NPIV bietet die Möglichkeit, dass ein einziger FC-HBA-Port mehrere eindeutige WWNs mit dem Fabric registriert, von denen jeder einer einzelnen virtuellen Maschine zugewiesen werden kann.

SAN-Objekte wie Switches, HBAs, Speichergeräte oder virtuelle Maschinen können WWN-Bezeichnern (World Wide Name) zugewiesen werden. WWNs dienen als eindeutige Bezeichner solcher Objekte im Fibre-Channel-Fabric. Verfügen virtuelle Maschinen über WWN-Zuweisungen, verwenden sie diese für den gesamten RDM-Verkehr, sodass die damit verknüpften LUNs von RDMs auf der virtuellen Maschine für die entsprechenden WWNs nicht maskiert sein dürfen. Sind für virtuelle Maschinen keine WWN-Zuweisungen vorhanden, erfolgt der Zugriff auf Speicher-LUNs über die WWNs der physischen HBAs des Hosts. Durch die Verwendung von NPIV kann ein SAN-Administrator jedoch den Speicherzugriff für jede virtuelle Maschinen überwachen und weiterleiten. Die entsprechende Funktionsweise wird im folgenden Abschnitt beschrieben.

Wenn einer virtuellen Maschine ein WWN zugewiesen ist, wird die Konfigurationsdatei der virtuellen Maschine (.vmx) aktualisiert, sodass sie ein WWN-Paar (bestehend aus World Wide Port Name (WWPN) und World Wide Node Name (WWNN)) enthält. Da diese virtuelle Maschine eingeschaltet ist, instanziiert der VMkernel einen virtuellen Port (VPORT) auf dem physischen HBA, der für den Zugriff auf die LUN verwendet wird. Beim VPORT handelt es sich um einen virtuellen HBA, der dem FC-Fabric als physischer HBA angezeigt wird. Demnach verfügt er über einen eigenen eindeutigen Bezeichner – dem WWN-Paar, das der virtuellen Maschine zugewiesen wurde. Für die virtuelle Maschine ist jeder VPORT spezifisch. Sobald die virtuelle Maschine ausgeschaltet ist, wird der VPORT auf dem Host gelöscht und dem FC-Fabric nicht mehr angezeigt. Wenn eine virtuelle Maschine von einem Host zu einem anderen migriert wird, wird der VPORT auf dem ersten Host geschlossen und auf dem Zielhost geöffnet.

Wenn NPIV aktiviert ist, werden zur Erstellungszeit WWN-Paare (WWPN & WWNN) für jede virtuelle Maschine angegeben. Wenn eine virtuelle Maschine, die NPIV verwendet, eingeschaltet wird, verwendet sie jede dieser WWN-Paare nacheinander, um einen Zugriffspfad auf den Speicher zu ermitteln. Die Anzahl an instanziierten VPORTs entspricht der Anzahl an im Host vorhandenen physischen HBAs. Auf jedem physischen HBA, zu dem ein physischer Pfad gefunden wird, wird ein VPORT erstellt. Jeder physische Pfad wird verwendet, um den virtuellen Pfad zu ermitteln, der für den Zugriff auf die LUN verwendet werden soll. Beachten Sie, dass in diesem Ermittlungsprozess HBAs, die NPIV nicht erkennen, übersprungen werden, weil darauf keine VPORTs instanziiert werden können.