Durch die Verwendung von richtlinienbasierten Leases reduzieren Sie die Notwendigkeit eines manuellen Eingriffs zum Zurückfordern von Ressourcen. Sie definieren Lease-Richtlinien, damit Sie den Zeitraum steuern können, in dem eine Bereitstellung für Ihre Benutzer verfügbar ist. Die Anwendungsbeispiele für Lease-Richtlinien in diesem Verfahren bieten einen Ausgangspunkt für das Kennenlernen und Implementieren von Richtlinien für Ihre Organisation.

Wenn Sie keine Lease-Richtlinien definiert haben, laufen Ihre Bereitstellungen nie ab. Um die Ressourcen zurückzufordern, müssen Sie die Bereitstellungen manuell löschen.

Wann wird eine Lease-Richtlinie wirksam?

  • Wenn der Geltungsbereich für Richtlinien „Organisation“ lautet, werden alle Bereitstellungen in Ihrer Organisation basierend auf den definierten Richtlinien verwaltet.
  • Wenn der Geltungsbereich für Richtlinien ein Projekt ist, werden die Bereitstellungen, die mit diesem Projekt verknüpft sind, basierend auf der definierten Lease verwaltet. Andere Projekte sind davon nicht betroffen.

Lease-Richtlinien werden angewendet, wenn Sie:

  • Eine Lease-Richtlinie erstellen oder aktualisieren. Nachdem die Lease-Richtlinien angewendet wurden, werten sie die Bereitstellungen kontinuierlich im Hintergrund aus, um ihre Konformität mit den definierten Leases sicherzustellen.
  • Fordern Sie ein Katalogelement in Service Broker oder einen Blueprint in Cloud Assembly an. Die Werte für „Lease“ und „Gesamt-Lease“ werden wirksam, wenn die Bereitstellung erstellt wird.
  • Ein Onboarding von Workloads oder Ressourcen in Cloud Assembly durchführen, sodass Sie sie mithilfe von Service Broker, Cloud Assembly oder Code Stream verwalten können.

In diesem Anwendungsbeispiel gibt es drei Richtliniendefinitionen, die veranschaulichen, wie Sie Richtlinien und die Ergebnisse bei deren Erzwingung konstruieren können. Die letzte Richtlinie wird nicht erzwungen, aber die Gründe werden in den Szenarioergebnissen angegeben.

Während Sie das Anwendungsbeispiel der Lease-Richtlinien durchgehen, müssen Sie auch Lease-spezifische Optionen konfigurieren. Die folgenden Beschreibungen enthalten eine kurze Übersicht. Weitere Informationen finden Sie in der Wegweiser-Hilfe.

  • Maximale Lease (Tage). Die maximale Anzahl an Tagen, in denen die Bereitstellungsressourcen verfügbar sind, ohne dass die Lease verlängert wird. Wird die Lease für diese Ressourcen nicht verlängert, wird die Bereitstellung gelöscht. Verlängerungen dürfen die maximale Gesamt-Lease nicht überschreiten.
  • Maximale Gesamt-Lease (Tage). Die Gesamtanzahl der Tage, bevor die Bereitstellung gelöscht und die Ressourcen zurückgefordert werden. Die Gesamt-Lease umfasst die Lease-Verlängerungen.
  • Kulanzzeitraum (Tage). Die Anzahl der Tage, für die der Benutzer die Lease verlängern muss, bevor die Bereitstellung gelöscht wird. Der Kulanzzeitraum zusätzlich zu den Tagen der maximalen Gesamt-Lease. Er ist nicht in den Tagen der Gesamt-Lease enthalten.

Prozedur

  1. Wählen Sie Inhalt und Richtlinien > Richtlinien > Definitionen > Neue Richtlinie > Lease-Richtlinie aus.
  2. Konfigurieren Sie die Lease-Richtlinie 1.
    Als Administrator möchten Sie die Kosten kontrollieren, indem Sie die anfängliche Lease-Zeit für alle Bereitstellungen auf 30 Tage begrenzen, mit der Option, die Lease für insgesamt 90 Tage zu verlängern.
    1. Legen Sie fest, wann die Richtlinie gültig ist.
      Einstellung Beispielwert
      Geltungsbereich Organisation

      Diese Richtlinie wird auf alle Benutzer in Ihrer Organisation angewendet.

      Bereitstellungskriterien Keine
      Erzwingungstyp Weich

      Dieser Erzwingungstyp ermöglicht es Ihnen, andere Richtlinien im Zusammenhang mit dieser Lease zu erstellen, die diese Richtlinie außer Kraft setzen.

    2. Definieren Sie die Lease.
      Einstellung Beispielwert
      Maximale Lease (Tage) 30
      Maximale Gesamt-Lease (Tage) 90
      Kulanzzeitraum (Tage) 10
    In diesem Szenario wird die Bereitstellung nach 30 Tagen heruntergefahren, und es wird eine E-Mail an den Benutzer gesendet. Wenn der Benutzer die Lease nicht verlängert, wird die Bereitstellung nach 10 Tagen gelöscht. Wenn der Benutzer die Lease um weitere 30 Tage und dann wieder um weitere 30 bis auf einen Gesamtzeitraum von 90 Tagen verlängert, wird der maximale Lease-Zeitraum erreicht, und die Bereitstellung wird heruntergefahren. Sie wird 10 Tage später gelöscht.
  3. Konfigurieren Sie die Lease-Richtlinie 2.
    Als Administrator möchten Sie die Kosten kontrollieren, indem Sie den Lease-Zeitraum für einen teuren Blueprint oder eine teure Vorlage auf zwei Wochen begrenzen. In diesem Beispiel lautet der Blueprint-Name Multi-tier 5 machine with LB.
    1. Legen Sie fest, wann die Richtlinie gültig ist.
      Einstellung Beispielwert
      Geltungsbereich Projekt MT5

      Diese Richtlinie galt für Bereitstellungen, die mit diesem Projekt verknüpft sind.

      Bereitstellungskriterien blueprint equals Multi-tier 5 machine with LB

      Basierend auf diesem Kriterienausdruck werden bei der Richtliniendurchsetzung nur Bereitstellungen für den referenzierten Blueprint berücksichtigt.

      Erzwingungstyp Weich

      Diese weiche Erzwingung überschreibt weiterhin die Organisationsrichtlinie von 90 Tagen in Richtlinie 1, da die Werte auf Projektebene aussagekräftiger sind.

    2. Definieren Sie die Lease-Richtlinie.
      Einstellung Beispielwert
      Maximale Lease (Tage) 14
      Maximale Gesamt-Lease (Tage) 28
      Kulanzzeitraum (Tage) 3
    In diesem Szenario werden beide Richtlinien angewendet, aber die Richtlinie 2 hat Vorrang vor Richtlinie 1, da sie spezifischer ist. Bei Anwendung wird die Bereitstellung nach 14 Tagen heruntergefahren. Wenn der Benutzer die Lease nicht verlängert, wird die Bereitstellung drei Tage später gelöscht. Wenn der Benutzer die Lease für bis zu weitere 14 Tage verlängert, wird die Bereitstellung am Ende der zweiten Verlängerung heruntergefahren und drei Tage später gelöscht.
  4. Überprüfen Sie die Konfiguration der Lease-Richtlinie 3.
    Als Projektmanager stellen Sie fest, dass einer Ihrer Entwickler an einer komplexen Anwendung arbeitet. Der Entwickler benötigt den Blueprint Multi-tier 5 Machines with LB und einen weiteren Blueprint, Distributed Database Across Clouds, aber für einen längeren Lease-Zeitraum als in Richtlinie 2 definiert.

    Wenn Sie nicht verstehen, wie die Richtlinien basierend auf ihrer Definition verarbeitet werden, können unerwartete Ergebnisse auftreten. Richtlinie 3 ist ein Beispiel dafür, wie sich Verarbeitung und Rangfolge auf das Ergebnis auswirken.

    Diese Richtlinie wird, wie angegeben, nicht erzwungen. Dieses Beispiel bietet Ihnen die Möglichkeit, zu sehen, wie Leases angewendet und erzwungen werden, wenn mehr als eine Lease Anwendung findet.

    1. Legen Sie fest, wann die Richtlinie gültig ist.
      Einstellung Beispielwert
      Geltungsbereich Projekt MT5

      Diese Richtlinie wird auf Bereitstellungen in diesem Projekt angewendet.

      Bereitstellungskriterien (blueprint equals Multi-tier five machine with LB OR catalogItem equals Distributed Database Across Clouds) AND CreatedBy equals jan@mycompany.com.

      Sie verwenden „CatalogItem“, da es sich um eine Nicht-Cloud Assembly-Vorlage handelt.

      Erzwingungstyp Weich

      Diese weiche Erzwingung überschreibt weiterhin die Organisationsrichtlinie von 90 Tagen in Richtlinie 1, da die Werte auf Projektebene aussagekräftiger sind.

    2. Definieren Sie die Lease-Richtlinie.
      Einstellung Beispielwert
      Maximale Lease (Tage) 21
      Maximale Gesamt-Lease (Tage) 50
      Kulanzzeitraum (Tage) 3

      In diesem Szenario wird die Lease-Richtlinie 2 angewendet, und nicht die Lease-Richtlinie 3.

      • Lease 3 weist einen Lease-Zeitraum auf, der kleiner oder gleich 21 Tage ist, und die Richtlinie wird angewendet. Lease 2 weist einen Lease-Zeitraum auf, der kleiner oder gleich 14 Tage ist, und die Richtlinie wird angewendet.
      • Lease 2 ist anwendbar und verstößt nicht gegen die Lease-3-Richtlinie. Aber Lease 2 ist restriktiver, daher hat sie Vorrang. Die Lease-Richtlinie 2 ist restriktiver, da Sie für einen kürzeren Zeitraum gilt.
      • Wenn beide Lease-Definitionen zutreffend und anwendbar sind, ist die restriktivere Richtlinie diejenige, die erzwungen wird.
  5. Um das unerwartete Verhalten in der Lease-Richtlinie 3 zu beheben, können Sie eine der folgenden Lösungen implementieren.
    • Um sicherzustellen, dass Sie Jan die erforderliche Richtlinie zur Verfügung stellen können, ändern Sie den Erzwingungstyp in „Hart“.
    • Alternativ können Sie ein neues Projekt mit Zugriff auf dieselben Ressourcen erstellen und anschließend die Lease-Richtlinie 3 für dieses Projekt erstellen. Während diese Lösung die Arbeitsrichtlinie isoliert, müssen Sie ein paralleles Projekt aufrechterhalten. Das Einrichten und Verwalten der Inhaltsquellen, der Inhaltsfreigabe usw. ist zeitaufwändig und fehleranfällig.

Nächste Maßnahme

  • Weitere Beispiele dafür, wie die Lease-Richtlinien verarbeitet und erzwungen werden, finden Sie unter Vorgehensweise zur Verarbeitung von Service Broker-Richtlinien.
  • Konfigurieren Sie Richtlinien, die für Ihre Organisationen und Projekte relevant sind. Wenn Sie zum ersten Mal mit Lease-Richtlinien arbeiten, beginnen Sie mit einer Lease-Richtlinie auf Organisationsebene.