In diesem Beispiel wird die Host-Netzwerkkonfiguration für Fault Tolerance in einer Standardbereitstellung mit vier 1-GB-Netzwerkkarten beschrieben. Diese ist eine mögliche Bereitstellung, die ausreichenden Service für alle Datenverkehrstypen, die in diesem Beispiel erwähnt sind, gewährleistet und als „Best Practice“-Konfiguration gelten kann.

Fault Tolerance sorgt für eine durchgehende Betriebszeit während des Ausfalls eines physischen Hosts aufgrund eines Stromausfalls, einer Systempanik oder ähnlicher Ursachen. Netzwerk- oder Speicherpfadausfälle oder andere physische Serverkomponenten, die auf den betrieblichen Status des Hosts keine Auswirkung haben, dürfen kein Fault Tolerance-Failover auf die sekundäre virtuelle Maschine initiieren. Kunden wird deshalb dringend empfohlen, die entsprechende Redundanz (z. B. NIC-Gruppierung) zu verwenden, um die Chancen, die VM-Konnektivität mit Infrastrukturkomponenten (Netzwerken oder Speicher-Arrays) zu verlieren, zu reduzieren.

NIC-Gruppierungsrichtlinien werden auf den vSwitch-Portgruppen (bzw. auf verteilten virtuellen Portgruppen für vDS) konfiguriert und steuern, wie der vSwitch den Datenverkehr handhabt und ihn von den virtuellen Maschinen und VMkernel-Ports über die physischen Netzwerkkarten (vmnics) verteilt. Eine eindeutige Portgruppe wird in der Regel für jeden Datenverkehrstyp verwendet, wobei jeder Datenverkehrstyp einem anderen VLAN zugewiesen wird.

Host-Netzwerkkonfiguration - Richtlinien

Anhand der folgenden Richtlinien können Sie das Netzwerk Ihres Hosts konfigurieren, um Fault Tolerance mit verschiedenen Kombinationen von Datenverkehrstypen (z. B. NFS) und mehreren physischen Netzwerkkarten zu unterstützen.

  • Verteilen Sie jede Netzwerkkartengruppe über zwei physische Switches, um die L2-Domänenkontinuität für jedes VLAN zwischen den zwei physischen Switches zu gewährleisten.

  • Verwenden Sie deterministische Gruppierungsrichtlinien, um sicherzugehen, dass bestimmte Datenverkehrstypen eine Affinität mit einer bestimmten Netzwerkkarte (Aktiv/Standby) bzw. mit mehreren Netzwerkkarten (z. B. ID des virtuellen Quell-Ports) haben.

  • Paaren Sie Datenverkehrstypen dort, wo Aktiv/Standby-Richtlinien verwendet werden, um in einer Failoversituation die Auswirkungen zu minimieren, wenn beide Datenverkehrtypen eine vmnic teilen.

  • Konfigurieren Sie dort, wo Aktiv/Standby-Richtlinien verwendet werden, alle aktiven Adapter eines bestimmten Datenverkehrstyps (z. B. Fault Tolerance-Protokollierung) für denselben physischen Switch. Dies minimiert die Anzahl der Netzwerk-Hops und reduziert die Chancen, dass die Switch-zu-Switch-Links überbucht werden.

Konfigurationsbeispiel mit vier 1-GB-Netzwerkkarten

In diesem Diagramm wird die Netzwerkkonfiguration für einen einzelnen ESXi-Host mit vier 1-GB-Netzwerkkarten dargestellt, die Fault Tolerance unterstützen. Andere Hosts im fehlertoleranten Cluster würden ähnlich konfiguriert.

In diesem Beispiel werden vier Portgruppen verwendet, die folgendermaßen konfiguriert sind:

  • VLAN A: VM-Netzwerk-Portgruppe - Aktiv auf vmnic2 (zu physischem Switch 1); Standby auf vmnic0 (zu physischem Switch 2.)

  • VLAN B: Verwaltungsnetzwerk-Portgruppe - Aktiv auf vmnic0 (zu physischem Switch 2); Standby auf vmnic2 (zu physischem Switch 1.)

  • VLAN C: vMotion-Portgruppe - Aktiv auf vmnic1 (zu physischem Switch 2); Standby auf vmnic3 (zu physischem Switch 1.)

  • VLAN D: Fault Tolerance-Protokollierung-Portgruppe - Aktiv auf vmnic3 (zu physischem Switch 1); Standby auf vmnic1 (zu physischem Switch 2.)

vMotion und die Fault Tolerance-Protokollierung können denselben VLAN gemeinsam nutzen (konfigurieren Sie hierfür dieselbe VLAN-Nummer für beide Portgruppen), aber sie benötigen ihre eigenen eindeutigen IP-Adressen, die sich in unterschiedlichen IP-Subnetzen befinden müssen. Separate VLANs werden möglicherweise bevorzugt, wenn auf dem physischen Netzwerk mit VLAN-basierendem QoS (Quality of Service) QoS-Einschränkungen gelten. QoS ist besonders in Situationen konkurrierender Datenströme nützlich, beispielsweise wenn mehrere physische Switch-Hops verwendet werden oder ein Failover erfolgt und mehrere Datenverkehrstypen um Netzwerkressourcen in Wettstreit treten.

Abbildung 1. Fault Tolerance - Beispiel einer Netzwerkkonfiguration
Beispielnetzwerkkonfiguration für Fault Tolerance