Der Upgrade-Vorgang für NSX kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Es ist wichtig, den Betriebszustand von NSX-Komponenten bei einem Upgrade zu kennen, z. B. wenn einige, aber nicht alle Hosts aktualisiert wurden oder wenn NSX Edges noch nicht aktualisiert wurden.

VMware empfiehlt, dass Sie das Upgrade aller NSX-Komponenten in einem einzelnen Ausfallfenster durchführen, um die Ausfallzeit zu minimieren und Irritationen unter den NSX-Benutzern zu vermeiden, die während des Upgrades nicht auf bestimmte NSX-Verwaltungsfunktionen zugreifen können. Wenn Ihre Standortanforderungen Sie allerdings daran hindern, das Upgrade in einem einzelnen Ausfallfenster durchzuführen, können die nachfolgenden Informationen dazu beitragen, dass Ihre NSX-Benutzer verstehen, welche Funktionen während des Upgrades zur Verfügung stehen.

Ein NSX-Bereitstellungs-Upgrade läuft wie folgt ab:

NSX Manager —> NSX Controller Cluster —> NSX-Hostcluster —> Verteilte (logische) Router —> Guest Introspection

Edge Services Gateways können jederzeit nach dem Upgrade von NSX Manager aktualisiert werden.

Wichtig:

Lesen Sie vor dem Start des Upgrades Vorbereiten des NSX-Upgrades und Versionshinweise zu NSX for vSphere für detaillierte Informationen zu den Upgrade-Voraussetzungen und bekannten Upgrade-Problemen.

NSX Manager-Upgrade

Planen des NSX Manager-Upgrades:

  • In einer Cross-vCenter NSX-Umgebung sollten Sie zunächst ein Upgrade für den primären NSX Manager und anschließend für die sekundären NSX Manager durchführen.

  • In einer Cross-vCenter NSX-Umgebung müssen alle NSX Manager in demselben Wartungsfenster aktualisiert werden.

  • Wenn Sie ein Upgrade von NSX 6.1.x auf NSX 6.2.x oder höher durchführen, müssen Sie NSX Manager und den NSX Controller-Cluster im selben Wartungsfenster aktualisieren.

Auswirkungen während des NSX Manager-Upgrades:

  • Die NSX Manager-Konfiguration mithilfe von vSphere Web Client und API ist blockiert.

  • Die vorhandene VM-Kommunikation funktioniert weiter einwandfrei.

  • Die neue VM-Bereitstellung funktioniert weiter in vSphere, aber die neuen virtuellen Maschinen können während des NSX Manager-Upgrades nicht mit NSX verbunden oder von logischen Switches getrennt werden.

  • Bei einem Upgrade von NSX Manager in einer Cross-vCenter NSX-Umgebung dürfen Sie keine Änderungen an globalen Objekten vornehmen, bis der primäre NSX Manager und alle sekundären NSX Manager aktualisiert sind. Dazu gehört das Erstellen, Aktualisieren oder Löschen von globalen Objekten und Vorgänge, die globale Objekte betreffen (z. B. das Anwenden eines globalen Sicherheits-Tags für eine virtuelle Maschine).

Nach dem NSX Manager-Upgrade:

  • Alle NSX-Konfigurationsänderungen sind zulässig.

  • Wenn in dieser Phase neue NSX Controller-Appliances bereitgestellt werden, erfolgt deren Bereitstellung mit der Version des vorhandenen NSX Controller-Clusters, bis ein Upgrade des NSX Controller-Clusters erfolgt.

  • Änderungen an der vorhandenen NSX-Konfiguration sind zulässig. Neue logische Switches, logische Router und Edge-Service-Gateways können bereitgestellt werden.

  • Wenn bei einer verteilten Firewall neue Funktionen nach dem Upgrade eingeführt werden, können diese in der Benutzeroberfläche erst dann konfiguriert werden (sie werden abgeblendet dargestellt), wenn alle Hosts aktualisiert wurden.

  • Je nach NSX Manager-Version wird nach dem Upgrade von NSX der Systemzustand des Kommunikationskanals für die Steuerungskomponente als unbekannt angezeigt. Sie müssen die Upgrades für Controller und Host abschließen, damit der Status „Aktiv“ angezeigt wird.

NSX Controller-Cluster-Upgrade

Planen des NSX Controller-Upgrades:

  • Sie können das NSX Controller-Cluster nach einem Upgrade von NSX Manager aktualisieren.

  • In einer Cross-vCenter NSX-Umgebung müssen Sie vor dem Upgrade des NSX Controller-Clusters ein Upgrade für alle NSX Manager durchführen.

  • VMware empfiehlt dringend, das Upgrade des NSX Controller-Clusters in demselben Wartungsfenster wie das NSX Manager-Upgrade durchzuführen.

  • Wenn Sie ein Upgrade von NSX 6.1.x auf NSX 6.2.x oder höher durchführen, müssen Sie NSX Manager und den NSX Controller-Cluster im selben Wartungsfenster aktualisieren.

Auswirkungen während des NSX Controller-Upgrades:

  • Das Erstellen von logischen Netzwerken und Änderungen daran werden während des Upgrade-Vorgangs blockiert. Nehmen Sie keine Konfigurationsänderungen an logischen Netzwerken vor, während das NSX Controller-Cluster-Upgrade durchgeführt wird.

  • Stellen Sie während dieses Vorgangs keine neuen VMs bereit. Verschieben Sie während des Upgrades keine virtuellen Maschinen bzw. lassen Sie nicht zu, dass DRS während des Upgrades virtuelle Maschinen verschiebt.

  • Wenn während des Upgrades vorübergehend ein Nicht-Mehrheitszustand eintritt, geht für vorhandene virtuelle Maschinen die Netzwerkverbindung nicht verloren.

  • Lassen Sie nicht zu, dass während des Upgrades dynamische Routen geändert werden.

Nach dem NSX Controller-Upgrade:

  • Konfigurationsänderungen sind zulässig.

NSX Host-Upgrade

Planen des NSX-Hostcluster-Upgrades:

  • Sie können Hostcluster aktualisieren, nachdem Sie ein Upgrade der NSX Manager und NSX Controller-Cluster durchgeführt haben.

  • Sie können die Hostcluster in einem separaten Wartungsfenster der NSX Manager- und NSX Controller-Cluster-Upgrades aktualisieren.

  • Sie müssen nicht alle Hostcluster in demselben Wartungsfenster aktualisieren.

  • Die neuen Funktionen der unter NSX Manager installierten NSX-Version werden zwar im vSphere Web Client und der API angezeigt, sie funktionieren jedoch möglicherweise erst nach dem VIB-Upgrade.

  • Um alle neuen Funktionen einer NSX-Version nutzen zu können, führen Sie ein Upgrade der Hostcluster durch, sodass die Host-VIBs mit der NSX Manager-Version übereinstimmen.

Auswirkungen während des NSX-Hostcluster-Upgrades:

  • Konfigurationsänderungen werden in NSX Manager nicht blockiert.

  • Die Kommunikation von Controller zu Host ist abwärtskompatibel. Dies bedeutet, dass aktualisierte Controller mit nicht aktualisierten Hosts kommunizieren können.

  • Das Upgrade wird pro Cluster durchgeführt. Wenn DRS auf dem Cluster aktiviert ist, verwaltet DRS die Upgradereihenfolge der Hosts.

  • Momentan aktualisierte Hosts müssen in den Wartungsmodus versetzt werden. Dies bedeutet, dass virtuelle Maschinen ausgeschaltet oder auf andere Hosts evakuiert werden müssen. Dies kann mit DRS oder manuell durchgeführt werden.

  • Hinzufügungen zu und Änderungen an logischen Netzwerken sind zulässig.

  • Die Bereitstellung neuer virtueller Maschinen funktioniert weiter auf Hosts, die sich zurzeit nicht im Wartungsmodus befinden.

Upgrade von NSX Edge

Planen des NSX Edge-Upgrades:

  • Sie können NSX Edges in separaten Wartungsfenstern von anderen NSX-Komponenten aktualisieren.

  • Sie können logische Router aktualisieren, nachdem Sie ein Upgrade der NSX Manager, des NSX Controller-Clusters und der Hostcluster durchgeführt haben.

  • Sie können ein Edge Services Gateway selbst dann aktualisieren, wenn Sie die NSX Controller- oder die Hostcluster noch nicht aktualisiert haben.

  • Sie müssen nicht alle NSX Edges in demselben Wartungsfenster aktualisieren.

  • Wenn ein Upgrade für NSX Edge verfügbar ist, Sie jedoch kein Upgrade durchgeführt haben, werden Größenänderungen, Ressourcen, Datenspeicher, Aktivierung des erweiterten Debuggens und die HA-Aktivierung auf der Appliance bis zu einem NSX Edge-Upgrade blockiert.

Auswirkungen während des NSX Edge-Upgrades:

  • Auf dem aktuell aktualisierten NSX Edge-Gerät werden Konfigurationsänderungen blockiert. Es können Elemente zu logischen Switches hinzugefügt werden und Änderungen daran vorgenommen werden. Die Bereitstellung neuer virtueller Maschinen funktioniert weiterhin einwandfrei.

  • Die Paketweiterleitung ist vorübergehend unterbrochen.

  • In NSX Edge 6.0 und höher sind die OSPF-Nachbarschaften vom Upgrade ausgenommen, wenn Graceful Restart nicht aktiviert wurde.

Nach dem NSX Edge-Upgrade:

  • Konfigurationsänderungen werden nicht blockiert. Durch das NSX-Upgrade eingeführte neue Funktionen für Edge Services Gateway sind erst dann konfigurierbar, wenn alle NSX Controller und alle Hostcluster aktualisiert wurden.

Upgrade für Guest Introspection

Planen des Guest Introspection-Upgrades:

  • Sie können Guest Introspection aktualisieren, nachdem Sie ein Upgrade der NSX Manager, des NSX Controller-Clusters und der Hostcluster durchgeführt haben.

  • Informationen zu einem Upgrade von Partnerlösungen finden Sie in der Partnerdokumentation.

Auswirkungen während des Guest Introspection-Upgrades:

  • Die VMs im NSX-Cluster sind bei Änderungen, etwa bei VM-Hinzufügungen, vMotion-Vorgängen oder Löschvorgängen, nicht geschützt.

Nach dem Guest Introspection-Upgrade:

  • Die VMs sind bei VM-Hinzufügungen, vMotion-Vorgängen und Löschvorgängen geschützt.