Bevor Sie vSphere Fault Tolerance konfigurieren, sollten Sie die Funktionen und Produkte kennen, mit denen vSphere Fault Tolerance nicht zusammenarbeiten kann.

vSphere-Funktionen, die für fehlertolerante VMs nicht unterstützt werden

Die folgenden vSphere-Funktionen werden nicht für fehlertolerante virtuelle Maschinen unterstützt.

  • Snapshots. Snapshots müssen entfernt oder zugeordnet werden, bevor auf einer virtuellen Maschine Fault Tolerance aktiviert werden kann. Zudem ist es nicht möglich, Snapshots von virtuellen Maschinen zu erstellen, auf denen Fault Tolerance aktiviert ist.

  • Storage vMotion. Sie können Storage vMotion nicht für virtuelle Maschinen mit aktivierter Fault Tolerance verwenden. Wenn Sie den Speicher migrieren möchten, sollten Sie Fault Tolerance vorübergehend deaktivieren und die Storage vMotion-Aktion durchführen. Danach können Sie Fault Tolerance wieder aktivieren.

  • Verknüpfte Klone. Sie können Fault Tolerance nicht auf einer virtuellen Maschine aktivieren, bei der es sich um einen verknüpften Klon handelt. Zudem können Sie keinen verknüpften Klon von einer virtuellen Maschine erstellen, für die Fault Tolerance aktiviert ist.

  • Sicherungen virtueller Maschinen. Sie können keine virtuelle Maschine, für die Fault Tolerance aktiviert ist, mithilfe von Storage API for Data Protection, vSphere Data Protection oder ähnlichen Sicherungsprodukten sichern, die die Verwendung eines VM-Snapshots voraussetzen, so wie es von ESXi durchgeführt wird. Sie müssen zum Sichern einer fehlertoleranten virtuellen Maschine auf diese Weise zunächst Fault Tolerance deaktivieren. Reaktivieren Sie anschließend Fault Tolerance, nachdem die Sicherung durchgeführt wurde. Speicher-Array-basierte Snapshots haben keine Auswirkung auf Fault Tolerance.

  • Virtual SAN.

Funktionen und Geräte, die mit Fault Tolerance nicht kompatibel sind

Damit eine virtuelle Maschine mit Fault Tolerance kompatibel ist, darf diese die folgenden Funktionen und Geräte nicht verwenden.

Tabelle 1. Funktionen und Geräte, die mit Fault Tolerance und fehlerbehebenden Aktionen nicht kompatibel sind

Nicht kompatible Funktion bzw. nicht kompatibles Gerät

Fehlerbehebende Aktion

Symmetrische Multiprozessor-VMs (SMP). Nur virtuelle Maschinen mit einer einzelnen vCPU sind mit Fault Tolerance kompatibel.

Konfigurieren Sie die virtuelle Maschine als eine einzelne vCPU neu. Die Leistung vieler Arbeitslasten ist bei der Konfiguration als eine einzelne vCPU gut.

Physische Raw-Festplattenzuordnung (RDM).

Konfigurieren Sie virtuelle Maschinen mit physischen, RDM-gestützten virtuellen Geräten neu, sodass diese stattdessen virtuelle RDMs verwenden.

CD-ROM- oder virtuelle Diskettengeräte, die von einem physischen oder Remotegerät gestützt sind.

Entfernen Sie das CD-ROM- bzw. virtuelle Diskettengerät oder konfigurieren Sie das Backing mit einem auf gemeinsam genutzten Speicher installierten ISO neu.

Paravirtualisierte Gastbetriebssysteme.

Wird die Paravirtualisierung nicht benötigt, konfigurieren Sie die virtuelle Maschine ohne ein VMI ROM neu.

USB- und Soundgeräte.

Entfernen Sie diese Geräte von der virtuellen Maschine.

N_Port-ID-Virtualisierung (NPIV).

Deaktivieren Sie die NPIV-Konfiguration der virtuellen Maschine.

NIC-Passthrough.

Diese Funktion wird von Fault Tolerance nicht unterstützt und muss daher ausgeschaltet werden.

vlance-Netzwerktreiber.

Fault Tolerance unterstützt keine virtuellen Maschinen, die mit virtuellen vlance-Netzwerkkarten konfiguriert sind. vmxnet2, vmxnet3 und e1000 werden jedoch voll unterstützt.

Virtuelle Festplatten, die auf Thin-Provisioning-Speicher bzw. auf Thick-Provisioning-Festplatten ohne aktivierte Clusterfunktionen gestützt sind.

Wenn Sie Fault Tolerance einschalten, wird standardmäßig in das entsprechende Festplattenformat konvertiert. Sie müssen die virtuelle Maschine ausschalten, um diese Konvertierung auszulösen.

Geräte im laufenden Betrieb wechseln.

Die Funktion zum Wechseln von Geräten im laufenden Betrieb ist für fehlertolerante virtuelle Maschinen deaktiviert. Wenn Geräte im laufenden Betrieb gewechselt (d. h. entweder hinzugefügt oder entfernt) werden sollen, müssen Sie Fault Tolerance vorübergehend ausschalten, den Wechsel durchführen und Fault Tolerance anschließend wieder einschalten.

Anmerkung:

Beim Verwenden von Fault Tolerance ist das Ändern der Einstellungen einer virtuellen Netzwerkkarte während der Ausführung einer virtuellen Maschine ein so genannter „hot-plug“-Vorgang, da die Netzwerkkarte entfernt und neu eingesetzt werden muss. Wenn Sie beispielsweise im Falle einer virtuellen Netzwerkkarte für eine laufende virtuelle Maschine das Netzwerk ändern, mit dem die virtuelle Netzwerkkarte verbunden ist, muss zuerst Fault Tolerance ausgeschaltet werden.

Extended Page Tables/Rapid Virtualization Indexing (EPT/RVI).

EPT/RVI ist automatisch für virtuelle Maschinen mit eingeschalteter Fault Tolerance deaktiviert.

Serielle oder parallele Schnittstellen

Entfernen Sie diese Geräte von der virtuellen Maschine.

IPv6

Verwenden Sie IPv4-Adressen mit der Netzwerkkarte für die Fault Tolerance-Protokollierung.

Videogeräte, bei denen 3D aktiviert ist.

Fault Tolerance unterstützt keine Videogeräte, bei denen 3D aktiviert ist.

Virtuelle EFI-Firmware

Stellen Sie sicher, dass die virtuelle Maschine für die Verwendung der BIOS-Firmware konfiguriert ist, bevor Sie das Gastbetriebssystem installieren.