Die Netzwerkpfadredundanz zwischen Clusterknoten ist für die Zuverlässigkeit von vSphere HA wichtig. Ein einzelnes Verwaltungsnetzwerk wird zu einer einzelnen Fehlerstelle und kann zu Failovern führen, wenn nur das Netzwerk ausgefallen ist.

Wenn Sie nur über ein Verwaltungsnetzwerk verfügen, kann jeder Fehler zwischen dem Host und dem Cluster eine nicht notwendige (oder fehlerhafte) Failover-Aktivität herbeiführen, wenn die Taktsignal-Datenspeicherkonnektivität während des Netzwerkausfalls nicht aufrechterhalten wird. Zu den möglichen Ausfallursachen gehören Fehler in der Netzwerkkarte oder im Netzwerkkabel, das Entfernen des Netzwerkkabels und das Zurücksetzen des Switches. Berücksichtigen Sie diese möglichen Fehlerquellen zwischen Hosts und versuchen Sie, solche Fehler zu vermeiden, in der Regel durch Schaffung von Netzwerkredundanz.

Sie können die Netzwerkredundanz auf Netzwerkkartenebene mit NIC-Gruppierung oder auf Verwaltungsnetzwerkebene implementieren. Für die meisten Implementierungen reicht die durch die NIC-Gruppierung bereitgestellte Redundanz aus. Falls erforderlich, können Sie die Verwaltungsnetzwerkredundanz nutzen oder hinzufügen. Die Nutzung eines redundanten Verwaltungsnetzwerks ermöglicht eine zuverlässige Fehlererkennung und verhindert, dass Isolierungs- oder Partitionssituationen auftreten, da Taktsignale über mehrere Netzwerke gesendet werden können.

Konfigurieren Sie so wenig Hardwaresegmente wie möglich zwischen den Servern in einem Cluster. Dies dient dem Zweck, die Anzahl der einzelnen Ausfallstellen so gering wie möglich zu halten. Außerdem muss bei Weiterleitungen mit zu vielen Hops mit Verzögerungen von Netzwerkpaketen für Taktsignale und potentiellen Fehlerstellen gerechnet werden.

Netzwerkredundanz mit NIC-Gruppierung

Durch die Verwendung einer Gruppe mit zwei Netzwerkkarten, die mit separaten physischen Switches verbunden sind, wird die Zuverlässigkeit eines Verwaltungsnetzwerks verbessert. Da über zwei Netzwerkkarten (und zwei separate Switches) verbundene Server über zwei unabhängige Pfade für das Senden und Empfangen von Taktsignalen verfügen, ist der Cluster belastbarer. Bei der Konfiguration einer Gruppe von Netzwerkkarten für das Verwaltungsnetzwerk sollten die virtuellen Netzwerkkarten beim Konfigurieren des vSwitches auf „Aktiv“ oder „Standby“ gesetzt werden. Folgende Parametereinstellungen für die virtuellen Netzwerkkarten werden empfohlen:

  • Standardlastenausgleich = Anhand der ursprünglichen ID des Ports routen (Route based on originating port ID)

  • Failback = Nein (No)

Nach dem Hinzufügen einer Netzwerkkarte zu einem Host im vSphere HA-Cluster müssen Sie vSphere HA auf diesem Host neu konfigurieren.

Netzwerkredundanz durch Einsatz eines zweiten Netzwerks

Alternativ zur NIC-Gruppierung für die Bereitstellung redundanter Taktsignale können Sie auch eine zweite Verwaltungsnetzwerkverbindung erstellen, die an einen separaten Switch angeschlossen wird. Die ursprüngliche Verwaltungsnetzwerkverbindung dient Netzwerk- und Verwaltungszwecken. Sobald die zweite Verwaltungsnetzwerkverbindung erstellt wurde, sendet vSphere HA Taktsignale über beide Verwaltungsnetzwerkverbindungen. Sollte ein Pfad ausfallen, sendet und empfängt vSphere HA über den anderen Pfad noch immer Taktsignale.