Die Migration mit vMotion setzt ordnungsgemäß konfigurierte Netzwerkschnittstellen auf den Quell- und Zielhosts voraus.

Konfigurieren Sie jeden Host mit mindestens einer Netzwerkschnittstelle für vMotion-Datenverkehr. Um eine sichere Datenübertragung zu gewährleisten, muss das vMotion-Netzwerk ein sicheres Netzwerk sein, das nur für vertrauenswürdige Parteien zugänglich ist. Durch zusätzliche Bandbreite wird die vMotion-Leistung erheblich verbessert. Achtung: Wenn Sie eine virtuelle Maschine mit vMotion migrieren, ohne gemeinsam genutzten Speicher zu verwenden, wird der Inhalt der virtuellen Festplatte ebenfalls über das Netzwerk übertragen.

Anmerkung:

vMotion-Netzwerkdatenverkehr ist nicht verschlüsselt. Sie sollten sichere private Netzwerke nur für die Verwendung durch vMotion bereitstellen.

Anforderungen für gleichzeitige vMotion-Migrationen

Sie müssen sicherstellen, dass das vMotion-Netzwerk über eine dedizierte Bandbreite von mindestens 250 Mbit/s pro gleichzeitiger vMotion-Sitzung verfügt. Eine größere Bandbreite ermöglicht eine schnellere Fertigstellung von Migrationen. Durchsatzgewinne durch WAN-Optimierungstechniken werden nicht auf das 250 Mbit/s-Limit angerechnet.

Um die maximale Anzahl von gleichzeitig möglichen vMotion-Vorgängen festzulegen, halten Sie sich an die Informationen über die Höchstzahl gleichzeitiger Migrationen unter Grenzwerte bei gleichzeitig ausgeführten Migrationen im vSphere Web Client. Diese Höchstzahl ändert sich mit der Verbindungsgeschwindigkeit eines Hosts mit dem vMotion-Netzwerk.

Metro vMotion

Einige Konfigurationen beinhalten Metro vMotion, eine Funktion, die verlässliche Migrationen zwischen Hosts ermöglicht, die durch eine hohe Round-Trip-Netzwerklatenzzeit voneinander getrennt sind. Metro vMotion wird bei der Installation der jeweiligen Lizenz aktiviert. Eine Konfiguration durch den Benutzer ist nicht erforderlich.

Multiple-NIC vMotion

Sie können mehrere Netzwerkkarten für vMotion konfigurieren, indem Sie zwei oder mehr Netzwerkkarten dem erforderlichen Standard-Switch oder Distributed Switch hinzufügen. Einzelheiten dazu finden Sie im VMware-Knowledgebase-Artikel unter http://kb.vmware.com/kb/2007467.

Netzwerkkonfiguration

Konfigurieren Sie die virtuellen Netzwerke auf vMotion-fähigen Hosts wie folgt:

  • Konfigurieren Sie auf jedem Host eine VMkernel-Portgruppe für vMotion.

  • Stellen Sie sicher, dass die virtuellen Maschinen auf Quell- und Zielhosts auf dieselben Subnetze zugreifen können.

  • Wenn Sie Standard-Switches im Netzwerk verwenden, stellen Sie sicher, dass die Netzwerkbezeichnungen für Portgruppen virtueller Maschinen auf allen Hosts konsistent sind. Während einer Migration mit vMotion weist vCenter Server virtuelle Maschinen basierend auf übereinstimmenden Netzwerkbezeichnungen Portgruppen zu.

    Anmerkung:

    Standardmäßig können Sie vMotion nicht verwenden, um eine virtuelle Maschine, die einem Standard-Switch ohne konfigurierte physische Uplinks zugeordnet ist, zu migrieren, selbst wenn der Zielhost ebenfalls einen Standard-Switch ohne Uplink mit der gleichen Beschriftung enthält.

    Um dieses Standardverhalten außer Kraft zu setzen, stellen Sie die erweiterte Einstellung config.migrate.test.CompatibleNetworks.VMOnVirtualIntranet von vCenter Server auf false ein. Die Änderung wird sofort wirksam. Einzelheiten zu dieser Einstellung finden Sie im VMware-Knowledgebase-Artikel unter http://kb.vmware.com/kb/1003832. Informationen zur Konfiguration von erweiterten Einstellungen für vCenter Server finden Sie unter Konfigurieren von erweiterten Einstellungen im vSphere Web Client.

  • Wenn Sie vSphere Distributed Switches im Netzwerk verwenden, stellen Sie sicher, dass die Quell- und Zielhosts Mitglieder aller vSphere Distributed Switches sind, die virtuelle Maschinen im Netzwerk verwenden.

Best Practices für vMotion-Netzwerke

Best Practices für die Netzwerkkonfiguration:

  • Geben Sie die erforderliche Bandbreite auf eine der folgenden Weisen an:

    • Reservieren Sie mindestens einen GigE-Adapter für vMotion.

      Verwenden Sie mindestens einen 10 GigE-Adapter, wenn Sie Arbeitslasten mit vielen Speichervorgängen migrieren.

      Wenn lediglich zwei Ethernet-Adapter verfügbar sind, gelten folgende Empfehlungen:

      • Reservieren Sie zur Optimierung der Sicherheit den GigE-Adapter für vMotion, und verwenden Sie VLANs, um den Datenverkehr der virtuellen Maschine und den Verwaltungsdatenverkehr auf den anderen Adapter umzuleiten.

      • Bündeln Sie zur Optimierung der Verfügbarkeit die beiden Adapter und verwenden Sie VLANs, um den Datenverkehr auf mehrere Netzwerke aufzuteilen: einen oder mehrere für den Datenverkehr virtueller Maschinen und einen für vMotion.

    • Alternativ können Sie vMotion-Datenverkehr direkt an eine oder mehrere physische Netzwerkkarten leiten, die auch für andere Datenverkehrstypen genutzt werden.

      • Verwenden Sie Multiple-NIC vMotion zur Verteilung und Zuordnung von mehr Bandbreite zum vMotion-Datenverkehr über mehrere physische Netzwerkkarten hinweg.

      • Verwenden Sie auf vSphere Distributed Switch 5.1 und höher Network I/O Control-Freigaben, um die Bandbreite für ausgehenden vMotion-Datenverkehr zu gewährleisten. Durch die Definition von Freigaben werden auch Konflikte infolge von zu hohem vMotion- oder anderem Datenverkehrsaufkommen vermieden.

      • Verwenden Sie Traffic-Shaping in Ausgangsrichtung für die vMotion-Portgruppe am Zielhost, um die Auslastung des physischen Netzwerkkartenlinks infolge von starkem eingehenden vMotion-Datenverkehr zu vermeiden. Mit Traffic-Shaping können Sie die durchschnittliche und maximale Bandbreite begrenzen, die für vMotion-Datenverkehr verfügbar ist, und Ressourcen für andere Datenverkehrstypen reservieren.

  • Stellen Sie mindestens eine zusätzliche physische Netzwerkkarte als Failover-Netzwerkkarte bereit.

  • Verwenden Sie für eine optimale vMotion-Leistung Jumbo-Frames.

    Stellen Sie sicher, dass Jumbo-Frames für alle Netzwerkgeräte im vMotion-Pfad aktiviert sind, einschließlich der physischen Netzwerkkarten, physischen Switches und virtuellen Switches.