 Update 1 oder höher zur Verfügung steht, kann auch ein aggregiertes, lokales Server Attached Storage-Speichersystem verwendet werden.

Das folgende Beispiel beschreibt die Strategie des mehrstufigen Speichers, die in einer View 5.2-Testeinrichtung umgesetzt wurde, in der eine vCenter Server-Instanz für die Verwaltung von 10.000 Desktops eingesetzt wurde.

Anmerkung:

Für dieses Beispiel wurde ein View 5.2-Setup verwendet, das vor der Veröffentlichung von VMware Virtual SAN durchgeführt wurde. Informationen zur Größenanpassung und zur Gestaltung der Schlüsselkomponenten von virtuellen View-Desktop-Infrastrukturen für VMware Virtual SAN finden Sie im White Paper unter http://www.vmware.com/files/pdf/products/vsan/VMW-TMD-Virt-SAN-Dsn-Szing-Guid-Horizon-View.pdf.

Die in vSphere 6.0 und höher verfügbare Virtual SAN-Funktion enthält im Vergleich zur Funktion aus vSphere 5.5 Update 1 viele Leistungsverbesserungen. In vSphere 6.0 weist diese Funktion auch eine umfassendere HCL-Unterstützung (Hardware Compatibility, Hardwarekompatibilität) auf. Weitere Informationen zu Virtual SAN in vSphere 6 oder höher finden Sie im Dokument Verwaltung von VMware Virtual SAN.

Physischer Speicher

  • Nur EMC VNX7500-Block

  • 1,8 TB Fast Cache (SSD)

  • Acht 10-Gbit-FCoE-Front-End-Verbindungen (4 pro Controller).

SSD-Speicherebene

Ein einziger RAID5-Speicherpool:

  • 12 * 200-GB-EFD

  • 250-GB-LUN für übergeordnete Images

  • 500-GB-LUN für die Infrastruktur

  • 75-GB-LUNs für Replikatspeicher (1 pro Desktop-Pool-Cluster)

Desktop-Speicherebene für die virtuelle Maschine

Zwei RAID 1/0-Speicherpools:

Für Pool 1:

  • 360 300-GB-HDDs, 15.000 (47 TB verwendbar)

  • 97 450-GB-LUNs für Desktops

Für Pool 2:

  • 296 300-GB-HDDs, 15.000 (39 TB verwendbar)

  • 7 450-GB-LUNs für die Infrastruktur

  • 85 450-GB-LUNs für Desktops

Diese Speicherstrategie wird in der folgenden Abbildung veranschaulicht.

Abbildung 1. Beispiel eines mehrstufigen Speichers für einen großen Desktop-Pool
Übergeordnete virtuelle Maschinen und virtuelle Replikatmaschinen werden auf Solid-State-Laufwerken platziert.

Aus Sicht der Architektur erstellt View Composer Desktop-Images, die ein Basis-Image gemeinsam nutzen, wodurch die Speicheranforderungen um 50 % und mehr gesenkt werden können. Sie können die Speicheranforderungen weiter reduzieren, indem Sie eine Aktualisierungsrichtlinie festlegen, die den Desktop regelmäßig in den Originalzustand zurückversetzt, wodurch Speicherplatz freigegeben wird, der zum Nachverfolgen von Änderungen seit dem letzten Aktualisierungsvorgang verwendet wird.

Wenn Sie View Composer mit Desktops auf virtuellen Maschinen der Version vSphere 5.1 oder höher verwenden, können Sie die Funktion zur Rückgewinnung von Speicherplatz nutzen. Bei Verwendung dieser Funktion wird der Speicherplatz veralteter oder gelöschter Daten innerhalb eines Gastbetriebssystems mit einem Bereinigungs- oder Verkleinerungsprozess automatisch zurückgewonnen. Bei Verwendung eines Virtual SAN-Datenspeichers wird die Funktion zur Speicherplatzrückgewinnung nicht unterstützt.

Sie können auch den Festplattenspeicher des Betriebssystems verkleinern, indem Sie persistente View Composer-Festplatten oder freigegebene Dateiserver als primäre Speicherorte für die Profile und Dokumente der Benutzer einsetzen. Da View Composer das Trennen von Benutzerdaten vom Betriebssystem erlaubt, muss ggf. nur die persistente Festplatte gesichert oder repliziert werden, was die Speicheranforderungen weiter senkt. Weitere Informationen finden Sie unter Reduzieren von Speicheranforderungen mit View Composer.

Anmerkung:

Entscheidungen bezüglich fester Speicherkomponenten sollten am besten während der Pilotphase getroffen werden. Das Hauptkriterium sind die E/A-Vorgänge pro Sekunde (IOPS). Sie können mit einer Strategie des mehrstufigen Speichers oder mit Virtual SAN-Speicher experimentieren, um die Leistung und die Kosteneinsparungen zu maximieren.

Weitere Informationen finden Sie im Handbuch mit empfohlenen Vorgehensweisen namens Storage Considerations for VMware View (Speicheraspekte bei VMware View).