Jeder ESXi-Host verfügt über eine eigene Kopie jeder konfigurierten DLR-Instanz. Für jede DLR-Instanz ist ein spezifisches Set an Tabellen mit den für die Weiterleitung von Paketen erforderlichen Informationen vorhanden. Diese Informationen sind für alle Hosts mit der jeweiligen DLR-Instanz synchronisiert. Die Instanzen eines einzelnen DLR auf verschiedenen Hosts enthalten exakt die gleichen Informationen.

Das Routing wird immer von einer DLR-Instanz auf dem Host gesteuert, auf dem die Quell-VM ausgeführt wird. Wenn sich Quell- und Ziel-VMs auf verschiedenen Hosts befinden, hat dies zur Folge, dass die DLR-Instanz, die das Routing zwischen ihnen bereitstellt, Pakete nur in einer Richtung erkennt, nämlich von der Quell- zur Ziel-VM. Der Datenverkehr in der Gegenrichtung wird nur von der entsprechenden Instanz desselben DLR auf dem Host der Ziel-VM erkannt.

Nach dem Abschluss des Routings durch den DLR obliegt die Übermittlung an das endgültige Ziel dem DVS über L2 – VXLAN oder VLAN, wenn sich Quell- und Ziel-VMs auf unterschiedlichen Hosts befinden, oder dem lokalen DVS, wenn sie auf demselben Host vorhanden sind.

1 zeigt den Datenfluss zwischen zwei VMs, VM1 und VM2, die auf unterschiedlichen Hosts ausgeführt werden und mit zwei unterschiedlichen logischen Switches, VXLAN 5000 und VXLAN 5001, verbunden sind.

Abbildung 1. DLR-Paket-Flow auf oberster Ebene

Paket-Flow (ARP-Auflösung wird übersprungen):

  1. VM1 sendet ein Paket in Richtung VM2, das dem Gateway von VM1 für das Subnetz von VM2 (oder der Standardeinstellung) zugewiesen ist. Dieses Gateway ist ein VXLAN 5000 LIF auf dem DLR.

  2. Der DVS auf dem ESXi-Host A übermittelt das Paket an den DLR auf dem Host, auf dem die Suche durchgeführt wird, und die Egress LIF festgelegt ist (in diesem Fall VXLAN 5001 LIF).

  3. Das Paket wird dann von dieser Ziel-LIF aus gesendet, die im Prinzip das Paket an den DVS zurückgibt, allerdings an einem anderen logischen Switch (5001).

  4. Der DVS führt dann die L2-Übermittlung dieses Pakets an den Zielhost (ESXi-Host B) durch, auf dem der DVS das Paket an VM2 weiterleitet.

Der Datenverkehr in der Gegenrichtung erfolgt ebenfalls in dieser Reihenfolge. Der Datenverkehr von VM2 wird an die DLR-Instanz auf dem ESXi-Host B weitergeleitet und dann über L2 an VXLAN 5000 übermittelt.