Dieses Thema bietet einen Überblick über die Einrichtungsschritte, die Sie bei der Konfiguration Ihrer Fibre-Channel-SAN-Umgebung für die Zusammenarbeit mit ESXi befolgen müssen. Überprüfen Sie die Anforderungen und Empfehlungen, um die Konfiguration Ihres Fibre-Channel-SAN und die Einrichtung des ESXi-Systems vorzubereiten.

Anforderungen des Fibre-Channel-SAN von ESXi

  • Stellen Sie sicher, dass ESXi-Systeme die verwendete Kombination aus SAN-Speicher-Hardware und -Firmware unterstützt. Eine aktuelle Liste finden Sie im VMware-Kompatibilitätshandbuch.
  • Konfigurieren Sie Ihr System, sodass nur ein VMFS-Volume pro LUN vorhanden ist.
  • Wenn Sie keine Server ohne Festplatte verwenden, dürfen Sie keine Diagnosepartition auf einer SAN-LUN einrichten.

    Wenn Sie festplattenlose Server verwenden, die über ein SAN gestartet werden, ist eine gemeinsame Diagnosepartition geeignet.

  • Verwenden Sie RDMs für den Zugriff auf Raw-Festplatten. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Raw-Gerätezuordnung.
  • Damit das Multipathing ordnungsgemäß funktioniert, muss jede LUN allen ESXi-Hosts dieselbe LUN-ID-Nummer anzeigen.
  • Stellen Sie sicher, dass für den Speichergerätetreiber eine ausreichend große Warteschlange angegeben ist. Sie können die Warteschlangentiefe für den physischen HBA während der Systeminstallation festlegen.
  • Erhöhen Sie auf virtuellen Maschinen unter Microsoft Windows den Wert des SCSI-Parameters TimeoutValue auf 60. Aufgrund dieser Erhöhung kann Windows E/A-Verzögerungen tolerieren, die aus einem Pfad-Failover resultieren. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Festlegen der Zeitüberschreitung bei Windows-Gastbetriebssystemen.

Einschränkungen des Fibre-Channel-SAN von ESXi

Für die Verwendung von ESXi in einem SAN gelten gewisse Einschränkungen.

  • ESXi unterstützt keine über FC verbundenen Bandlaufwerke.
  • Sie können keine Multipathing-Software für virtuelle Maschinen verwenden, um einen E/A-Lastenausgleich für eine einzelne physische LUN durchzuführen. Wenn jedoch Ihre virtuelle Microsoft Windows-Maschine dynamische Datenträger verwendet, gilt diese Einschränkung nicht. Weitere Informationen über das Konfigurieren dynamischer Datenträger finden Sie unter Dynamische Festplattenspiegelung einrichten.

Festlegen der LUN-Zuordnungen

Dieses Thema bietet einige grundlegende Informationen zum Zuweisen von LUNs bei Ausführung des ESXi mit SAN.

Beachten Sie beim Festlegen von LUN-Zuordnungen die folgenden Punkte:

Bereitstellen von Speicher
Damit das ESXi-System die LUNs beim Start erkennt, müssen alle LUNs für die entsprechenden HBAs bereitgestellt werden, bevor das SAN mit dem ESXi-System verbunden wird.

Stellen Sie alle LUNs allen ESXi-HBAs gleichzeitig bereit. HBA-Failover funktioniert nur, wenn für alle HBAs dieselben LUNs sichtbar sind.

Stellen Sie für LUNs, die von mehreren Hosts gemeinsam genutzt werden, sicher, dass die LUN-IDs über alle Hosts hinweg konsistent sind.

vMotion und VMware DRS
Wenn Sie vCenter Server und vMotion oder DRS verwenden, sollten Sie sicherstellen, dass die LUNs für die virtuellen Maschinen allen ESXi-Hosts bereitgestellt werden. Diese Aktion bietet die höchste Flexibilität beim Verschieben virtueller Maschinen.
Aktiv/Aktiv- im Vergleich zu Aktiv/Passiv-Arrays
Bei der Verwendung von vMotion oder DRS mit einem SAN-Speichergerät vom Typ „Aktiv/Passiv“ sollten Sie sicherstellen, dass alle ESXi-Systeme über einheitliche Pfade zu allen Speicherprozessoren verfügen. Anderenfalls kann es bei vMotion-Migrationen zu einem Pfad-Thrashing kommen.

Für Aktiv/Passiv-Speicher-Arrays, die in der Speicher-/SAN-Kompatibilität nicht aufgelistet sind, werden keine Speicherport-Failover von VMware unterstützt. In solchen Fällen müssen Sie den Server am aktiven Port des Speicher-Arrays anschließen. Durch diese Konfiguration wird sichergestellt, dass die LUNs dem ESXi-Host angezeigt werden.

Festlegen von Fibre-Channel-HBAs

In der Regel funktionieren FC-HBAs, die Sie auf Ihrem ESXi-Host verwenden, mit den Standardkonfigurationseinstellungen ordnungsgemäß.

Sie sollten die von Ihrem Speicher-Array-Anbieter bereitgestellten Konfigurationsrichtlinien befolgen. Beachten Sie beim Einrichten von Fibre-Channel-HBA die folgenden Aspekte.
  • Verwenden Sie in einem einzelnen Host keine FC-HBAs von verschiedenen Anbietern. Zwar wird der Einsatz verschiedener Modelle desselben HBAs unterstützt, auf eine einzelne LUN kann jedoch nur von HBAs desselben Typs zugegriffen werden.
  • Stellen Sie sicher, dass die Firmware-Ebenen aller HBAs einheitlich sind.
  • Legen Sie den Zeitüberschreitungswert für das Erkennen eines Failovers fest. Um eine optimale Leistung zu erzielen, ändern Sie den Standardwert nicht.
  • ESXi unterstützt End-to-End-Konnektivität für Fibre Channel (32 GBit/s).

Konfigurieren von Fibre-Channel über Ethernet

Mithilfe des Fibre Channel over Ethernet-(FCoE-)Protokolls kann ein ESXi-Host auf den Fibre-Channel-Speicher zugreifen. Das FCoE-Protokoll kapselt Fibre-Channel-Frames in Ethernet-Frames ein. Ihr Host benötigt daher keine speziellen Fibre-Channel-Verknüpfungen, um eine Verbindung zum Fibre-Channel-Speicher herzustellen. Der Host kann 10 Gbit Lossless Ethernet verwenden, um Fibre-Channel-Datenverkehr bereitstellen zu können.

Adapter für Fibre-Channel über Ethernet

VMware unterstützt Hardware-FCoE-Adapter, spezialisierte ausgelagerte CNAs (Converged Network Adapters), die Netzwerk- und Fibre-Channel-Funktionalitäten auf derselben Karte enthalten.

Wenn solch ein Adapter installiert ist, erkennt Ihr Host beide CNA-Komponenten und kann diese verwenden. Im vSphere Client wird die Netzwerkkomponente als Standardnetzwerkadapter (vmnic) und die Fibre-Channel-Komponente als FCoE-Adapter (vmhba) angezeigt.

Informationen zu Adaptern, die mit VMware-FCoE verwendet werden können, finden Sie im VMware-Kompatibilitätshandbuch

Einrichten des Workflows

Dieses Thema bietet einen Überblick über die Installations- und Einrichtungsschritte, die Sie bei der Konfiguration Ihrer Fibre-Channel-SAN-Umgebung für die Zusammenarbeit mit ESXi befolgen müssen.

Führen Sie die folgenden Schritte aus, um Ihre ESXi-SAN-Umgebung zu konfigurieren.

  1. Entwerfen Sie Ihr SAN, wenn es noch nicht konfiguriert ist. Die meisten vorhandenen SANs müssen nur geringfügig geändert werden, um zusammen mit ESXi zu funktionieren.
  2. Stellen Sie sicher, dass alle SAN-Komponenten die Anforderungen erfüllen.
  3. Führen Sie alle erforderlichen Speicher-Array-Änderungen durch.

    Die meisten Anbieter verfügen über anbieterspezifische Dokumentation zum Einrichten eines SAN für die Zusammenarbeit mit VMware ESXi.

  4. Richten Sie die HBAs für die Hosts ein, die Sie mit dem SAN verbunden haben.
  5. Installieren Sie ESXi auf den Hosts.
  6. Erstellen Sie virtuelle Maschinen und installieren Sie Gastbetriebssysteme.
  7. (Optional) Richten Sie Ihr System für VMware HA-Failover oder für die Verwendung von Microsoft Clustering Services ein.
  8. Aktualisieren oder ändern Sie Ihre Umgebung nach Bedarf.