Ein RDS-Host ist ein Server-Computer, der Anwendungen und Desktop-Sitzungen für den Remote-Zugriff hostet. Ein RDS-Host kann eine virtuelle Maschine oder ein physischer Server sein.

Auf einem RDS-Host sind die Rolle für Microsoft-Remote-Desktop-Dienste, der Microsoft Remote-Desktop-Sitzungshost-Dienst und Horizon Agent installiert. Remote-Desktop-Dienste waren vorher unter dem Namen Terminaldienste bekannt. Der Remote-Desktop-Sitzungshost-Dienst ermöglicht es einem Server, Anwendungen und Remote-Desktop-Sitzungen zu hosten. Bei installiertem Horizon Agent auf einem RDS-Host können Benutzer unter Verwendung des Anzeigeprotokolls PCoIP oder Blast Extreme eine Verbindung zu Anwendungen und Desktop-Sitzungen herstellen. Beide Protokolle bieten eine optimierte Benutzererfahrung für die Bereitstellung von Remote-Inhalten, einschließlich Bildern, Audio und Video.

Die Leistung eines RDS-Hosts hängt von vielen Faktoren ab. Informationen zur Feineinstellung der Leistung unterschiedlicher Versionen von Windows Server finden Sie unter http://msdn.microsoft.com/library/windows/hardware/gg463392.aspx.

Horizon 7 unterstützt maximal eine Desktop-Sitzung und eine Anwendungssitzung pro Benutzer auf einem RDS-Host.

Horizon 7 unterstützt die Umleitung lokaler Drucker und nativer Netzwerkdrucker.

Die Umleitung des lokalen Druckers wurde für folgende Drucker entwickelt:

  • Drucker, die direkt mit der USB-Schnittstelle oder mit seriellen Ports auf dem Clientgerät verbunden sind.

  • Spezielle Drucker wie z. B. Barcodedrucker und Etikettendrucker, die mit dem Client verbunden sind.

  • Netzwerkdrucker in einem Remotenetzwerk, die nicht von der virtuellen Sitzung aus angesteuert werden können.

Netzwerkdrucker werden mithilfe von Druckerservern im Unternehmen verwaltet, mit denen eine bessere Verwaltung und Steuerung der Druckerressourcen möglich ist. Es müssen für alle verwendbaren Drucker native Druckertreiber auf der virtuellen Maschine oder auf dem RDSH-Host installiert sein. Wenn Sie diese etwas anspruchsvollere Lösung in Betracht ziehen, können Sie mithilfe von Drittanbietersoftware wie z. B. fortgeschrittenen ThinPrint-Versionen das Drucken im Netzwerk einrichten, ohne zusätzliche Druckertreiber auf jeder virtuelle Maschine oder auf jedem RDSH-Host installieren zu müssen. Sie können Ihre Netzwerkdrucker auch mit der Option „Druck- und Dokumentdienste“ in Microsoft Windows Server verwalten.

Wenn ein Benutzer eine Anwendung und einen RDS-Desktop startet und sich beide auf demselben RDS-Host befinden, teilen sie dasselbe Benutzerprofil. Wenn ein Benutzer eine Anwendung vom Desktop aus startet, können Konflikte auftreten, wenn beide Anwendungen versuchen, auf dieselben Teile des Benutzerprofils zuzugreifen bzw. diese zu ändern. Eine der beiden Anwendungen wird möglicherweise nicht mehr ordnungsgemäß ausgeführt.

Die Einrichtung von Anwendungen oder RDS-Desktops für den Remotezugriff beinhaltet folgende Aufgaben:

  1. Richten Sie RDS-Hosts ein.

  2. Erstellen Sie eine Farm. Siehe Erstellen von Farmen.

  3. Erstellen Sie einen Anwendungspool oder einen RDS-Desktop-Pool. Siehe Erstellen von Anwendungspools oder Erstellen von RDS-Desktop-Pools.

  4. Berechtigen von Benutzern und Gruppen. Siehe Berechtigen von Benutzern und Gruppen.

  5. (Optional) Aktivieren der Zeitzonenumleitung für RDS-Desktop- und Anwendungssitzungen. Siehe Aktivieren der Zeitzonen-Umleitung für RDS-Desktop- und Anwendungssitzungen.

Anmerkung:

Wenn die Smartcard-Authentifizierung aktiviert ist, müssen Sie sicherstellen, dass der Smartcard-Dienst auf RDS-Hosts deaktiviert ist. Andernfalls schlägt die Authentifizierung fehl Standardmäßig ist dieser Dienst deaktiviert.

ACHTUNG:

Wenn ein Benutzer eine Anwendung wie beispielsweise einen Webbrowser startet, kann er Zugriff auf die lokalen Laufwerke auf dem RDS-Host erlangen, der die Anwendung hostet. Dies kann geschehen, wenn die Anwendung Funktionen bereitstellt, durch die Windows Explorer aufgerufen wird. Um diese Art von Zugriff auf den RDS-Host zu verhindern, folgen Sie der Vorgehensweise, die unter http://support.microsoft.com/kb/179221 beschrieben ist, um zu verhindern, dass eine Anwendung Windows Explorer ausführt.

Da die unter http://support.microsoft.com/kb/179221 beschriebene Vorgehensweise Auswirkungen sowohl auf Desktop- als auch auf Anwendungssitzungen hat, empfiehlt es sich, keine RDS-Desktop-Pools und Anwendungspools auf derselben Farm zu erstellen, wenn Sie vorhaben, der Vorgehensweise im Microsoft KB-Artikel zu folgen, so dass Desktop-Sitzungen nicht betroffen sind.

Installieren von Anwendungen

Wenn Sie vorhaben, Anwendungspools zu erstellen, müssen die Anwendungen auf den RDS-Hosts installiert werden. Falls Horizon 7 automatisch die Liste der installierten Anwendungen anzeigen soll, müssen Sie die Anwendungen so installieren, dass sie allen Benutzern über das Start-Menü zur Verfügung stehen. Sie können eine Anwendung jederzeit installieren, bevor Sie den Anwendungspool erstellen. Wenn Sie vorhaben, eine Anwendung manuell anzugeben, können Sie die Anwendung jederzeit installieren, entweder vor oder nach der Erstellung eines Anwendungspools.

Wichtig:

Wenn Sie eine Anwendung installieren, müssen Sie sie auf allen RDS-Hosts in einer Farm und am selben Speicherort auf jedem RDS-Host installieren. Andernfalls wird eine Systemzustandswarnung auf dem View Administrator-Dashboard angezeigt. In einer solchen Situation tritt beim Erstellen eines Anwendungspools bei Benutzern ein Fehler auf, wenn sie versuchen, die Anwendung auszuführen.

Wenn Sie einen Anwendungspool erstellen, zeigt Horizon 7 im Start-Menü auf allen RDS-Hosts in einer Farm automatisch die Anwendungen an, die allen Benutzern statt nur einzelnen Benutzern zur Verfügung stehen. Sie können beliebige Anwendungen aus dieser Liste auswählen. Zusätzlich können Sie eine Anwendung, die nicht allen Benutzern über das Start-Menü zur Verfügung steht, manuell angeben. Bezüglich der Anzahl der Anwendungen, die Sie auf einem RDS-Host installieren können, gibt es keine Einschränkung.