VMware Virtual SAN ist eine softwaredefinierte Speicherebene im Lieferumfang von vSphere 5.5 Update 1 oder einer neueren Version, die die in einem Cluster von vSphere-Hosts verfügbaren lokalen physischen Speicherfestplatten virtualisiert. Sie geben bei der Erstellung eines automatisierten Desktop-Pools oder einer automatisierten Farm nur einen Datenspeicher an. Die unterschiedlichen Komponenten wie Dateien virtueller Maschinen, Replikate, Benutzerdaten und Betriebssystemdateien werden auf den geeigneten Solid-State-Drive-Festplatten (SSD) oder direkt angeschlossenen Festplatten (HDD) platziert.

Virtual SAN implementiert einen richtlinienbasierten Ansatz zur Speicherverwaltung. Wenn Sie Virtual SAN verwenden, definiert Horizon 7 die Speicheranforderungen für virtuelle Maschinen wie Kapazität, Leistung und Verfügbarkeit in Form von standardmäßigen Speicherrichtlinienprofilen und stellt diese automatisch für virtuelle Desktops auf vCenter Server bereit. Die Richtlinien werden automatisch und einzeln pro Festplatte (Virtual SAN-Objekte) angewendet und sind während des gesamten Lebenszyklus des virtuellen Desktops gültig. Der Speicher wird gemäß den zugewiesenen Richtlinien bereitgestellt und automatisch konfiguriert. Sie können diese Richtlinien in vCenter ändern. Horizon erstellt vSAN-Richtlinien für Linked-Clone-Desktop-Pools, Instant-Clone-Desktop-Pools, Full-Clone-Desktop-Pools oder für eine automatisierte Farm pro Horizon-Cluster.

Sie können die Verschlüsselung für einen Virtual SAN-Cluster aktivieren, um alle ruhenden Daten im Virtual SAN-Datenspeicher zu verschlüsseln. Die Virtual SAN-Verschlüsselung ist mit Virtual SAN Version 6.6 oder höher verfügbar. Weitere Informationen zur Verschlüsselung eines Virtual SAN-Clusters finden Sie in der Dokumentation zu VMware Virtual SAN.

Jede virtuelle Maschine pflegt ihre Richtlinie unabhängig von ihrer physischen Position im Cluster. Wenn die Richtlinie aufgrund eines Host-, Festplatten- oder Netzwerkfehlers oder von Arbeitsauslastungsänderungen nicht mehr konform ist, konfiguriert Virtual SAN die Daten der betroffenen virtuellen Maschinen und Lastausgleiche neu, um die Richtlinien der einzelnen virtuellen Maschinen zu erfüllen.

Virtual SAN unterstützt VMware-Funktionen wie HA, vMotion und DRS, die gemeinsamen Speicher voraussetzen, macht jedoch eine externe gemeinsame Speicherinfrastruktur überflüssig und vereinfacht die Speicherkonfiguration und die Bereitstellung virtueller Maschinen.

Wichtig:

Die in vSphere 6.0 und höher verfügbare Virtual SAN-Funktion enthält im Vergleich zur Funktion aus vSphere 5.5 Update 1 viele Leistungsverbesserungen. In vSphere 6.0 weist diese Funktion auch eine umfassendere HCL-Unterstützung (Hardware Compatibility, Hardwarekompatibilität) auf. VMware Virtual SAN 6.0 unterstützt auch eine vollständige Flash-Architektur, die Flash-basierte Geräte für das Zwischenspeichern und das permanente Speichern verwendet.

Virtual SAN-Workflow in Horizon 7

  1. Verwenden Sie vCenter Server 5.5 Update 1 oder eine neuere Version zur Aktivierung von Virtual SAN. Weitere Informationen zu Virtual SAN in vSphere 5.5 Update 1 finden Sie im Dokument vSphere Storage. Weitere Informationen zu Virtual SAN in vSphere 6 oder höher finden Sie im Dokument Verwaltung von VMware Virtual SAN.

  2. Wenn Sie einen automatisierten Desktop-Pool oder eine automatisierte Farm in Horizon Administrator erstellen, wählen Sie unter Speicherrichtlinienverwaltung die Option VMware Virtual SAN verwenden und dann den zu verwendenden Virtual SAN-Datenspeicher aus.

    Nachdem Sie VMware Virtual SAN verwenden ausgewählt haben, werden nur Virtual SAN-Datenspeicher angezeigt.

    Standardmäßige Speicherrichtlinienprofile werden gemäß den von Ihnen gewählten Optionen erstellt. Wenn Sie beispielsweise eine Linked-Clone- und dynamischen Desktop-Pool erstellen, werden automatisch ein Replikatfestplattenprofil und ein Betriebssystemfestplattenprofil erstellt. Wenn Sie einen Linked-Clone- und dauerhaften Desktop-Pool erstellen, werden ein Replikatfestplattenprofil und ein dauerhaftes Festplattenprofil erstellt, Für eine automatisierte Farm wird ein Replikatfestplattenprofil erstellt. Für Desktop-Pools und automatisierte Farmen wird ein Profil für die Dateien virtueller Maschinen erstellt.

  3. Um vorhandene View Composer-Desktop-Pools von einem anderen Datenspeichertyp zu einem Virtual SAN-Datenspeicher zu verschieben, bearbeiten Sie in Horizon Administrator den Pool, um die Auswahl des alten Datenspeichers aufzuheben und dafür den Virtual SAN-Datenspeicher auszuwählen, und führen Sie den Befehl zur Neuverteilung aus. Dieser Vorgang lässt sich nicht für automatisierte Farmen durchführen, da eine automatisierte Farm nicht neu verteilt werden kann.

  4. (Optional) Verwenden Sie vCenter Server, um die Parameter der Speicherrichtlinienprofile zu ändern, zu denen z. B. die Anzahl der zu tolerierenden Fehler und die Größe des zu reservierenden SSD-Lesecaches gehören. Informationen zu bestimmten Standardrichtlinien und -werten finden Sie unter Standardmäßige Speicherrichtlinienprofile für Virtual SAN-Datenspeicher.

  5. Verwenden Sie vCenter Server, um den Virtual SAN-Cluster und die am Datenspeicher beteiligten Festplatten zu überwachen. Weitere Informationen finden Sie im Dokument vSphere Storage und im Handbuch Überwachung und Leistung von vSphere. Informationen zu vSphere 6 oder höher finden Sie im Dokument Verwaltung von VMware Virtual SAN.

  6. (Optional) Für Linked-Clone-Desktop-Pools von View Composer verwenden Sie den Aktualisierungs- und den Neuzusammenstellungsbefehl wie gewohnt. Für automatisierte Farmen wird nur der Befehl zur Neuzusammenstellung unterstützt, unabhängig vom Typ des Datenspeichers.

Anforderungen und Einschränkungen

Die Virtual SAN-Funktion hat bei Verwendung in einer Horizon 7-Bereitstellung folgende Einschränkungen:

  • Diese Version unterstützt die Verwendung der platzsparenden Diskformatfunktion von Horizon 7 nicht, die Speicherplatz durch Bereinigung und Verkleinerung von Festplatten zurückgewinnt.

  • Virtual SAN unterstützt die VCAI-Funktion (View Composer Array Integration) nicht, da Virtual SAN keine NAS-Geräte verwendet.

Anmerkung:

Virtual SAN ist mit der Funktion „View-Speicherbeschleunigung“ kompatibel. Virtual SAN bietet eine Cachingschicht auf SSD-Festplatten, und die Funktion „View-Speicherbeschleunigung“ bietet einen inhaltsbasierten Cache, der E/A-Vorgänge pro Sekunde reduziert und die Leistung bei Startüberlastungen erhöht.

Die Virtual SAN-Funktion hat folgende Anforderungen:

  • vSphere 5.5 Update 1 oder eine neuere Version.

  • Geeignete Hardware. Beispiel: VMware empfiehlt eine 10-GB-Netzwerkkarte und mindestens eine SSD-Festplatte und eine direkt angeschlossene Festplatte für jeden kapazitätbeitragenden Knoten. Siehe im VMware-Kompatibilitätshandbuch.

  • Ein aus mindestens drei ESXi-Hosts bestehender Cluster. Sie benötigen ausreichend ESXi-Hosts, um Ihr Setup unterzubringen, selbst wenn Sie zwei ESXi-Hosts mit einem gestreckten virtuellen SAN-Cluster verwenden. Weitere Informationen finden Sie im Dokument Maximalwerte für die Konfiguration von VMware vSphere.

  • SSD-Kapazität, die mindestens 10 % der Festplattenkapazität beträgt.

  • Eine ausreichende Anzahl von Festplatten für Ihr Setup. Überschreiten Sie eine 75-prozentige Auslastung auf einer Magnetfestplatte nicht.

Weitere Informationen zu Virtual SAN-Anforderungen finden Sie unter „Arbeiten mit Virtual SAN“ im Dokument vSphere 5.5 Update 1 Storage. Informationen zu vSphere 6 oder höher finden Sie im Dokument Verwaltung von VMware Virtual SAN. Anleitungen zur Größenanpassung und zur Gestaltung der Schlüsselkomponenten von virtuellen Horizon 7-Desktop-Infrastrukturen für VMware Virtual SAN finden Sie im Whitepaper unter http://www.vmware.com/files/pdf/products/vsan/VMW-TMD-Virt-SAN-Dsn-Szing-Guid-Horizon-View.pdf.