Mit diesen Konfigurationen definieren Sie in Horizon Cloud Regeln zur URL-Handhabung, mit denen Horizon Client die URLs des Clientcomputers des Endbenutzers zu einem Desktop oder einer Anwendung in Ihrer Horizon Cloud-Umgebung umleitet. Mit der Konfiguration einer URL-Weiterleitung legen Sie für Horizon Client fest, welche URLs nicht vom lokalen Benutzersystem geöffnet, sondern von einem Ihrer dem Endbenutzer zugewiesenen Horizon Cloud-Desktops oder -Anwendungen geöffnet werden sollen.

Hinweis: Die Horizon Cloud-Verwaltungskonsole enthält eine Benutzeroberfläche zur Konfiguration der Client-zu-Agent-URL-Umleitung. Um die Agent-zu-Client-URL-Umleitung zu konfigurieren, verwenden Sie Gruppenrichtlinieneinstellungen wie in Konfigurieren der Agent-zu-Client-Umleitung beschrieben. Im Folgenden werden die Schritte zur Konfiguration der Client-zu-Agent-URL-Umleitung beschrieben.

Horizon Client ruft die einem Endbenutzer zugewiesenen Konfigurationen der URL-Weiterleitung ab, wenn sich der Benutzer bei Horizon Client auf seinem lokalen Gerät anmeldet. Wenn dieser Benutzer dann versucht, einen Link in einem lokalen Dokument oder einer lokalen Datei zu öffnen und dieser Link der URL-Musterregel in der Konfiguration entspricht, bestimmt Horizon Client den zu verwendenden entsprechenden Handler. Die festgelegten Handler öffnen den dem Benutzer zugewiesenen Desktop oder die zugewiesene Anwendung zur Verarbeitung des URL-Link, wie in der Konfiguration der URL-Weiterleitung festgelegt. Wenn der Handler der URL-Weiterleitung die Verwendung eines Desktops festlegt, wird die URL von der Standardanwendung des Desktops für das angegebene Protokoll des Link verarbeitet. Wenn der Handler der URL-Weiterleitung die Verwendung einer Anwendung festlegt, wird die URL von der dem Benutzer zugewiesenen Anwendung verarbeitet. Wenn der Benutzer über keine Berechtigung für den im Handler festgelegten Desktop oder für die angegebene Anwendung verfügt, zeigt Horizon Client eine Meldung an, außer Sie haben für den Handler unter Genaue Übereinstimmung die Einstellung Nein gewählt.

Wenn für Genaue Übereinstimmung die Einstellung Nein festgelegt ist, wird die zu verwendende Ressource auf der Basis des folgenden Fallback-Verhaltens ermittelt:

  1. Die Benutzerzuweisungen werden mithilfe eines Teilzeichenfolgenabgleichs der für den Handler angegebenen Zielressource ermittelt. Wenn eine Zuweisung gefunden wird, die mit der Teilzeichenfolge übereinstimmt, wird mit diesem zugewiesenen Desktop oder mit dieser zugewiesenen Anwendung der Link geöffnet.
  2. Wenn für die Option Ressourcentyp des Handler die Einstellung Anwendung festgelegt ist und wenn keine Übereinstimmung mit einer Teilzeichenfolge vorhanden ist, werden die Anwendungszuweisungen des Benutzers nach einer zugewiesenen Anwendung durchsucht, mit der sich das im Feld Schema des Handler angegebene Protokoll verarbeiten lässt.
    Hinweis: Dieser Schritt im Fallback-Verhalten gilt nur für Anwendungen. Wenn für Ressourcentyp die Einstellung Desktops festgelegt ist, wird dieser Schritt übersprungen.
  3. Wenn in den Zuweisungen des Benutzers keine Ressource ermittelt werden kann, die in der Lage ist, das Protokoll zu verarbeiten kann, zeigt Horizon Client eine entsprechende Meldung an.
Wichtig: Der Horizon Client des Benutzers muss mit der Option URL_FILTERING_ENABLED=1 installiert worden sein, damit der Client die Funktion der URL-Weiterleitung ausführen kann. Weitere Informationen finden Sie im Thema Installieren von Horizon Client für Windows mit der Funktion der URL-Inhaltsumleitung in der Dokumentation zu VMware Horizon 7.

Wenn Ihre Umgebung in VMware Identity Manager™ integriert ist, muss für den Benutzer mindestens eine Anwendung mit Horizon Client geöffnet sein, bevor die URL-Weiterleitung für diesen Benutzer verwendet werden kann. Durch Öffnen mindestens einer Anwendung mit der Option In Client öffnen wird die dem Benutzer zugewiesene Konfiguration der URL-Weiterleitung in die Registrierung des Clientgeräts geladen, aus der Horizon Client die Konfigurationswerte abrufen kann.

Einem Benutzer können mehrere Konfigurationen der URL-Weiterleitung zugewiesen werden. Für die entsprechenden Konfigurationen muss dazu die Umschaltoption Aktiv auf „Ja“ festgelegt sein. Um potenzielle Konflikte zwischen den Regeln verschiedener Konfigurationen zu vermeiden, wenn der Benutzer sich bei Horizon Client anmeldet, gilt Folgendes:

  • Es wird tatsächlich nur eine Konfiguration verwendet, auch wenn dieser Benutzer über mehrere aktive zugewiesene Konfigurationen verfügt.
  • Es wird diejenige Konfiguration der URL-Weiterleitung verwendet, die alphabetisch die erste für den Benutzer ist.

Voraussetzungen

Stellen Sie sicher, dass die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind, bevor Sie mit der Verwaltungskonsole Konfigurationen für eine URL-Weiterleitung erstellen:

  • Horizon Agent im von der Farm verwendeten Basis-Image wurde mit dem Parameter URL_FILTERING_ENABLED=1 in der Befehlszeile installiert.
  • Ihre Horizon Cloud-Bestandsliste enthält die Sitzungs-Desktops und Remoteanwendungen, die Sie in der Konfiguration verwenden möchten.

Prozedur

  1. Klicken Sie auf der Seite „Zuweisungen“ auf URL-Weiterleitung.
    Mit diesem ersten Schritt wird der Assistent „Neue Konfiguration der URL-Weiterleitung“ geöffnet.
  2. Konfigurieren Sie im Abschnitt „Allgemeine Einstellungen“ des Schritts „Definition“ die allgemeinen Einstellungen und führen Sie dann einen Bildlauf zum Abschnitt „Regeln“ durch.
    Option Beschreibung
    Name Geben Sie einen Anzeigenamen für diese Konfiguration ein.
    Aktiv Wählen Sie Ja aus, um diese Konfiguration zu aktivieren.
    Beschreibung Geben Sie optional eine Beschreibung für die Konfiguration ein.
  3. Erstellen Sie im Abschnitt „Regeln“ eine Liste der URL-Muster für diese Konfiguration, nach der Horizon Client URLs aus dem Clientsystem umleiten soll.
    1. Geben Sie im Feld URL-Muster in Anführungszeichen eine Zeichenfolge für das Muster der URLs ein, die umgeleitet werden sollen.
      Dabei muss das Protokollpräfix wie z. B. https:// enthalten sein. Sie können mit Platzhalterzeichen ein URL-Muster für eine Gruppe von URLs angeben.

      Beispiel:

      • Wenn Sie "http://google.*" eingeben, werden alle URLs, die den Text google enthalten, umgeleitet.
      • Wenn Sie .* (Punkt Stern) eingeben, werden alle URLs umgeleitet.
      • Wenn Sie "mailto://.*.example.com" eingeben, werden alle URLs, die den Text mailto://.*.example.com enthalten, umgeleitet.
    2. Klicken Sie auf Hinzufügen, um das URL-Muster der Liste der Regeln hinzuzufügen.
    1. Wiederholen Sie die Schritte, um weitere URL-Muster zur Ermittlung von URLs hinzuzufügen.
  4. Klicken Sie auf Weiter , um mit dem nächsten Assistentenschritt fortzufahren.
  5. Definieren Sie im Schritt „Konfiguration“ einen Satz von Handlern, mit denen die Zielbestandsressource zur Verarbeitung verschiedener Protokolle festgelegt wird.
    Ein Handler definiert, welcher berechtigte Desktop oder welche berechtigte Anwendung das angegebene Protokoll verarbeitet. Wenn beispielsweise ein Benutzer ein Microsoft Word-Dokument mit einem mailto-Hypertext-Link öffnet und der Benutzer auf diesen Link im Dokument klickt, definiert der Handler, welche berechtigte Anwendung die Anforderung verarbeiten soll, z. B. Microsoft Outlook oder Mozilla Thunderbird.
    1. Klicken Sie auf Neu.
    2. Konfigurieren Sie im Fenster „Handler“ die Einstellungen und klicken Sie auf Speichern.
      Option Beschreibung
      Name Geben Sie einen Namen für diesen Handler ein.
      Schema Geben Sie das Protokoll ein, auf das dieser Handler angewendet wird, z. B. http, https, mailto, callto etc.
      Ressourcentyp Legen Sie fest, ob ein Desktop oder eine Anwendung das angegebene Protokoll verarbeiten soll.
      Zielressource Geben Sie in Ihre Horizon Cloud-Bestandsliste den Namen der Zielressource ein, die das im Feld Schema angegebene Protokoll verarbeiten soll.
      Genaue Übereinstimmung Wählen Sie Ja, um eine exakte Übereinstimmung zwischen dem im Feld Zielressource angegebenen Namen und den Namen der verfügbaren berechtigten Sitzungs-Desktops oder Remoteanwendungen des Benutzers zu erzwingen.

      Wählen Sie Nein, wenn das Fallback-Verhalten verwendet werden soll, wenn ein Endbenutzer über keine Zuweisung für eine Ressource mit dem im Feld Zielressource angegebenen exakten Namen verfügt.

      Angenommen, für Ressourcentyp ist die Einstellung Anwendungen festgelegt und Microsoft Outlook ist als Zielressource zur Verarbeitung des mailto-Protokolls angegeben, wobei der Benutzer aber über keine Zuweisung für Microsoft Outlook-Anwendungen verfügt. Wenn dann für Genaue Übereinstimmung die Einstellung Nein gewählt wurde, wird nach einer diesem Benutzer zugewiesenen kompatiblen Anwendung gesucht, um das mailto-Protokoll zu verarbeiten, z. B. Mozilla Thunderbird.

    3. Wiederholen Sie die Schritte, um weitere Handler hinzuzufügen.
  6. Klicken Sie auf Weiter, um mit dem nächsten Assistentenschritt fortzufahren.
  7. Suchen Sie nach den Benutzern und Gruppen für diese Zuweisung der URL-Weiterleitung, wählen Sie diese aus und klicken Sie auf „Weiter“.
  8. Überprüfen Sie die zusammengefassten Informationen und klicken Sie auf Übernehmen.