ESXi kann die Vorteile aus den verschiedenen Energieverwaltungsfunktionen, die von der Hosthardware bereitgestellt werden, nutzen, um das Verhältnis von Leistung und Stromverbrauch auszutarieren. Sie können steuern, wie ESXi diese Funktionen nutzt, indem Sie eine Energieverwaltungsrichtlinie auswählen.

Die Auswahl einer Richtlinie für hohen Energieverbrauch bietet im Allgemeinen mehr absolute Leistung, jedoch eine niedrigere Effizienz (Leistung pro Watt). Richtlinien für weniger Energieverbrauch bieten weniger absolute Leistung, aber eine höher Effizienz.

ESXi bietet fünf Energieverwaltungsrichtlinien. Wenn die Energieverwaltung vom Host nicht unterstützt wird oder die BIOS-Einstellungen festlegen, dass das Hostbetriebssystem die Energie nicht verwalten darf, steht nur die Richtlinie „Nicht unterstützt“ zur Verfügung.

Sie wählen mit dem vSphere Web Client eine Richtlinie für einen Host aus. Wenn Sie keine Richtlinie auswählen, verwendet ESXi standardmäßig die Richtlinie „Ausgeglichen“.

Tabelle 1. CPU-Energieverwaltungsrichtlinien

Energieverwaltungsrichtlinie

Beschreibung

Nicht unterstützt

Engergieverwaltungsfunktionen werden vom Host nicht unterstützt oder die Energieverwaltung ist im BIOS nicht aktiviert.

Hochleistung

Der VMkernel findet bestimmte Energieverwaltungsfunktionen, verwendet sie aber nicht, es sei denn, sie werden vom BIOS angefordert, um die Energieaufnahme oder die Wärmeabgabe zu regulieren.

Ausgeglichen (Standard)

Der VMkernel verwendet die verfügbaren Energieverwaltungsfunktionen konservativ, um den Energieverbrauch des Hosts zu senken, und nimmt dabei leichte Leistungseinbußen in Kauf.

Geringer Energieverbrauch

Der VMkernel macht aggressiven Gebrauch von allen verfügbaren Energieverwaltungsfunktionen zur Senkung des Energieverbrauchs des Hosts und nimmt Leistungseinbußen in Kauf.

Benutzerdefiniert

Die Energieverwaltungsrichtlinie des VMkernel basiert auf den Werten mehrerer erweiterter Konfigurationsparameter. Sie können diese Parameter im Dialogfeld „Erweiterte Einstellungen“ vom vSphere Web Client festlegen.

Wenn eine CPU mit einer niedrigeren Frequenz läuft, kann sie auch mit einer niedrigeren Spannung laufen und somit Energie sparen. Diese Art der Energieverwaltung wird typischerweise DVFS (Dynamic Voltage and Frequency Scaling) genannt. ESXi versucht, die CPU-Frequenzen so anzupassen, dass die Leistung der virtuellen Maschinen nicht beeinträchtigt wird.

Wenn eine CPU im Leerlauf ist, kann ESXi aus sogenannten Deep-Halt-Zuständen (als „C-Status“ bekannt) Nutzen ziehen. Je tiefer der „C-Status“, desto weniger Betriebsleistung wird von der CPU verwendet, aber die CPU benötigt mehr Zeit, bis sie wieder läuft. Wenn sich eine CPU im Leerlauf befindet, wendet ESXi einen Algorithmus an, um die Dauer vorherzusagen, die sie sich im Leerlauf befinden wird, und wählt einen entsprechenden „C-Status“ aus, in den die CPU versetzt werden soll. In Energieverwaltungsrichtlinien, die keine tiefen „C-Status“ nutzen, verwendet ESXi nur den flachsten Haltzustand (C1) für CPUs im Leerlauf.