Alle drei Sites in einem Stretched Cluster kommunizieren über das Verwaltungsnetzwerk und das Virtual SAN-Netzwerk. Die VMs in beiden Daten-Sites kommunizieren über ein gemeinsames Netzwerk aus virtuellen Maschinen.

Ein Virtual SAN Stretched Cluster muss bestimmte grundlegende Netzwerkanforderungen erfüllen.

  • Das Verwaltungsnetzwerk erfordert eine Vernetzung über alle drei Sites unter Verwendung eines Layer-2-Stretched-Netzwerks oder eines Layer-3-Netzwerks.

  • Das Virtual SAN-Netzwerk erfordert die Vernetzung über alle drei Sites hinweg. Es wird empfohlen, ein Layer-2-Stretched-Netzwerk zwischen den beiden Daten-Sites und ein Layer-3-Netzwerk zwischen den Daten-Sites und dem Zeugenhost zu verwenden.

  • Das VM-Netzwerk erfordert eine Vernetzung zwischen den Daten-Sites, aber nicht zum Zeugenhost. Es wird empfohlen, ein Layer-2-Stretched-Netzwerk zwischen den Daten-Sites zu verwenden. Bei einem Ausfall benötigen die VMs keine neue IP-Adresse, um auf der Remote-Site zu funktionieren.

  • Das vMotion-Netzwerk benötigt eine Vernetzung zwischen den Daten-Sites, aber nicht zum Zeugenhost. VMware unterstützt die Verwendung eines Layer-2-Stretched- oder eines Layer-3-Netzwerks zwischen den Daten-Sites.

Verwendung von statischen Routen auf ESXi-Hosts

Wenn Sie ein einzelnes Standard-Gateway auf ESXi-Hosts verwenden, beachten Sie, dass jeder ESXi-Host einen Standard-TCP/IP-Stack enthält, der ein einzelnes Standard-Gateway hat. Die Standardroute ist für gewöhnlich mit dem TCP/IP-Stack des Verwaltungsnetzwerks verknüpft.

Das Verwaltungsnetzwerk und das Virtual SAN-Netzwerk sind möglicherweise voneinander isoliert. Beispielsweise verwendet das Verwaltungsnetzwerk möglicherweise vmk0 auf der physischen Netzwerkkarte 0, während das Virtual SAN-Netzwerk vmk2 auf der physischen Netzwerkkarte 1 verwendet (separate Netzwerkadapter für zwei verschiedene TCP/IP-Stacks). Diese Konfiguration impliziert, dass das Virtual SAN-Netzwerk kein Standard-Gateway hat.

Stellen Sie sich ein Virtual SAN-Netzwerk vor, das sich über zwei Daten-Sites auf einer Layer-2-Broadcast-Domäne (z. B. 172.10.0.0) erstreckt und wo sich der Zeugenhost auf einer anderen Broadcast-Domäne (z. B. 172.30.0.0) befindet. Wenn die VMkernel-Adapter auf einer Daten-Site versuchen, eine Verbindung zum Virtual SAN-Netzwerk auf dem Zeugenhost herzustellen, schlägt die Verbindung fehl, weil das Standard-Gateway auf dem ESXi-Host mit dem Verwaltungsnetzwerk verknüpft ist und es keine Route vom Verwaltungsnetzwerk zum Virtual SAN-Netzwerk gibt.

Sie können dieses Problem mithilfe von statischen Routen lösen. Definieren Sie einen neuen Routing-Eintrag, der angibt, welcher Pfad zum Erreichen eines bestimmten Netzwerks verfolgt werden muss. Für ein Virtual SAN-Netzwerk in einem Stretched Cluster können Sie statische Routen hinzufügen, um eine ordnungsgemäße Kommunikation über alle Hosts hinweg sicherzustellen.

Sie können z. B. eine statische Route zu den Hosts auf jeder Daten-Site hinzufügen, sodass Anforderungen zum Erreichen des 172.30.0.0-Zeugennetzwerks über die 172.10.0.0-Schnittstelle geleitet werden. Fügen Sie ferner eine statische Route zum Zeugenhost hinzu, sodass Anforderungen zum Erreichen des 172.10.0.0-Netzwerks für die Daten-Sites über die 172.30.0.0-Schnittstelle geleitet werden.

Anmerkung:

Wenn Sie statische Routen verwenden, müssen Sie manuell statische Routen für neue, auf beiden Sites hinzugefügte ESXi-Hosts hinzufügen, bevor diese Hosts über den Cluster kommunizieren können. Wenn Sie den Zeugenhost ersetzen, müssen Sie die Konfiguration der statischen Route aktualisieren.

Fügen Sie statische Routen mit dem Befehl esxcli network ip route hinzu.