Virtuelle Funktionen (VFs) sind leichtgewichtige PCIe-Funktionen, die alle für den Datenaustausch erforderlichen Ressourcen enthalten, aber über einen minimierten Satz an Konfigurationsressourcen verfügen. Die Interaktion zwischen vSphere und VFs ist beschränkt.

  • VFs implementieren die Steuerung der Übertragungsrate nicht in vSphere. Jede VF kann theoretisch die gesamte Bandbreite einer physischen Verbindung nutzen.

  • Wenn ein VF-Gerät als Passthrough-Gerät in einer virtuellen Maschine konfiguriert ist, werden die Standby- und Ruhemodus-Funktionen für die virtuelle Maschine nicht unterstützt.

  • Die maximale Anzahl der VFs, die Sie erstellen können, und die maximale Anzahl der VFs, die Sie für Passthrough verwenden können, sind unterschiedlich. Wie viele virtuelle Funktionen Sie maximal instanziieren können, hängt von der Kapazität der Netzwerkkarte und von der Hardwarekonfiguration des Hosts ab. Dennoch kann aufgrund der begrenzten Anzahl von für Passthrough-Geräte verfügbaren Interrupt-Vektoren nur eine begrenzte Anzahl aller instanziierten VFs auf einem ESXi-Host verwendet werden.

    Jeder ESXi-Host hat insgesamt 256 Interrupt-Vektoren. Wird der Host gestartet, verbrauchen Geräte auf dem Host (z. B. Speichercontroller, physische Netzwerkadapter und USB-Controller) einen Teil der 256-Vektoren. Wenn diese Geräte mehr als 128 Vektoren benötigen, wird die maximale Anzahl der potenziell unterstützten VFs reduziert.

    Beispielsweise kann der Host von den 64 virtuellen Funktionen, die auf einer Intel-Netzwerkkarte instanziiert werden können, maximal 43 für Passthrough (128/3 = 42,6) verwenden, wenn alle 128 Interrupt-Vektoren verfügbar sind.

  • Wenn Intel- und Emulex-Netzwerkkarten mit aktivierten SR-IOV vorhanden sind, hängt die Anzahl verfügbarer virtueller Funktionen für die Intel-Netzwerkkarten davon ab, wie viele virtuelle Funktionen für die Emulex-Netzwerkkarte konfiguriert sind, und umgekehrt. Mit der folgenden Formel können Sie die maximale Anzahl zum Gebrauch verfügbarer virtueller Funktionen einschätzen, wenn alle 128 Interrupt-Vektoren für Passthrough verfügbar sind:

    3X + 2Y < 128

    Dabei gilt: X ist die Anzahl der Intel-VFs und Y ist die Anzahl der Emulex-VFs.

    Die Zahl kann kleiner ausfallen, wenn andere Arten von Geräten auf dem Host mehr als 128 Interrupt-Vektoren von den insgesamt 256 Vektoren des Hosts verwenden.

  • vSphere SR-IOV unterstützt bis zu 43 VFs auf unterstützten Intel-Netzwerkkarten und bis zu 64 VFs auf unterstützten Emulex-Netzwerkkarten.

  • Wenn eine unterstützte Intel-Netzwerkkarte keine Verbindung mehr hat, stellen alle VFs von dieser physischen Netzwerkkarte die Kommunikation vollständig ein, auch zwischen den VFs.

  • Wenn eine unterstützte Emulex-Netzwerkkarte keine Verbindung mehr hat, stellen alle VFs die Kommunikation mit der externen Umgebung ein, die Kommunikation zwischen den VFs bleibt aber aufrecht.

  • VF-Treiber bieten verschiedene Leistungsmerkmale, beispielsweise IPv6-Unterstützung, TSO und LRO-Prüfsumme. Weitere Informationen finden Sie in der technischen Dokumentation des Netzwerkkartenanbieters.