Mithilfe der Gruppierungs- und Failover-Richtlinie in einer verteilten Portgruppe können Sie festlegen, wie der Netzwerkdatenverkehr einer Gruppe virtueller Maschinen oder VMkernel-Adapter zwischen den Uplink-Adaptern in einem vSphere Distributed Switch verteilt wird und wie der Datenverkehr neu geroutet wird, wenn ein Adapter ausfällt.

Prozedur

  1. Navigieren Sie im vSphere Web Client zum Distributed Switch.
  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Distributed Switch und wählen Sie Verteilte Portgruppen verwalten.
  3. Aktivieren Sie das Kontrollkästchen Teaming und Failover und klicken Sie auf Weiter.
  4. Wählen Sie die Portgruppe aus, die Sie konfigurieren möchten, und klicken Sie auf Weiter.
  5. Legen Sie über das Dropdown-Menü Lastausgleich fest, wie der Standard-Switch oder der Distributed Switch einen Uplink zum Verarbeiten des Datenverkehrs von einer virtuellen Maschine oder einem VMkernel-Adapter auswählt.

    Option

    Beschreibung

    Anhand des ursprünglichen virtuellen Ports routen

    Wählen Sie den Uplink basierend auf dem virtuellen Port, durch den der Datenverkehr in den virtuellen Switch gelangt ist.

    Anhand des IP-Hashs routen

    Wählen Sie einen Uplink anhand eines Hashs der Quell- und Ziel-IP-Adresse jedes Pakets aus. Bei Paketen ohne IP verwendet der Switch einfach die Daten in diesen Feldern zur Berechnung des Hashs.

    Für eine IP-basierte Gruppierung ist es erforderlich, dass der physische Switch mit „EtherChannel“ konfiguriert wird.

    Anhand des Quell-MAC-Hashs routen

    Wählen Sie einen Uplink anhand eines Hashs des Quell-Ethernets aus.

    Anhand der physischen Netzwerkkartenauslastung routen

    Verfügbar für verteilte Portgruppen oder verteilte Ports. Wählen Sie auf der Basis der aktuellen Last der an die Portgruppe oder den Port angeschlossenen physischen Netzwerkadapter einen Uplink aus. Wenn ein Uplink 30 Sekunden bei mindestens 75 % ausgelastet ist, geht der Host-Proxy-Switch des Datenverkehrs der virtuellen Maschine zu einem physischen Adapter mit freier Kapazität über.

    Ausdrückliche Failover-Reihenfolge verwenden

    Es wird immer der Uplink ausgewählt, der an erster Stelle der Liste der aktiven Adapter steht und die Failover-Ermittlungskriterien erfüllt.

  6. Legen Sie über das Dropdown-Menü Netzwerk-Failover-Ermittlung die Methode fest, die der Standard-Switch oder der Distributed Switch für die Failover-Ermittlung verwendet.

    Option

    Beschreibung

    Nur Verbindungsstatus

    Als Grundlage dient ausschließlich der vom Netzwerkadapter angegebene Verbindungsstatus. Über diese Option werden Fehler wie nicht angeschlossene Kabel oder Betriebsausfälle des physischen Switches ermittelt.

    Allerdings werden keine Konfigurationsfehler erkannt, wie z. B. :

    • Die Blockierung eines Ports des physischen Switches durch STP (Spanning Tree Protocol), eine Zuweisung zum falschen VLAN.

    • Nicht angeschlossene Kabel zwischen einem physischen Switch und einem anderen Netzwerkgerät, z. B. einem Upstream-Switch.

    Signalprüfung

    Sendet Signale, wartet auf Signalprüfpakete auf allen Netzwerkkarten in der Gruppe und verwendet diese Informationen zusätzlich zum Verbindungsstatus, um einen Verbindungsausfall zu ermitteln. ESX/ESXi sendet jede Sekunde Signalpakete.

    Die Signalprüfung ist bei mindestens drei Netzwerkkarten in einem Team am hilfreichsten, da ESX/ESXi Fehler eines einzelnen Adapters erkennen kann. Wenn nur zwei Netzwerkkarten zugewiesen sind und für eine der Netzwerkkarten die Verbindung getrennt wird, kann der Switch nicht ermitteln, welche Netzwerkkarte außer Betrieb genommen werden muss, da beide Netzwerkkarten keine Signale empfangen und demzufolge alle Pakete an beide Uplinks gesendet werden. Die Verwendung von mindestens drei Netzwerkkarten in einem solchen Team erlaubt n-2 Fehler, wobei „n“ für die Anzahl der Netzwerkkarten im Team steht, bevor eine unklare Situation eintritt.

    Die Netzwerkkarten müssen eine Aktiv/Aktiv- oder Aktiv/Standby-Konfiguration aufweisen, da Netzwerkkarten mit dem Status „Nicht verwendet“ nicht an der Signalprüfung beteiligt sind.

  7. Wählen Sie aus dem Dropdown-Menü Switches benachrichtigen aus, ob der physische Switch im Falle eines Failovers vom Standard-Switch oder Distributed Switch benachrichtigt wird.

    Wenn Sie Ja auswählen, wird jedes Mal, wenn eine virtuelle Netzwerkkarte an einen virtuellen Switch angeschlossen wird oder ein Failover-Ereignis dazu führt, dass der Datenverkehr einer virtuellen Netzwerkkarte über eine andere physische Netzwerkkarte im Team geleitet wird, eine Benachrichtigung über das Netzwerk gesendet, um die Verweistabellen auf physischen Switches zu aktualisieren. Durch das Benachrichtigen des physischen Switches wird die geringste Latenz bei Eintreten eines Failovers oder einer Migration mit vSphere vMotion erreicht.

    Anmerkung:

    Legen Sie diese Option auf Nein fest, wenn eine verbundene virtuelle Maschine den Netzwerklastausgleich (NLB) von Microsoft im Unicast-Modus verwendet. Im Multicast-Modus von NLB treten keine Probleme auf.

  8. Legen Sie über das Dropdown-Menü Failback fest, ob ein physischer Adapter nach einem Ausfall wieder in den Status "Aktiv" geschaltet wird.

    Wenn die Option auf Ja (Standard) gesetzt wurde, wird der Adapter sofort nach der Wiederherstellung seiner Funktionsfähigkeit aktiviert. Er ersetzt in diesem Fall den ggf. vorhandenen Ersatzadapter, der seinen Platz eingenommen hatte.

    Wenn das Failback für einen verteilten Port auf Nein gesetzt wurde, bleibt ein ausgefallener Adapter nach der Wiederherstellung nur dann inaktiv, wenn die zugeordnete virtuelle Maschine ausgeführt wird. Wenn die Option Failback auf Nein festgelegt ist, geschieht Folgendes: Wenn eine virtuelle Maschine nach Ausfall aller aktiven physischen Adapter ausgeschaltet wird und einer der Adapter wiederhergestellt wird, dann wird nach Einschalten der virtuellen Maschine die virtuelle Netzwerkkarte mit dem wiederhergestellten Adapter und nicht mit einem Standby-Adapter verbunden. Wenn eine virtuelle Maschine aus- und wieder eingeschaltet wird, führt dies dazu, dass die virtuelle Netzwerkkarte wieder mit einem verteilten Port verbunden wird. Der Distributed Switch betrachtet den Port als neu hinzugefügt und weist ihm den standardmäßigen Uplink-Port zu, also den aktiven Uplink-Adapter.

  9. Legen Sie fest, wie die Uplinks in einem Team im Falle eines Failovers verwendet werden, indem Sie die Liste für die Failover-Reihenfolge konfigurieren.

    Wenn Sie bestimmte Uplinks verwenden und andere für Notfälle, z. B. bei einem Ausfall der verwendeten Uplinks, reservieren möchten, verschieben Sie sie mithilfe der Pfeiltasten in unterschiedliche Gruppen:

    Option

    Beschreibung

    Aktive Adapter

    Dieser Uplink wird weiter verwendet, wenn die Verbindung zum Netzwerkadapter hergestellt und aktiv ist.

    Standby-Adapter

    Dieser Uplink wird verwendet, wenn einer der aktiven physischen Adapter nicht verfügbar ist.

    Nicht verwendete Adapter

    Verwenden Sie diesen Uplink nicht.

  10. Überprüfen Sie die gewählten Einstellungen, und klicken Sie auf Beenden.