Eine Raw-Gerätezuordnung bietet mehrere Vorteile, sollte aber nicht ständig verwendet werden. In der Regel sind virtuelle Festplattendateien aufgrund ihrer Verwaltungsfreundlichkeit Raw-Gerätezuordnungen vorzuziehen. Wenn Sie jedoch Raw-Geräte benötigen, müssen Sie die Raw-Gerätezuordnung verwenden.

RDM bietet verschiedene Vorteile:

Benutzerfreundliche, dauerhafte Namen

Die Raw-Gerätezuordnung ermöglicht benutzerfreundliche Namen für zugeordnete Geräte. Wenn Sie eine Raw-Gerätezuordnung verwenden, müssen Sie nicht auf das Gerät über den Gerätenamen verweisen. Sie verwenden stattdessen den Namen der Zuordnungsdatei, zum Beispiel:

/vmfs/volumes/myVolume/myVMDirectory/myRawDisk.vmdk

Dynamische Namensauflösung

Die Raw-Gerätezuordnung speichert eindeutige Identifikationsdaten für jedes zugeordnete Gerät. VMFS ordnet jede RDM unabhängig von Änderungen der physischen Konfiguration des Servers aufgrund von Änderungen an der Adapterhardware, Verzeichniswechseln, Geräteverschiebungen usw. dem aktuellen SCSI-Gerät zu.

Verteilte Dateisperrung

Die Raw-Gerätezuordnung ermöglicht die Verwendung einer verteilten VMFS-Sperrung für Raw-SCSI-Geräte. Die verteilte Sperrung für eine Raw-Gerätezuordnung ermöglicht die Verwendung einer freigegebenen Raw-LUN ohne Datenverlustrisiko, wenn zwei virtuelle Maschinen auf verschiedenen Servern versuchen, auf die gleiche LUN zuzugreifen.

Dateizugriffsberechtigungen

Die Raw-Gerätezuordnung ermöglicht Dateizugriffsberechtigungen. Die Berechtigungen für die Zuordnungsdatei werden beim Öffnen der Datei erzwungen, um das zugeordnete Volume zu schützen.

Dateisystemfunktionen

Die Raw-Gerätezuordnung ermöglicht bei der Arbeit mit einem zugeordneten Volume die Verwendung von Dienstprogrammen des Dateisystems, wobei die Zuordnungsdatei als Stellvertreter verwendet wird. Die meisten Vorgänge, die auf eine normale Datei angewendet werden können, können auf die Zuordnungsdatei angewendet werden und werden dann auf das zugeordnete Gerät umgeleitet.

Snapshots

Die Raw-Gerätezuordnung ermöglicht die Verwendung von Snapshots virtueller Maschinen auf einem zugeordneten Volume. Snapshots stehen nicht zur Verfügung, wenn die Raw-Gerätezuordnung im Modus „Physische Kompatibilität“ verwendet wird.

vMotion

Mithilfe der Raw-Gerätezuordnung können Sie eine virtuelle Maschine mit vMotion migrieren. Die Zuordnungsdatei fungiert als Stellvertreter, sodass vCenter Server die virtuelle Maschine mit dem gleichen Mechanismus migrieren kann, der für die Migration virtueller Festplattendateien verwendet wird.

Abbildung 1. vMotion einer virtuellen Maschine über eine Raw-Gerätezuordnung
Verlagern einer virtuellen Maschine unter Verwendung von vMotion mithilfe einer RDM-Datei. Die Zuordnungsdatei fungiert als Stellvertreter, sodass vCenter Server die virtuelle Maschine mit dem gleichen Mechanismus migrieren kann, der für die Migration virtueller Festplattendateien verwendet wird.

SAN-Management-Agenten

Die Raw-Gerätezuordnung ermöglicht die Ausführung bestimmter SAN-Management-Agenten innerhalb einer virtuellen Maschine. Außerdem kann jede Software, die Zugriff auf ein Gerät über hardwarespezifische SCSI-Befehle benötigt, in einer virtuellen Maschine ausgeführt werden. Diese Art der Software wird auch SCSI-Ziel-basierte Software genannt. Wenn Sie SAN-Verwaltungs-Agenten verwenden, müssen Sie den physischen Kompatibilitätsmodus für die Raw-Gerätezuordnung auswählen.

N-Port-ID-Virtualisierung (NPIV)

Ermöglicht den Einsatz der NPIV-Technologie, die es einem einzelnen Fibre-Channel-HBA-Port ermöglicht, sich mit dem Fibre-Channel-Fabric anhand mehrerer WWPNs (Worldwide Port Names) zu registrieren. Dadurch kann der HBA-Port in Form mehrerer virtueller Ports angezeigt werden, die alle über eine eigene ID und einen eigenen virtuellen Portnamen verfügen. Virtuelle Maschinen können anschließend jeden dieser virtuellen Ports beanspruchen und für den gesamten zur Raw-Gerätezuordnung gehörenden Datenverkehr nutzen.

Anmerkung:

Sie können NPIV nur für virtuelle Maschinen mit RDM-Festplatten verwenden.

VMware kooperiert mit Anbietern von Speicherverwaltungssoftware, damit deren Software in Umgebungen wie ESXi ordnungsgemäß funktioniert. Beispiele sind:

  • SAN-Verwaltungssoftware

  • Software zur Verwaltung von Speicherressourcen

  • Snapshot-Software

  • Replikationssoftware

Diese Software verwendet für Raw-Gerätezuordnungen den Modus „Physische Kompatibilität“, damit sie direkt auf SCSI-Geräte zugreifen kann.

Verschiedene Verwaltungsprodukte werden am besten zentral (nicht auf der ESXi-Maschine) ausgeführt, während andere problemlos in den virtuellen Maschinen funktionieren. VMware zertifiziert diese Anwendungen nicht und stellt auch keine Kompatibilitätsmatrix zur Verfügung. Wenn Sie wissen möchten, ob eine SAN-Verwaltungsanwendung in einer ESXi-Umgebung unterstützt wird, wenden Sie sich an den Anbieter der SAN-Verwaltungssoftware.