Die CPU-Kompatibilitätsprüfungen von vCenter Server vergleichen die CPU-Funktionen, die auf dem Quellhost zur Verfügung stehen, die Teilmenge der Funktionen, auf die die virtuelle Maschine zugreifen kann, und die verfügbaren Funktionen auf dem Zielhost. Ohne EVC blockiert jede Nichtübereinstimmung der Benutzerfunktionen der beiden Hosts die Migration, unabhängig davon, ob die virtuelle Maschine auf diese Funktionen selbst zugreifen kann. Eine Nichtübereinstimmung zwischen den Funktionen auf Kernelebene zweier Hosts blockiert die Migration allerdings nur dann, wenn die virtuelle Maschine Zugriff auf eine Funktion hat, über die der Zielhost nicht verfügt.

Funktionen auf Benutzerebene sind nicht privilegierte Befehle, die möglicherweise von VM-Anwendungen verwendet werden. Dazu gehören SSE3, SSSE3, SSE4.1, SSE4.2 und AES. Da es sich um Anweisungen auf Benutzerebene handelt, die die Virtualisierungsebene umgehen, können diese Anweisungen für instabile Anwendungen sorgen, wenn sie nach einer Migration mit vMotion nicht übereinstimmen.

Funktionen auf Kernelebene sind privilegierte Befehle, die möglicherweise vom VM-Betriebssystem verwendet werden. Dazu gehören die AMD No eXecute (NX)- und die Intel eXecute Disable (XD)-Sicherheitsfunktionen.

Beim Versuch, eine virtuelle Maschine mit vMotion zu migrieren, liegt eins der folgenden Szenarien vor:

  • Die Funktionen des Zielhosts stimmen mit den CPU-Funktionen der virtuellen Maschine überein. Die CPU-Kompatibilitätsanforderungen sind erfüllt, und die Migration mit vMotion wird fortgesetzt.

  • Die CPU-Funktionen der virtuellen Maschine umfassen Funktionen, die der Zielhost nicht unterstützt. Die CPU-Kompatibilitätsanforderungen sind nicht erfüllt, und die Migration mit vMotion kann nicht fortgesetzt werden.

    Anmerkung:

    EVC bewältigt eine solche Inkompatibilität durch das Bereitstellen eines „Baseline“-Funktionssatzes für alle virtuellen Maschinen in einem Cluster, der die Unterschiede zwischen den CPUs der geclusterten Hosts vor den virtuellen Maschinen verbirgt.

  • Der Zielhost unterstützt die Funktionen der virtuellen Maschine sowie zusätzliche Funktionen auf Benutzerebene (wie SSE4.1), welche die Funktionen der virtuellen Maschine nicht bieten. Die CPU-Kompatibilitätsanforderungen sind nicht erfüllt, und die Migration mit vMotion kann nicht fortgesetzt werden.

    Anmerkung:

    Diese Art der Inkompatibilität wird für Migrationen zwischen Hosts in EVC-Clustern ignoriert.

  • Der Zielhost unterstützt die Funktionen der virtuellen Maschine sowie zusätzliche Funktionen auf Kernelebene (wie Nx oder XD), welche die Funktionen der virtuellen Maschine nicht bieten. Die CPU-Kompatibilitätsanforderungen sind erfüllt, und die Migration mit vMotion wird fortgesetzt. Die virtuelle Maschine behält ihre CPU-Funktionen bei, solange sie eingeschaltet ist. Dadurch kann sie problemlos erneut auf den ursprünglichen Host migriert werden. Beim Neustart der virtuellen Maschine übernimmt diese jedoch die neuen Funktionen des neuen Hosts. Dies kann beim Versuch, die virtuelle Maschine erneut auf den ursprünglichen Host zu migrieren, zu einer Inkompatibilität mit vMotion führen.