Die Optionen für das 3D-Rendern und andere Pool-Einstellungen bieten verschiedene Vor- und Nachteile. Wählen Sie die Option, die zu Ihrer vSphere-Hardwareinfrastruktur und den Anforderungen Ihrer Benutzer für das Grafikrendern am besten passt.

Anmerkung:

Dieses Thema gibt einen Überblick über die Steuerelemente, die Sie in View Administrator finden. Weitere Informationen zu den verschiedenen Optionen und Anforderungen in Bezug auf das 3D-Rendern finden Sie im VMware-Whitepaper zur Grafikbeschleunigung.

Verwendungsmöglichkeiten der Option „Automatisch“

Die Option Automatisch ist für viele View-Bereitstellungen, die 3D-Rendern erfordern, am besten geeignet. vSGA-fähige (Virtual Shared Graphics Acceleration) virtuelle Maschinen können dynamisch zwischen Software- und Hardware-3D-Rendern umschalten, ohne dass dafür eine Neukonfiguration erforderlich ist. Diese Option stellt sicher, dass manche 3D-Renderarten auch dann erfolgen, wenn GPU-Ressourcen vollständig reserviert sind. Bei einem gemischten Cluster aus ESXi 5.1- und ESXi 5.0-Hosts sorgt diese Option dafür, dass eine virtuelle Maschine erfolgreich eingeschaltet wird, und verwendet 3D-Rendern auch dann, wenn vMotion beispielsweise die virtuelle Maschine auf einen ESXi 5.0-Host verschoben hat.

Der einzige Nachteil der Option Automatisch besteht darin, dass Sie nicht leicht erkennen können, ob eine virtuelle Maschine Hardware- oder Software-3D-Rendern verwendet.

Verwendungsmöglichkeiten der Option „Hardware“

Die Option Hardware garantiert, dass jede virtuelle Maschine im Pool Hardware-3D-Rendern verwendet, unter der Voraussetzung, dass GPU-Ressourcen auf den ESXi-Hosts verfügbar sind. Diese Option eignet sich ggf. am besten, wenn alle Ihre Benutzer grafikintensive Anwendungen ausführen. Diese Option können Sie zum Konfigurieren von vSGA (Virtual Shared Graphics Acceleration) verwenden.

Bei der Option Hardware müssen Sie Ihre vSphere-Umgebung streng kontrollieren. Alle ESXi-Hosts müssen über Version 5.1 oder höher verfügen und GPU-Grafikkarten installiert haben.

Wenn alle GPU-Ressourcen auf einem ESXi-Host reserviert sind, kann View keine virtuelle Maschine für den nächsten Benutzer einschalten, der versucht, sich bei einem Desktop anzumelden. Sie müssen die Zuordnung von GPU-Ressourcen und die Verwendung von vMotion verwalten, um sicherzustellen, dass für Ihre Desktops Ressourcen verfügbar sind.

Verwendungsmöglichkeiten der Option „Verwaltung mithilfe des vSphere-Client“

Wenn Sie die Option Verwaltung mithilfe des vSphere-Client verwenden, können Sie mit dem vSphere Web Client einzelne virtuelle Maschinen mit unterschiedlichen Optionen und VRAM-Werten konfigurieren.

  • Für vSGA (Virtual Shared Graphics Acceleration) können Sie eine gemischte Konfiguration von 3D-Rendering und VRAM-Größen für virtuelle Maschinen in einem Pool unterstützen.

  • Für vDGA (Virtual Dedicated Graphics Acceleration) muss jede virtuelle Maschine einzeln konfiguriert werden, um ein bestimmtes PCI-Gerät gemeinsam mit dem ESXi-Host zu nutzen, und der gesamte Arbeitsspeicher muss reserviert werden. Weitere Informationen finden Sie unter Vorbereiten für vDGA-Funktionen.

    Alle ESXi-Hosts müssen über Version 5.5 oder höher verfügen und GPU-Grafikkarten installiert haben.

    Anmerkung:

    Für einige Intel vDGA-Karten wird eine bestimmte vSphere 6-Version benötigt. Nähere Informationen finden Sie in der „VMware Hardware-Kompatibilitätsliste“ unter http://www.vmware.com/resources/compatibility/search.php. Zudem muss für Intel vDGA die integrierte Intel GPU statt diskreter GPUs wie bei anderen Herstellern verwendet werden.

  • Für AMD Multiuser GPU mit vDGA muss jede virtuelle Maschine einzeln konfiguriert werden, um ein bestimmtes PCI-Gerät gemeinsam mit dem ESXi-Host zu nutzen, und der gesamte Arbeitsspeicher muss reserviert werden. Dadurch kann ein PCI-Gerät wie mehrere getrennte PCI-Geräte behandelt werden, sodass sich die GPU von 2 bis 15 Benutzern gemeinsam nutzen lässt. Weitere Informationen finden Sie unter Vorbereiten der Verwendung der Funktionen einer AMD Multiuser GPU mit vDGA.

    Alle ESXi-Hosts müssen über Version 6.0 oder höher verfügen und GPU-Grafikkarten installiert haben.

Sie können diese Option auch auswählen, wenn Sie Grafikeinstellungen von Klonen und verknüpften Klonen explizit verwalten möchten, indem die Klone die Einstellungen von der übergeordneten Maschine übernehmen.

Verwendungsmöglichkeiten der Option „NVIDIA GRID vGPU“

Mit der Option NVIDIA GRID vGPU erzielen Sie im Vergleich zu vDGA ein höheres Konsolidierungsverhältnis von virtuellen Maschinen auf einem NVIDIA GRID vGPU-fähigen ESXi-Host, und zwar bei gleicher Leistung. Wie bei vDGA (Virtual Dedicated Graphics Acceleration) verwenden der ESXi-Host und die virtuelle Maschine ebenfalls den GPU-Passthrough für NVIDIA GRID vGPU.

Anmerkung:

Um die Konsolidierungsverhältnisse der virtuellen Maschine zu verbessern, können Sie den ESXi-Host für die Verwendung des Konsolidierungsmodus festlegen. Bearbeiten Sie die Datei /etc/vmware/config im ESXi-Host und fügen Sie den folgenden Eintrag hinzu:

vGPU.consolidation = "true"

Standardmäßig weist der ESXi-Host virtuelle Maschinen der physischen GPU mit den wenigsten bereits zugewiesenen virtuellen Maschinen zu. Dies wird als Leistungsmodus bezeichnet. Wenn der ESXi-Host stattdessen virtuelle Maschinen der gleichen physischen GPU zuweisen soll, bis die maximale Anzahl der virtuellen Maschinen erreicht ist, bevor virtuelle Maschinen auf der nächsten physischen GPU platziert werden, können Sie den Konsolidierungsmodus verwenden.

Eine GPU muss nicht ausschließlich für eine bestimmte virtuelle Maschine verwendet werden. Deshalb können Sie mit der Option NVIDIA GRID vGPU eine übergeordnete virtuelle Maschine oder VM-Vorlage erstellen und als NVIDIA GRID vGPU-fähig konfigurieren. Anschließend können Sie einen Desktop-Pool mit virtuellen Maschinen erstellen, der dieselbe physische GPU gemeinsam nutzen kann.

Falls alle GPU-Ressourcen auf einem ESXi-Host von anderen virtuellen Maschinen verwendet werden und sich der nächste Benutzer bei einem Desktop anzumelden versucht, kann View die virtuelle Maschine auf einen anderen NVIDIA GRID vGPU-fähigen ESXi-Server im Cluster verschieben und dann die virtuelle Maschine einschalten. Alle ESXi-Hosts müssen über Version 6.0 oder höher verfügen und GPU-Grafikkarten installiert haben.

Weitere Informationen finden Sie unter Vorbereiten für NVIDIA GRID vGPU-Funktionen.

Verwendungsmöglichkeiten der Option „Software“

Wählen Sie die Option Software, wenn Sie nur über ESXi 5.0-Hosts verfügen, wenn die Hosts mit ESXi 5.1 oder höher nicht über GPU-Grafikkarten verfügen oder wenn Ihre Benutzer nur Anwendungen ausführen, die keine Hardwaregrafikbeschleunigung benötigen, wie beispielsweise AERO und Microsoft Office.

Konfigurieren von Desktop-Einstellungen zum Verwalten von GPU-Ressourcen

Sie können andere Desktop-Einstellungen konfigurieren, um sicherzustellen, dass keine GPU-Ressourcen verschwendet werden, wenn Benutzer sie nicht aktiv verwenden.

Legen Sie für dynamische Pools eine Sitzungszeitüberschreitung fest, sodass GPU-Ressourcen für andere Benutzer freigegeben werden, wenn ein Benutzer den Desktop nicht verwendet.

Für dedizierte Pools können Sie die Einstellung Nach Verbindungstrennung automatisch abmelden auf Sofort einstellen und eine Energierichtlinie Anhalten festlegen, wenn diese Einstellungen für Ihre Benutzer geeignet sind. Sie sollten diese Einstellungen beispielsweise nicht für einen Pool von Forschern verwenden, die lange laufende Simulationen ausführen. Beachten Sie, dass die Energierichtlinie Anhalten bei Verwendung der Option NVIDIA GRID vGPU nicht verfügbar ist.