Um optimale Fault Tolerance-Ergebnisse erzielen zu können, sollten Sie bestimmte empfohlene Vorgehensweisen einhalten.

Mit den folgenden Empfehlungen für die Host- und Netzwerkkonfiguration lassen sich die Stabilität und Leistung Ihres Clusters verbessern.

Hostkonfiguration

Hosts, auf denen die primären und sekundären virtuellen Maschinen ausgeführt werden, sollten mit annähernd denselben Prozessorfrequenzen arbeiten, anderenfalls könnte es sein, dass die sekundären virtuellen Maschinen häufiger neu gestartet werden. Plattform-Energieverwaltungsfunktionen, die sich nicht abhängig von der Arbeitslast anpassen (z. B. die Energiebeschränkung und erzwungene Niedrigfrequenzmodi zum Einsparen von Energie), können große Abweichungen der Prozessorfrequenzen verursachen. Falls sekundäre virtuelle Maschinen regelmäßig neu gestartet werden, deaktivieren Sie alle Energieverwaltungsmodi auf den Hosts, die fehlertolerante virtuelle Maschinen ausführen, oder stellen Sie sicher, dass alle Hosts im selben Energieverwaltungsmodus laufen.

Hostnetzwerkkonfiguration

Anhand der folgenden Richtlinien können Sie das Netzwerk Ihres Hosts konfigurieren, um Fault Tolerance mit verschiedenen Kombinationen von Datenverkehrstypen (z. B. NFS) und mehreren physischen Netzwerkkarten zu unterstützen.

  • Verteilen Sie jede Netzwerkkartengruppe über zwei physische Switches, um die L2-Domänenkontinuität für jedes VLAN zwischen den zwei physischen Switches zu gewährleisten.

  • Verwenden Sie deterministische Gruppierungsrichtlinien, um sicherzugehen, dass bestimmte Datenverkehrstypen eine Affinität mit einer bestimmten Netzwerkkarte (Aktiv/Standby) bzw. mit mehreren Netzwerkkarten (z. B. ID des virtuellen Quell-Ports) haben.

  • Paaren Sie Datenverkehrstypen dort, wo Aktiv/Standby-Richtlinien verwendet werden, um in einer Failoversituation die Auswirkungen zu minimieren, wenn beide Datenverkehrtypen eine vmnic teilen.

  • Konfigurieren Sie dort, wo Aktiv/Standby-Richtlinien verwendet werden, alle aktiven Adapter eines bestimmten Datenverkehrstyps (z. B. Fault Tolerance-Protokollierung) für denselben physischen Switch. Dies minimiert die Anzahl der Netzwerk-Hops und reduziert die Chancen, dass die Switch-zu-Switch-Links überbucht werden.

Anmerkung:

Der Datenverkehr für die Fault Toleranceprotokollierung zwischen den primären und sekundären virtuelle Maschinen erfolgt unverschlüsselt und enthält Gastnetzwerk- und Storage I/O-Daten sowie die Speicherinhalte des Gastbetriebssystems. Dieser Datenverkehr kann vertrauliche Daten enthalten, wie z. B. Kennwörter im Klartext. Um zu verhindern, dass solche Daten preisgegeben werden, stellen Sie sicher, dass dieses Netzwerk gesichert ist, insbesondere gegen sogenante „Man-in-the-middle“-Angriffe. Verwenden Sie z. B. ein privates Netzwerk für den Datenverkehr für die Fault Toleranceprotokollierung.

Homogene Cluster

vSphere Fault Tolerance kann in Clustern mit uneinheitlichen Hosts arbeiten, am besten funktioniert sie jedoch in Clustern mit kompatiblen Knoten. Wenn Sie Ihren Cluster erstellen, sollten alle Hosts über folgende Konfiguration verfügen:

  • Gemeinsamen Zugriff auf Datenspeicher, die von den virtuellen Maschinen verwendet werden.

  • Dieselbe Netzwerkkonfiguration für virtuelle Maschinen.

  • Die gleichen BIOS-Einstellungen (Energieverwaltung und Hyper-Threading) für alle Hosts.

Führen Sie Übereinstimmung prüfen aus, um Inkompatibilitäten zu identifizieren und zu beheben.

Leistung

Verwenden Sie zur Erhöhung der für den Protokollierungsdatenverkehr zwischen primären und sekundären virtuellen Maschinen verfügbaren Bandbreite eine 10 Gbit-Netzwerkkarte und aktivieren Sie die Verwendung von Jumbo-Frames.

Speichern von ISOs auf gemeinsam genutztem Speicher für einen unterbrechungsfreien Zugriff

Speicher Sie ISOs, auf die durch virtuelle Maschinen mit aktivierter Fault Tolerance zugegriffen wird, auf gemeinsam genutztem Speicher, auf den beide Instanzen der fehlertoleranten virtuellen Maschine zugreifen können. Wenn Sie diese Konfiguration verwenden, setzt die CD-ROM in der virtuellen Maschine auch bei einem Failover den normalen Betrieb fort.

Für virtuelle Maschinen mit aktivierter Fault Tolerance können Sie ISO-Images verwenden, auf die nur die primäre virtuelle Maschine zugreifen kann. In diesem Fall kann die primäre virtuelle Maschine auf den ISO zugreifen, bei einem Failover meldet die CD-ROM jedoch Fehler, als ob kein Medium vorhanden wäre. Diese Situation kann akzeptabel sein, wenn die CD-ROM für einen vorübergehenden, unkritischen Vorgang, z. B. einen Patch, verwendet wird.

Vermeiden von Netzwerkpartitionen

Eine Netzwerkpartition tritt ein, wenn bei einem vSphere HA-Cluster ein Fehler des Verwaltungsnetzwerks auftritt, der zur Folge hat, dass einige der Hosts von vCenter Server sowie voneinander isoliert werden. Siehe Netzwerkpartitionen. Wenn eine Partition eintritt, wird der Schutz durch Fault Tolerance möglicherweise herabgestuft.

In einem partitionierten vSphere HA-Cluster, bei dem Fault Tolerance verwendet wird, kann es vorkommen, dass die primäre virtuelle Maschine (oder ihre sekundäre virtuelle Maschine) in einer Partition landet, die von einem Master-Host verwaltet wird, der für die virtuelle Maschine nicht verantwortlich ist. Wenn ein Failover benötigt wird, wird eine sekundäre virtuelle Maschine nur dann neu gestartet, wenn sich die primäre virtuelle Maschine in einer Partition befunden hat, die von dem Master-Host verwaltet wird, der für die virtuelle Maschine verantwortlich ist.

Um die Chancen zu verringern, dass bei Ihrem Verwaltungsnetzwerk einen Fehler auftritt, der zu einer Netzwerkpartition führt, befolgen Sie die Empfehlungen in Best Practices für Netzwerke.

Verwenden von Virtual SAN-Datenspeichern

vSphere Fault Tolerance kann Virtual SAN-Datenspeicher verwenden, aber Sie müssen folgende Einschränkungen beachten:

  • Ein Mix aus Virtual SAN und anderen Typen von Datenspeichern wird sowohl für primäre VMs als auch für sekundäre VMs nicht unterstützt.

  • Virtual SAN-Metro-Cluster werden mit FT nicht unterstützt.

Um die Leistung und Zuverlässigkeit bei der Verwendung von FT mit Virtual SAN zu erhöhen, werden auch folgende Bedingungen empfohlen.

  • Virtual SAN und FT sollten getrennte Netzwerke verwenden.

  • Verwalten Sie primäre und sekundäre VMs in getrennten Virtual SAN Fault Domains.