ESXi unterstützt NFS-Protokolle der Versionen 3 und 4.1. Um beide Versionen unterstützen zu können, verwendet ESXi zwei unterschiedliche NFS-Clients.

NFS-Protokoll Version 3

vSphere unterstützt NFS Version 3 in TCP. Bei Verwendung dieser Version sollten Sie Folgendes beachten:

  • Der Speicherdatenverkehr wird bei NFS Version 3 in einem unverschlüsselten Format über das LAN übertragen. Aufgrund dieser Einschränkungen bei der Sicherheit sollten Sie die NFS-Speicherung ausschließlich in vertrauenswürdigen Netzwerken einsetzen und den Datenverkehr in getrennten physischen Switches isolieren. Sie können auch ein privates VLAN verwenden.

  • NFS 3 nutzt für die E/A nur eine TCP-Verbindung. Aus diesem Grund unterstützt ESXi die E/A für den NFS-Server auf nur einer IP-Adresse oder einem Hostnamen und bietet keine Unterstützung für mehrere Pfade. Je nach Ihrer Netzwerkinfrastruktur und -konfiguration können Sie mithilfe von Netzwerk-Stacks mehrere Verbindungen mit den Speicherzielen konfigurieren. Dazu müssen Sie mehrere Datenspeicher betreiben, von denen jeder eine eigene Netzwerkverbindung zwischen Host und Speicher verwendet.

  • Bei NFS 3 bietet ESXi keine Unterstützung für delegierte Benutzer, über die der Zugriff auf NFS-Volumes mit Nicht-Root-Anmeldedaten möglich wäre. Stellen Sie sicher, dass alle Hosts Root-Zugriff auf das Volume besitzen.

  • NFS 3 unterstützt die Hardwarebeschleunigung, über die der Host mit NAS-Geräten integriert werden und mehrere vom NAS-Speicher bereitgestellte Hardwarevorgänge nutzen kann. Weitere Informationen finden Sie unter Hardwarebeschleunigung auf NAS-Geräten.

  • Wenn die Hardwarebeschleunigung unterstützt wird, können Sie virtuelle Festplatten mit Thick Provisioning auf NFS-3-Datenspeichern erstellen.

  • Die NFS-3-Sperrung in ESXi verwendet nicht das Protokoll Network Lock Manager (NLM). Stattdessen liefert VMware ein eigenes Sperrprotokoll. NFS-3-Sperrungen werden durch Sperrdateien auf dem NFS-Server erzielt. Diese tragen den Namen .lck-file_id..

NFS-Protokoll Version 4.1

Bei Verwendung von NFS 4.1 sollten Sie Folgendes beachten:

  • NFS 4.1 unterstützt mehrere Pfade für Server mit unterstütztem Session Trunking. Wenn Trunking verfügbar ist, können Sie über mehrere IP-Adressen auf dasselbe NFS-Volume zugreifen. Client-ID-Trunking wird nicht unterstützt.

  • NFS 4.1 bietet keine Unterstützung für Hardwarebeschleunigung. Diese Einschränkung lässt die Erstellung von virtuellen Festplatten mit Thick Provisioning in NFS-4.1-Datenspeichern nicht zu.

  • NFS 4.1 unterstützt das Authentifizierungsprotokoll Kerberos zur sicheren Kommunikation mit dem NFS-Server. Weitere Informationen finden Sie unter Verwenden von Kerberos-Anmeldedaten für NFS 4.1.

  • NFS 4.1 verwendet Freigabereservierungen als Sperrmechanismus.

  • NFS 4.1 unterstützt die integrierte Dateisperrung.

  • NFS 4.1 unterstützt den Dateizugriff durch Nicht-Root-Benutzer über Kerberos.

  • NFS 4.1 unterstützt herkömmliches Mounten ohne Kerberos. Halten Sie sich dabei an die empfohlenen Richtlinien zu Sicherheit und Rootzugriff für NFS Version 3.

  • Gleichzeitiges Mounten mit AUTH_SYS und Kerberos wird nicht unterstützt.

  • NFS 4.1 mit Kerberos bietet keine Unterstützung für IPv6. NFS 4.1 mit AUTH_SYS unterstützt IPv4 und IPv6.

NFS-Protokolle und vSphere-Lösungen

vSphere-Funktionen

NFS Version 3

NFS Version 4.1

vMotion und Storage vMotion

Ja

Ja

High Availability (HA)

Ja

Ja

Fault Tolerance (FT)

Ja

Ja

Distributed Resource Scheduler (DRS)

Ja

Ja

Hostprofile

Ja

Ja

Storage DRS

Ja

Nein

Storage I/O Control

Ja

Nein

Site Recovery Manager

Ja

Nein

Virtuelle Volumes

Ja

Nein

NFS-Versionsupgrades

vSphere bietet keine Unterstützung für automatische Datenspeicherkonvertierungen aus NFS Version 3 auf Version 4.1. Wenn Sie Ihren Datenspeicher aus NFS 3 aktualisieren möchten, haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Sie können einen neuen NFS-4.1-Datenspeicher erstellen und mit Storage vMotion anschließend die virtuellen Maschinen aus dem alten in den neuen Datenspeicher migrieren.

  • Verwenden Sie die von Ihrem NFS-Speicheranbieter vorgesehenen Konvertierungsmethoden. Weitere Informationen erhalten Sie von Ihrem Speicheranbieter.

  • Unmounten Sie aus der einen Version und mounten Sie in der anderen.

    ACHTUNG:

    Wenn Sie so vorgehen, achten Sie darauf, dass Sie den Datenspeicher von allen Hosts unmounten, die Zugriff auf den Datenspeicher haben. Ein Datenspeicher kann niemals mit zwei Protokollen gleichzeitig gemountet werden.