Sie können vSphere Lifecycle Manager-Images verwenden, um Firmware-Updates auf den ESXi-Hosts in einem Cluster oder den eigenständigen Hosts auszuführen. Bei einem einzelnen Vorgang aktualisieren Sie sowohl die Software als auch die Firmware auf dem Host.

In früheren vSphere-Versionen konnten Sie auf vSAN-Clustern Firmware-Updates mithilfe von systemverwalteten Baselines durchführen. Für Nicht-vSAN-Cluster mussten Firmware-Updates manuell durchgeführt werden.

Mit vSphere Lifecycle Manager können Sie die Firmware in Clustern oder Hosts, die Sie mit einem einzelnen Image verwalten, problemlos aktualisieren. Firmware-Updates sind nicht für Cluster oder Hosts verfügbar, die Sie mit Baselines verwalten.

Um Firmware-Updates auf die Hosts in einem Cluster oder den eigenständigen Host anzuwenden, die Sie mit einem einzelnen Image verwalten, müssen Sie eine spezielle Art von Add-On, das Firmware- und Treiber-Add-On, dem Image hinzufügen und den Cluster oder Host standardisieren, um das Image auf die Hosts anzuwenden. Das Firmware- und Treiber-Add-On ist ein vom Anbieter bereitgestelltes Add-On, das die Komponenten enthält, die Firmware-Update-Pakete kapselt. Das Firmware- und Treiber-Add-On enthält möglicherweise auch die erforderlichen Treiber.

Im Gegensatz zu den Add-Ons des Anbieters werden die Firmware- und Treiber-Add-Ons nicht über das offizielle VMware-Onlinedepot oder als Offlinepakete, die unter https://my.vmware.com verfügbar sind, verteilt. Für einen bestimmten Hardwareanbieter sind Firmware-Updates in einem speziellen Anbieterdepot verfügbar, auf dessen Inhalt Sie über ein Softwaremodul mit dem Namen Hardware-Support-Manager zugreifen können. Bei dem Hardware-Support-Manager handelt es sich um ein Plug-In, das sich selbst als vCenter Server-Erweiterung registriert. Jeder Hardwareanbieter stellt einen eigenen Hardware-Support-Manager, der in vSphere integriert ist, bereit und verwaltet ihn. Wählen Sie für jeden Cluster oder Host, den Sie mit einem einzelnen Image verwalten, den Hardware-Support-Manager aus, der die Firmware-Updates für den Cluster oder den Host bereitstellt. Nachdem Sie den Hardware-Support-Manager ermittelt haben, den Sie für einen Cluster oder eigenständigen Host verwenden möchten, stellt Ihnen der Hardware-Support-Manager eine Liste der verfügbaren Firmware-Updates zur Verfügung. Wenn Sie ein Firmware-Add-On auswählen und zu einem Image hinzufügen, kann dieses Add-On das angegebene Image durch Hinzufügen oder Entfernen von Komponenten ändern. Das Firmware-Add-On definiert außerdem die auf den Hosts zu installierenden Firmware-Versionen. Während der Standardisierung wendet vSphere Lifecycle Manager das Image auf die Hosts an und fordert den ausgewählten Hardware-Support-Manager auf, die Firmware auf den Hosts entsprechend dem im Image angegebenen Firmware-Add-On zu aktualisieren.

Wenn Sie einen Hardware-Support-Manager auswählen und ein Firmware-Add-On in Ihr Image aufnehmen, wird gewährleistet, dass vSphere Lifecycle Manager auch die Firmware-Konformität für den Cluster oder Host festlegt, wenn Sie eine Konformitätsprüfung durchführen. Daher können Sie alle unerwünschten Abweichungen problemlos erkennen und standardisieren. Der Hardware-Support-Manager ist auch für das Abrufen der Firmware-Versionen auf der Hosthardware verantwortlich und in einigen Fällen für die Ermittlung der entsprechenden Treiber für die aktualisierte Firmware-Version.

Bei vSAN-Clustern prüft der Hardware-Support-Manager die Hosts im Cluster, um ihre aktuellen E/A-Gerätecontroller und die zugehörige Firmware zu ermitteln. Während einer Hardwarekompatibilitätsprüfung für den Cluster prüft vSphere Lifecycle Manager, ob die Firmware im Image gemäß der vSAN Hardwarekompatibilitätsliste (vSAN HCL) mit der Hardware im Cluster kompatibel ist. Die Hardwarekompatibilitätsprüfung stellt sicher, dass, wenn vSphere Lifecycle Manager den Cluster standardisiert und das Image auf alle Hosts anwendet, die Firmware und Treiber auf den Hosts für die Verwendung mit vSAN zertifiziert sind.

Firmware-Updates auf DPU-Geräten

In einer DPU-basierten Umgebung können Sie die Firmware auf den DPU-Geräten der Hosts über den vSphere Lifecycle Manager-Standardisierungsvorgang nur dann aktualisieren, wenn der Serveranbieter über einen integrierten Hardwareunterstützungs-Manager verfügt. Für Server, die keinen Hardwareunterstützungs-Manager bereitstellen, werden Firmware-Updates manuell ausgeführt.

Bereitstellen von Hardware-Support-Managern

Die Bereitstellungsmethode und die Verwaltung eines Hardware-Support-Manager-Plug-Ins werden vom jeweiligen OEM festgelegt.

Einige der wichtigsten OEMs entwickeln Hardware-Support-Manager und bieten diese an. Beispiel:
  • Dell

    Der von Dell zur Verfügung gestellte Hardware-Support-Manager ist Teil der Dell-Hostverwaltungslösung OpenManage Integration for VMware vCenter (OMIVV), die Sie als Appliance bereitstellen.

  • HPE

    Die von HPE zur Verfügung gestellten Hardware-Support-Manager sind Teil ihrer Verwaltungstools, iLO Amplifier und OneView, die Sie als Appliances bereitstellen.

  • Lenovo

    Der von Lenovo zur Verfügung gestellte Hardware-Support-Manager ist Teil der Serververwaltungslösung Lenovo XClarity Integrator für VMware vCenter, die Sie als Appliance bereitstellen.

  • Hitachi

    Der von Hitachi bereitgestellte Hardware-Support-Manager, Hitachi Unified Compute Platform Advisor, ist eine Infrastruktur-Automatisierungs- und -Verwaltungssoftware für alle konvergierten, hyperkonvergierten und integrierten Hitachi-Systeme, die Sie als Appliance bereitstellen.

  • Cisco

    Der von Cisco bereitgestellte Hardware-Support-Manager ist in den Cisco Intersight Infrastructure Service integriert, der Teil von Cisco Intersight ist. Sie aktivieren den Hardware-Support-Manager über die Cisco Intersight SaaS-basierte Verwaltungsplattform. Auf Ihrer vCenter Server-Instanz sind keine zusätzlichen Appliances erforderlich.

Eine vollständige Liste aller von VMware zertifizierten Hardware-Support-Manager finden Sie im VMware-Kompatibilitätshandbuch unter https://www.vmware.com/resources/compatibility/search.php?deviceCategory=hsm.

Bereitstellen und Konfigurieren von Hardware-Support-Managern

Unabhängig vom Hardwareanbieter müssen Sie die Hardware-Support-Manager-Appliance auf einem Host mit ausreichend Festplattenspeicher, Speicherplatz und Verarbeitungsressourcen bereitstellen. In der Regel werden Hardware-Support-Manager-Appliances als OVF- oder OVA-Vorlagen verteilt. Sie können sie auf jedem beliebigen Host in jeder vCenter Server-Instanz bereitstellen.

Hinweis: Wenn vCenter Server mit einem Proxy für den Internetzugriff konfiguriert ist, muss der Proxy jeden Hardware-Support-Manager erreichen können, der bei dieser vCenter Server-Instanz registriert ist. Sie müssen dem Hardware-Support-Manager entweder eine private IP-Adresse innerhalb des Bereichs 10.x.x.x zuweisen, der automatisch von der Proxy-Verwendung ausgenommen wird, oder einen Direktzugriff auf den registrierten Hardware-Support-Manager aktivieren, indem Sie die Proxy-Einstellungen mit einer Ausnahme für dessen IP-Adresse konfigurieren.

Nach der Bereitstellung der Appliance müssen Sie die virtuelle Maschine der Appliance einschalten und die Appliance als vCenter Server-Erweiterung registrieren. Möglicherweise müssen Sie sich als Administrator bei der Appliance anmelden. Jeder Hardware-Support-Manager kann sich entweder nur bei einem oder bei mehreren vCenter Server-Systemen registrieren.

Nach der Bereitstellung einer Hardware-Support-Manager-Appliance wird in vSphere Client möglicherweise eine vCenter Server-Plug-In-Benutzeroberfläche verfügbar. Eventuell verfügt der Hardware-Support-Manager aber auch über eine eigene separate Benutzeroberfläche. Beispielsweise verfügen OMIVV, iLO Amplifier und Lenovo XClarity Integrator für VMware vCenter alle über eine vCenter Server-Plug-In-Benutzeroberfläche, die Sie bei der Konfiguration und Nutzung des entsprechenden Hardware-Support-Managers unterstützt.

Jeder Hardware-Support-Manager verfügt über einen eigenen Mechanismus, durch den die eigentlichen Firmwarepakete verwaltet und Ihnen Firmware-Add-Ons zur Auswahl bereitgestellt werden.

Für eine erfolgreiche Integration zwischen dem Hardware-Support-Manager und vSphere Lifecycle Manager ist unter Umständen eine bestimmte Konfiguration des Hardware-Support-Managers erforderlich. Bei OMIVV müssen Sie beispielsweise zuerst ein Verbindungsprofil erstellen. Anschließend müssen Sie ein Clusterprofil erstellen und es mit einem Cluster verknüpfen, bevor Sie dem Image für diesen Cluster ein Firmware-Add-On von Dell hinzufügen können.

Detaillierte Informationen zum Bereitstellen, Konfigurieren und Verwalten von Hardware-Support-Managern finden Sie in der entsprechenden vom OEM bereitgestellten Dokumentation.

Verwenden eines Images für Firmware-Updates

vSphere Lifecycle Manager ermöglicht Ihnen die Verwaltung des Firmware-Lebenszyklus auf ESXi-Hosts, die Teil eines Clusters sind, oder auf einem eigenständigen Host, den Sie mit einem einzelnen Image verwalten.

Voraussetzungen

  • Stellen Sie den vom Anbieter bereitgestellten Hardware-Support-Manager bereit und registrieren Sie ihn als vCenter Server-Erweiterung. Weitere Informationen zum Bereitstellen und Verwalten eines Hardware-Support-Managers finden Sie in der entsprechenden OEM-Dokumentation.
  • Wenn Sie den von Dell bereitgestellten Hardware-Support-Manager verwenden, erstellen Sie ein Clusterprofil und verknüpfen Sie es mit dem Cluster. Weitere Informationen finden Sie in der Dokumentation zu OpenManage Integration for VMware vCenter (OMIVV).
  • Vergewissern Sie sich, dass alle Hosts im Cluster vom selben Anbieter stammen.
  • Vergewissern Sie sich, dass Sie über die entsprechenden Berechtigungen verfügen. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter vSphere Lifecycle Manager-Rechte für die Verwendung von Images.

Prozedur

  1. Navigieren Sie im vSphere Client zu einem Cluster oder eigenständigen Host, den Sie mit einem einzelnen Image verwalten.
  2. Wählen Sie auf der Registerkarte Updates Hosts > Image aus.
  3. Klicken Sie in der Karte Image auf die Schaltfläche Bearbeiten.
  4. Klicken Sie auf der Karte Image bearbeiten für Firmware und Treiber-Add-On auf Auswählen.
    Das Dialogfeld Firmware und Treiber-Add-On wird angezeigt.
  5. Wählen Sie im Dialogfeld Firmware und Treiber-Add-On einen Hardware-Support-Manager aus dem Dropdown-Menü aus.
    Dieser muss vom selben Hardwareanbieter stammen wie die Hosts im Cluster oder wie der eigenständige Host. Andernfalls meldet der Hardware-Support-Manager bei einer Konformitätsüberprüfung, dass die ausgewählte Firmware und das Treiber Add-On nicht mit dem bzw. den von einem anderen Anbieter stammenden Host(s) kompatibel sind. Die Standardisierung der Firmware schlägt dann fehl.
    Eine Liste aller verfügbaren Firmware-Add-Ons wird angezeigt.
  6. Wählen Sie ein Firmware-Add-On aus der Liste aus.
    Ein Informationsfenster wird auf der rechten Seite angezeigt. Es enthält Informationen zu den unterstützten ESXi-Versionen und Angaben dazu, ob das ausgewählte Add-On die erforderlichen Treiber enthält.
  7. Klicken Sie auf Auswählen.
    Das ausgewählte Firmware- und Treiber-Add-On wird in das Image aufgenommen.
  8. Validieren und speichern Sie das Image in der Karte Image.
    Nach der Speicherung des Image wird für den Cluster oder Host eine Konformitätsüberprüfung anhand des neuen Image ausgelöst.
  9. Überprüfen Sie auf der Karte Image-Konformität die Ergebnisse der Konformitätsüberprüfung für den Cluster und für den Host.
  10. Falls ein Host im Cluster oder der eigenständige Host über eine Firmware verfügt, die nicht mit der Firmware des neuen Image konform ist, standardisieren Sie den entsprechenden Host oder den Cluster.
    1. (Optional) Führen Sie in der Karte Image-Konformität eine Standardisierungsvorabprüfung aus, um sicherzustellen, dass die Standardisierung erfolgreich abgeschlossen wird.
      • Um eine Vorabprüfung für alle Hosts im Cluster auszuführen, klicken Sie auf die Schaltfläche Vorabprüfung ausführen.
      • Um eine Vorabprüfung für einen einzelnen Host im Cluster auszuführen, klicken Sie auf das Symbol mit den vertikalen Auslassungspunkten für den Host und wählen Sie Vorabprüfung ausführen aus.
      • Um eine Vorabprüfung für einen eigenständigen Host auszuführen, klicken Sie auf Vorabprüfung ausführen.
    2. Initiieren Sie in der Karte Image-Konformität die Standardisierung.
      • Um alle Hosts im Cluster zu standardisieren, klicken Sie auf die Alle standardisieren.

        Falls bei der Clusterstandardisierung die Standardisierung eines einzelnen Hosts fehlschlägt, wird die Standardisierung für den Cluster vorzeitig beendet.

      • Um einen einzelnen Host zu standardisieren, klicken Sie auf das Symbol mit den vertikalen Auslassungspunkten für den Host und wählen Sie Standardisieren aus.
      • Um einen eigenständigen Host zu standardisieren, klicken Sie auf Standardisieren.
    Sie sind nicht verpflichtet, die Standardisierung sofort nach der Einrichtung eines Image für einen Cluster oder einen eigenständigen Host zu starten. Allerdings wird auf den Hosts nichts installiert, sofern Sie sie nicht anhand des Images für den Cluster oder den Host standardisieren. Die Firmware auf den Hosts wird tatsächlich nur nach erfolgreicher Standardisierung aktualisiert. Sie können die Objekte in Ihrer Umgebung zu jedem für Sie geeigneten Zeitpunkt standardisieren.

Ergebnisse

Die Firmware auf den Hosts im Cluster oder dem eigenständigen Host wird auf die Firmware-Version aktualisiert, die im Firmware-Add-On für das Image angegeben ist.