Sie können je nach der Unternehmensrichtlinie und den Anforderungen für das System, das Sie konfigurieren, verschiedene Arten von Zertifikatsersetzungen ausführen. Sie können die Zertifikatersetzung über den Platform Services Controller mit dem Dienstprogramm „vSphere Certificate Manager“ oder manuell über die Befehlszeilenschnittstellen durchführen, die Teil Ihrer Installation sind.

VMCA ist in jedem Platform Services Controller und in jeder eingebetteten Bereitstellung enthalten. VMCA stellt jedem Knoten, jedem vCenter Server-Lösungsbenutzer und jedem ESXi-Host ein Zertifikat zur Verfügung, das von VMCA als Zertifizierungsstelle signiert wurde. vCenter Server-Lösungsbenutzer sind Gruppen von vCenter Server-Diensten.

Sie können die Standardzertifikate ersetzen. Für vCenter Server-Komponenten können Sie einen Satz von Befehlszeilen-Tools verwenden, die bei Ihrer Installation enthalten sind. Es stehen mehrere Optionen zur Verfügung.

Ersetzen durch von VMCA signierte Zertifikate

Wenn Ihr VMCA-Zertifikat abläuft oder wenn Sie es aus anderen Gründen ersetzen möchten, können Sie dazu die Befehlszeilenschnittstellen zur Zertifikatsverwaltung verwenden. Standardmäßig läuft das VMCA-Rootzertifikat nach zehn Jahren ab, und alle von VMCA signierten Zertifikate laufen gleichzeitig mit dem Rootzertifikat ab, also nach maximal zehn Jahren.

Abbildung 1. Von VMCA signierte Zertifikate werden in VECS gespeichert
Im Standardmodus stellt VMCA durch VMCA signierte Zertifikate zur Verfügung

Sie können die folgenden Optionen von vSphere Certificate Manager verwenden:

  • Ersetzen des Maschinen-SSL-Zertifikats durch VMCA-Zertifikat

  • Ersetzen des Lösungsbenutzerzertifikats durch VMCA-Zertifikat

Informationen zur manuellen Zertifikatsersetzung finden Sie unter Ersetzen vorhandener VMCA-signierter Zertifikate durch neue VMCA-signierte Zertifikate.

VMCA zu einer Zwischenzertifizierungsstelle machen

Sie können das VMCA-Rootzertifikat durch ein Zertifikat ersetzen, das durch eine Zertifizierungsstelle eines Unternehmens oder Drittanbieters signiert wurde. Die VMCA signiert das benutzerdefinierte Rootzertifikat immer, wenn sie Zertifikate zur Verfügung stellt, und macht so aus der VMCA eine Zwischenzertifizierungsstelle.

Anmerkung:

Wenn Sie eine Neuinstallation mit einem externen Platform Services Controller durchführen, installieren Sie den Platform Services Controller zuerst und ersetzen Sie das VMCA-Rootzertifikat. Installieren Sie dann andere Dienste oder fügen Sie Ihrer Umgebung ESXi-Hosts hinzu. Wenn Sie eine Neuinstallation mit einem eingebetteten Platform Services Controller durchführen, ersetzen Sie das VMCA-Rootzertifikat vor dem Hinzufügen von ESXi-Hosts. In diesem Fall signiert VMCA die ganze Kette, und Sie brauchen keine neuen Zertifikate zu generieren.

Abbildung 2. Zertifikate, die durch eine Zertifizierungsstelle eines Drittanbieters oder Unternehmens signiert wurden, verwenden VMCA als Zwischenzertifizierungsstelle
Das VMCA-Zertifikat ist als Zwischenzertifikat enthalten. Das Rootzertifikat ist durch eine Drittanbieter-Zertifizierungsstelle signiert.

Sie können die folgenden Optionen von vSphere Certificate Manager verwenden:

  • Ersetzen des VMCA-Rootzertifikats durch ein benutzerdefiniertes Signaturzertifikat und Ersetzen aller Zertifikate

  • Ersetzen des Maschinen-SSL-Zertifikats durch VMCA-Zertifikat (Mehrknoten-Bereitstellung)

  • Ersetzen des Lösungsbenutzerzertifikats durch VMCA-Zertifikat (Mehrknoten-Bereitstellung)

Informationen zur manuellen Zertifikatsersetzung finden Sie unter Verwenden von VMCA als Zwischenzertifizierungsstelle.

VMCA nicht verwenden, benutzerdefinierte Zertifikate zur Verfügung stellen

Sie können die vorhandenen VMCA-signierten Zertifikate durch benutzerdefinierte Zertifikate ersetzen. In diesem Fall sind Sie für die Bereitstellung und Überwachung aller Zertifikate verantwortlich.

Abbildung 3. Externe Zertifikate werden direkt in VECS gespeichert
Externe Zertifikate werden direkt in VECS gespeichert. VMCA wird nicht verwendet.

Sie können die folgenden Optionen von vSphere Certificate Manager verwenden:

  • Ersetzen des Maschinen-SSL-Zertifikats durch ein benutzerdefiniertes Zertifikat

  • Ersetzen der Lösungsbenutzerzertifikate durch benutzerdefinierte Zertifikate

Informationen zur manuellen Zertifikatsersetzung finden Sie unter Verwenden benutzerdefinierter Zertifikate mit vSphere.

Hybrid-Bereitstellung

Sie können für bestimmte Teile Ihrer Infrastruktur VMCA-Zertifikate und für andere Teile Ihrer Infrastruktur benutzerdefinierte Zertifikate verwenden. Beispiel: Weil Lösungsbenutzerzertifikate nur zum Authentifizieren bei vCenter Single Sign On verwendet werden, empfiehlt es sich, diese Zertifikate durch VMCA bereitstellen zu lassen. Ersetzen Sie die Maschinen-SSL-Zertifikate durch benutzerdefinierte Zertifikate, um den ganzen SSL-Datenverkehr abzusichern.

Die Unternehmensrichtlinien lassen häufig keine Zwischenzertifizierungsstellen zu. In diesen Fällen ist die Hybrid-Bereitstellung eine geeignete Lösung. Hiermit wird die Anzahl der zu ersetzenden Zertifikate reduziert und der gesamte Verkehr gesichert. Bei der Hybrid-Bereitstellung kann lediglich interner Verkehr, d. h. Verkehr von Lösungsbenutzern die VMCA-signierten Standardzertifikate verwenden.

ESXi-Zertifikatsersetzung

Für ESXi-Hosts können Sie die Methode der Zertifikatsbereitstellung über den vSphere Web Client ändern. Weitere Informationen finden Sie in der Dokumentation vSphere-Sicherheit.

Tabelle 1. ESXi Optionen zur Zertifikatersetzung

Option

Beschreibung

Modus „VMware Certificate Authority“ (Standard)

Wenn Sie Zertifikate über den vSphere Web Client erneuern, gibt VMCA die Zertifikate für die Hosts aus. Wenn Sie das VMCA-Rootzertifikat geändert haben, sodass eine Zertifikatskette enthalten ist, enthalten die Hostzertifikate die vollständige Kette.

Modus „Benutzerdefinierte Zertifizierungsstelle“

Damit können Sie Zertifikate, die nicht von VMCA signiert oder ausgegeben wurden, manuell aktualisieren und verwenden.

Fingerabdruckmodus

Kann verwendet werden, um 5.5-Zertifikate beim Aktualisieren beizubehalten. Verwenden Sie diesen Modus nur vorübergehend in Debugging-Situationen.