Die statusfreie Netzwerkbereitstellung ist ein Ausführungsmodus für ESXi-Hosts ohne lokalen Speicher, in dem früher die Konfiguration oder der Status gespeichert wurde. Die Konfigurationen werden in ein Hostprofil abstrahiert. Dabei handelt es sich um eine Vorlage, die auf eine Klasse von Maschinen angewendet wird. Die statusfreie Konfiguration ermöglicht ein problemloses Austauschen, Entfernen und Hinzufügen von fehlerhafter Hardware. Außerdem wird damit die Skalierung einer Hardwarebereitstellung vereinfacht.

Jeder statusfreie ESXi-Start ist wie ein erster Startvorgang. Der ESXi-Host startet mit Netzwerkkonnektivität zum vCenter Server über den integrierten Standard-Switch. Wenn das Hostprofil eine Distributed Switch-Mitgliedschaft festlegt, fügt der vCenter Server den ESXi-Host den VMware Distributed Switches oder einer Switch-Lösung eines Drittanbieters hinzu.

Bei der Planung der Netzwerkeinrichtung für statusfreie ESXi-Hosts sollten Sie die Konfiguration so allgemein wie möglich halten und hostspezifische Elemente vermeiden. Derzeit sieht das Design keine Hooks vor, um die physischen Switches neu zu konfigurieren, wenn ein neuer Host bereitgestellt wird. Für solche Anforderungen ist eine spezielle Behandlung erforderlich.

Wenn Sie eine statusfreie Bereitstellung einrichten, muss ein ESXi-Host mit der Standardmethode installiert werden. Danach suchen Sie die nachstehenden netzwerkbezogenen Informationen, um sie im Hostprofil zu speichern:

  • vSphere Standard Switch-Instanzen und -Einstellungen (Portgruppen, Uplinks, MTU usw.)

  • Distributed Switch-Instanzen (VMware und Lösungen von Drittanbietern)

  • Auswahlregeln für Uplinks und Uplink-Port oder Portgruppen

  • vNIC-Informationen:

    • Adresseninformationen (IPv4 oder IPv6, statisch oder DHCP, Gateway)

    • Portgruppen und verteilte Portgruppen, die dem physischen Netzwerkadapter (vmknic) zugewiesen sind

    • Wenn Distributed Switches vorhanden sind, notieren Sie das VLAN, die physischen Netzwerkkarten, die an vmknic gebunden sind, und notieren Sie, ob Etherchannel konfiguriert ist.

Die aufgezeichneten Informationen werden als Vorlage für das Hostprofil verwendet Nachdem die Informationen des virtuellen Switches für das Hostprofil extrahiert und in das Hostprofil eingelesen wurden, können Sie jede Information ändern. Die Änderungen können in diesen Abschnitten für Standard-Switches und Distributed Switches durchgeführt werden: Uplink-Auswahlrichtlinie, basierend auf dem vmnic-Namen oder der Gerätenummer, und Auto Discovery basierend auf der VLAN-ID. Die (möglicherweise geänderten) Informationen werden von der statusfreien Start-Infrastruktur gespeichert und beim nächsten Start auf einen statusfreien ESXi-Host angewendet. Während der Netzwerkinitialisierung interpretiert ein allgemeines Netzwerk-Plug-In die aufgezeichneten Hostprofil-Einstellungen und führt Folgendes durch:

  • Es lädt die geeigneten physischen Netzwerkkartentreiber.

  • Es erstellt alle Standard-Switch-Instanzen mit den Portgruppen. Es wählt Uplinks basierend auf einer Richtlinie aus. Wenn die Richtlinie auf der VLAN-ID beruht, ist ein Prüfungsprozess vorhanden, um relevante Informationen zu beziehen.

  • Für VMkernel-Netzwerkadapter, die mit dem Standard-Switch verbunden sind, erstellt es VMkernel-Netzwerkadapter und verbindet sie mit Portgruppen.

  • Für jeden VMkernel-Netzwerkadapter, der mit einem Distributed Switch verbunden ist, erstellt es einen temporären Standard-Switch (wenn erforderlich) mit Uplinks, die an den VMkernel-Netzwerkadapter gebunden sind. Es erstellt eine temporäre Portgruppe mit VLAN und Gruppierungsrichtlinien, die auf aufgezeichneten Informationen basieren. Insbesondere wird IP‐Hash verwendet, wenn Etherchannel im Distributed Switch verwendet wurde.

  • Es konfiguriert alle VMkernel-Netzwerkadaptereinstellungen (Adressenzuweisung, Gateway, MTU, usw.).

Die grundlegende Konnektivität funktioniert und das Netzwerk-Setup ist vollständig, wenn kein Distributed Switch vorhanden ist.

Wenn ein Distributed Switch vorhanden ist, bleibt das System im Wartungsmodus, bis die Distributed Switch-Standardisierung abgeschlossen ist. Zu diesem Zeitpunkt werden keine virtuellen Maschinen gestartet. Da vCenter Server für Distributed Switches erforderlich ist, läuft der Startprozess, bis die vCenter Server-Konnektivität hergestellt ist und vCenter Server erkennt, dass der Host Teil eines Distributed Switch sein soll. Es veranlasst den Beitritt des Hosts zum Distributed Switch, indem es einen Distributed Switch Proxy-Standard-Switch auf dem Host erstellt, wählt die geeigneten Uplinks aus und migriert den vmknic vom Standard-Switch auf den Distributed Switch. Wenn dieser Vorgang abgeschlossen ist, löscht es den temporären Standard-Switch und die Portgruppen.

Am Ende des Standardisierungsprozesses wird der ESXi-Host aus dem Wartungsmodus geholt. HA oder DRS können auf dem Host virtuelle Maschinen starten.

Wenn kein Hostprofil vorhanden ist, wird ein temporärer Standard Switch mit „Standardnetzwerkeinstellungen“-Logik erstellt, der einen Verwaltungsnetzwerk-Switch (mit „no VLAN“-Tag) einrichtet, dessen Uplink der mit PXE startenden vNIC entspricht. Ein vmknic wird für die Verwaltungsnetzwerk-Portgruppe mit derselben MAC-Adresse wie die mit PXE startende vNIC erstellt. Diese Logik wurde früher für den Start mit PXE verwendet. Wenn ein Hostprofil vorhanden, aber das Netzwerk-Hostprofil deaktiviert oder unvollständig ist, nutzt vCenter Server die Standard-Netzwerkverarbeitung, damit der ESXi-Host remote verwaltet werden kann. Damit wird ein Übereinstimmungsfehler ausgelöst, sodass vCenter Server Maßnahmen zur Wiederherstellung einleitet.