Standardmäßig können für vSphere Fault Tolerance SMP-VMs mit bis zu vier vCPUs eingerichtet werden. Wenn Ihre virtuelle Maschine jedoch nur eine vCPU enthält, können Sie zu Zwecken der Abwärtskompatibilität stattdessen die Fault Tolerance-Legacy-Version verwenden. Vermeiden Sie die Verwendung der FT-Legacy-Version, außer dies ist technisch gesehen notwendig.

Um die Fault Tolerance-Legacy-Version verwenden zu können, müssen Sie eine erweiterte Option für die virtuelle Maschine konfigurieren. Nach Abschluss dieser Konfiguration unterscheidet sich die virtuelle Maschine mit der Fault Tolerance-Legacy-Version in einigen Punkten von anderen vSphere FT-VMs.

Unterschiede bei VMs, die die Fault Tolerance-Legacy-Version verwenden

VMs mit vSphere FT unterscheiden sich in mehreren Punkten von VMs mit der Fault Tolerance-Legacy-Version.

Tabelle 1. Unterschiede zwischen der Fault Tolerance-Legacy-Version und vSphere FT

Fault Tolerance-Legacy-Version

vSphere FT

Extended Page Tables/Rapid Virtualization Indexing (EPT/RVI)

Nicht unterstützt

Erforderlich

IPv6

Nicht unterstützt für Netzwerkkarten für die Fault Tolerance-Legacy-Protokollierung

Unterstützt für Netzwerkkarten für die vSphere FT-Protokollierung

DRS

Vollständige Unterstützung für anfängliche Platzierung, Lastausgleich und Wartungsmodussupport

Nur Einschaltplatzierung für sekundäre VM und Wartungsmodus werden unterstützt.

vStorage-APIs - Data Protection-Sicherungen

Nicht unterstützt

Unterstützt

Eager-Zeroed Thick-VMDK-Festplattendateien

Erforderlich

Nicht erforderlich, da vSphere FT alle Festplattendateitypen unterstützt, einschließlich Thick und Thin

VMDK-Redundanz

Nur eine Kopie

Primäre VMs und sekundäre VMs pflegen immer unabhängige Kopien, die in verschiedenen Datenspeichern platziert werden können, um die Redundanz zu erhöhen.

Bandbreite der Netzwerkkarte

Dedizierte 1-Gbit-Netzwerkkarte empfohlen

Dedizierte 10-Gbit-Netzwerkkarte empfohlen

CPU- und Hostkompatibilität

Erfordert identisches CPU-Modell und -Familie und praktisch identische Versionen von vSphere auf Hosts.

CPUs müssen mit vSphere vMotion oder EVC kompatibel sein. Versionen von vSphere auf Hosts müssen mit vSphere vMotion kompatibel sein.

Aktivieren von Fault Tolerance auf laufender VM

Nicht immer unterstützt. Möglicherweise müssen Sie zuerst die VM herunterfahren.

Unterstützt

Storage vMotion

Nur auf heruntergefahrenen VMs unterstützt.

vCenter Server deaktiviert Fault Tolerance automatisch, bevor eine Storage vMotion-Aktion durchgeführt wird, und aktiviert Fault Tolerance wieder, nachdem die Storage vMotion-Aktion abgeschlossen ist.

Nicht unterstützt. Der Benutzer muss vSphere FT für die VM deaktivieren, bevor die Storage vMotion-Aktion ausgeführt wird, und danach wieder aktivieren.

vlance-Netzwerktreiber

Nicht unterstützt

Unterstützt

Zusätzliche Voraussetzungen für die Fault Tolerance-Legacy-Version

Zusätzlich zu den aufgeführten Unterschieden bei der Fault Tolerance-Legacy-Version gelten für diese Version noch die folgenden eindeutigen Voraussetzungen.

  • ESXi-Hosts müssen Zugriff auf dieselben VM-Datenspeicher und -Netzwerke haben.

  • Virtuelle Maschinen müssen in virtuellen RDM- oder in VMDK-Dateien gespeichert sein, die „Thick-Provisioned“ sind. Wenn eine virtuelle Maschine in einer Thin-bereitgestellten VMDK-Datei gespeichert ist und ein Versuch zum Verwenden von Fault Tolerance unternommen wird, wird eine Meldung angezeigt. Sie besagt, dass die VMDK-Datei konvertiert werden muss. Sie müssen die virtuelle Maschine ausschalten, um diese Konvertierung auszuführen.

  • Hosts müssen Prozessoren aus der vSphere FT-kompatiblen Prozessorgruppe besitzen. Überprüfen Sie, dass die Prozessoren der Hosts miteinander kompatibel sind.

  • Der Host, der die sekundäre virtuelle Maschine unterstützt, muss über einen Prozessor verfügen, der Fault Tolerance unterstützt und zur selben CPU-Familie bzw. zum selben CPU-Modell gehört wie der Host, der die primäre virtuelle Maschine unterstützt.

  • Wenn Sie ein Upgrade für Hosts durchführen, die fehlertolerante VMs enthalten, müssen Sie sicherstellen, dass die primären und sekundären virtuellen Maschinen auf Hosts mit derselben Versionsnummer für die Fault Tolerance oder derselben Host-Build-Nummer ausgeführt werden. Diese Anforderung gilt für Hosts vor ESX/ESXi 4.1.

    Anmerkung:

    Wenn Sie für eine VM die Verwendung der Fault Tolerance-Legacy-Version festgelegt hatten, bevor Sie die Hosts im Cluster aktualisierten, verwendet diese VM nach dem Host-Upgrade weiterhin die Fault Tolerance-Legacy-Version.

Upgrade von Hosts im Zusammenhang mit einer Fault Tolerance-Legacy-Version

Um ein Upgrade Ihrer Hosts auf vSphere 6.5 oder höher durchzuführen, müssen Sie die Fault Tolerance-Legacy-Version auf allen betroffenen VMs deaktivieren oder diese VMs auf andere Hosts verschieben. Wenn Sie das Upgrade nicht auf diese Weise vorbereiten, blockiert VMware vSphere Update Manager das Upgrade.

vCenter Server 6.5 oder höher kann vorhandene VMs mit einer Fault Tolerance-Legacy-Version verwalten, aber Sie können keine VMs mit einer Fault Tolerance-Legacy-Version erstellen, auch nicht auf Hosts mit einer älteren Version als Version 6.5. Die folgenden vSphere FT-Vorgänge können in diesem Szenario ausgeführt werden:

  • Fault Tolerance anhalten oder fortsetzen

  • Failover testen

  • Sekundäre VM neu starten

  • Sekundäre VM migrieren

  • Fault Tolerance ausschalten

Anmerkung:

VMs mit einer Fault Tolerance-Legacy-Version können nur auf ESXi-Hosts vorhanden sein, auf denen ältere vSphere-Versionen als Version 6.5 ausgeführt werden.