Wenn Sie Virtual SAN verwenden, können Sie Speicheranforderungen für virtuelle Maschinen wie Leistung und Verfügbarkeit in Form einer Richtlinie definieren. Die Richtlinienanforderungen werden dann an die Ebene des Virtual SAN übertragen, wenn eine virtuelle Maschine erstellt wird. Die virtuelle Festplatte wird über den Datenspeicher für Virtual SAN verteilt, um die Anforderungen zu erfüllen.

Wenn Sie Virtual SAN auf einem Host-Cluster aktivieren, wird ein einzelner Datenspeicher für das Virtual SAN erstellt. Außerdem werden beim Aktivieren von Virtual SAN die Virtual SAN-Speicheranbieter konfiguriert und registriert. Virtual SAN-Speicheranbieter sind integrierte Softwarekomponenten, die Datenspeicherfunktionen an vCenter Server übermitteln.

Eine Speicherfunktion wird in der Regel durch ein Schlüssel-Wert-Paar dargestellt, wobei der Schlüssel die spezifische Eigenschaft ist, die vom Datenspeicher angeboten wird, und der Wert eine Metrik oder ein Bereich, den der Datenspeicher für ein bereitgestelltes Objekt, z. B. ein VM-Metadatenobjekt oder eine virtuelle Festplatte, garantiert. Außerdem können Sie Tags verwenden, um benutzerdefinierte Speicherfunktionen zu erstellen, und bei der Definition einer Speicherrichtlinie für eine virtuelle Maschine auf diese verweisen. Informationen zur Verwendung und Anwendung von Tags für Datenspeicher finden Sie unter Grundlegendes zu Speicherfunktionen.

Wenn Sie die Speicheranforderungen Ihrer virtuellen Maschinen kennen, können Sie eine Speicherrichtlinie erstellen, die die vom Datenspeicher angekündigten Funktionen referenziert. Sie können mehrere Richtlinien erstellen, um verschiedene Anforderungstypen bzw. -klassen zu erfassen.

Sie können diese Speicherrichtlinien anwenden, wenn Sie virtuelle Maschinen erstellen oder bearbeiten.

Anmerkung:

Wenn Sie auf eine virtuelle Maschine keine Speicherrichtlinie anwenden, wird eine Standardrichtlinie des Virtual SAN mit einer Anzahl zu tolerierender Fehler und einem Disk Stripe pro Objekt verwendet.

Tabelle 1. Speicherrichtlinienattribute

Funktionalität

Beschreibung

Anzahl der zu tolerierenden Fehler

Definiert die Anzahl von Host-, Festplatten- oder Netzwerkfehlern, die ein Objekt einer virtuellen Maschine tolerieren kann. Für n tolerierte Fehler werden n+1 Kopien des VM-Objekts erstellt und 2n+1 Hosts mit Speicher benötigt.

Der Standardwert ist 1. Der Höchstwert ist 3.

Anmerkung:

Wenn der Host Mitglied eines Virtual SAN-Clusters ist und wenn ein VM-Objekt auf dem Host in seiner Speicherrichtlinie die Einstellung Anzahl der zulässigen Fehler=0 verwendet, kann es auf dem Host beim Eintreten in den Wartungsmodus zu ungewöhnlichen Verzögerungen kommen. Die Verzögerungen treten auf, weil Virtual SAN dieses Objekt vom Host entfernen muss, um den Wartungsvorgang erfolgreich abschließen zu können.

Anzahl der Festplatten-Stripes pro Objekt

Die Anzahl der HDDs, über die das Striping der einzelnen Replikate eines Objekts der virtuellen Maschine erfolgt. Ein höherer Wert als 1 kann zu besserer Leistung führen, bedeutet aber auch eine höhere Beanspruchung der Systemressourcen.

Der Standardwert ist 1. Der Höchstwert ist 12.

Reservierter Objektspeicherplatz

Prozentsatz der logischen Größe des Objekts, der bei der Erstellung der virtuellen Maschine reserviert oder Thick-bereitgestellt werden sollte. Der Rest des Speicherobjekts wird Thin-bereitgestellt. Dieser Wert gilt nur, wenn Sie Thin Provisioning für eine virtuelle Festplatte ausgewählt haben. Wenn Ihre Festplatte Thick-bereitgestellt ist, werden 100 % automatisch reserviert.

Der Standardwert ist 0%. Der Höchstwert ist 100%.

Flash-Lesecache-Reservierung

Die als Lesecache reservierte SSD-Kapazität für das VM-Objekt. Wird als Prozentsatz der logischen Größe des Objekts angegeben. Die Option sollte nur zur Behebung von Leseleistungsfehlern verwendet werden. Reservierte Flash-Kapazität kann nicht von anderen Objekten verwendet werden. Unreservierter Flash wird gleichmäßig unter allen Objekten verteilt.

Der Standardwert ist 0%. Der Höchstwert ist 100%.

Anmerkung:

Standardmäßig weist das Virtual SAN den Speicherobjekten den Lesecache dynamisch nach Bedarf zu. Dies ist die flexibelste und optimalste Ressourcennutzung. Daher braucht der Standardwert 0 für diesen Parameter in der Regel nicht geändert zu werden.

Gehen Sie beim Erhöhen des Werts zum Lösen eines Leistungsproblems vorsichtig vor. Wenn auf mehreren virtuellen Maschinen zu viel Cache reserviert wird, kann SSD-Speicherplatz für zu viele Reservierungen verschwendet werden, der dann nicht verfügbar ist, wenn Arbeitslasten den Speicherplatz benötigen. Das kann zu Leistungsabfällen führen.

Bereitstellung erzwingen

Wenn die Option auf Ja festgelegt ist, wird das Objekt bereitgestellt, auch wenn die in der Speicherrichtlinie angegebene Richtlinie vom Datenspeicher nicht erfüllt werden kann. Verwenden Sie diesen Parameter in Bootstrapping-Szenarien und bei Ausfällen, wenn keine Standardbereitstellung mehr möglich ist.

Der Standardwert Nein ist für die meisten Produktionsumgebungen akzeptabel. Das Virtual SAN versucht, eine virtuelle Maschine bereitzustellen, auch wenn nicht alle Anforderungen erfüllt werden können.