Sie können den Wert für die primäre Festplattengröße der vRealize Automation-Appliance erhöhen, wenn Standortrichtlinien die Installation zusätzlicher Software auf der primären Festplatte erforderlich machen.

Vorbereitungen

Für dieses Verfahren ist eine zusätzliche und von der vRealize Automation-Appliance separate virtuelle Linux-Maschine erforderlich.

ACHTUNG:

Gehen Sie dabei sehr vorsichtig vor. Ihre Änderungen können zu Datenverlust führen, wenn Sie bei der Eingabe von Befehlen zum Neukonfigurieren der Festplatte Fehler machen.

Warum und wann dieser Vorgang ausgeführt wird

Auf der primären Festplatte installierte, zusätzliche Software belegt möglicherweise Speicherplatz und kann dazu führen, dass nicht genügend freie Ressourcen für vRealize Automation-Vorgänge wie etwa Upgrades vorhanden sind.

Prozedur

  1. Verwenden Sie den vSphere Client, um die virtuelle Maschine der vRealize Automation-Appliance herunterzufahren.
  2. Nachdem die virtuelle Maschine vollständig heruntergefahren wurde, navigieren Sie zu den Hardwareeigenschaften.
  3. Wählen Sie die Festplatte aus, die vergrößert werden soll, und notieren Sie sich den VMDK-Namen und -Speicherort der Festplattendatei für die spätere Verwendung. Diese Angaben können Sie beispielsweise temporär in den Editor kopieren.
  4. Erhöhen Sie für die Festplattenbereitstellung die bereitgestellte Größe. Erhöhen Sie die Größe beispielsweise von 15 GB auf 50 GB.
  5. Suchen Sie Ihre zusätzliche virtuelle Linux-Maschine und navigieren Sie zu deren Hardwareeigenschaften.
  6. Fügen Sie die Festplatte, deren Größe Sie zuvor erhöht haben, zur Festplatte aus der vRealize Automation-Appliance hinzu.

    Verwenden Sie den gespeicherten VMDK-Namen und -Speicherort, um die Datenspeicher zu durchsuchen und die Festplatte zu suchen.

  7. Nachdem die Festplatte hinzugefügt wurde, erstellen Sie einen Snapshot der zusätzlichen virtuellen Linux-Maschine für den Fall, dass Sie nach einem Fehler bei der Festplattenneukonfiguration eine Wiederherstellung durchführen müssen.
  8. Melden Sie sich am zusätzlichen Linux-Host als root-Benutzer an.
  9. Suchen Sie die hinzugefügte Festplatte durch Eingabe eines der folgenden Befehlspaare. Versuchen Sie es mit host0, host1 oder host2, bis Sie die Festplatte gefunden haben.
    echo "- - -" > /sys/class/scsi_host/host0/scan
    dmesg | tail
      
    echo "- - -" > /sys/class/scsi_host/host1/scan
    dmesg | tail
      
    echo "- - -" > /sys/class/scsi_host/host2/scan
    dmesg | tail

    Die Festplatte erscheint, wenn eine Ausgabe ähnlich wie im folgenden Beispiel angezeigt wird:

    sd 0:0:4:0: [sdx] Attached SCSI disk

    Wichtig:

    Notieren und ersetzen Sie bei der Ausführung der Befehle in diesem Verfahren Ihre Festplattenbezeichner für die sdx-Beispiele.

  10. Öffnen Sie die Festplattenpartitionsverwaltung durch Eingabe des folgenden Befehls. Verwenden Sie für das sdx-Beispiel Ihren Festplattennamen.

    fdisk /dev/sdx

  11. Geben Sie p ein, um die Partitionstabelle anzuzeigen.

    Es sollten zwei Partitionen vorhanden sein, nämlich die primäre startbare Partition und die Auslagerungspartition.

  12. Speichern Sie die Ausgabe der Partitionstabelle für die spätere Verwendung, indem Sie sie beispielsweise temporär in den Editor kopieren.
  13. Führen Sie den Befehl d zweimal aus, um die Partitionen 1 und 2 zu löschen. Die Partitionen 1 und 2 sind die primäre Partition bzw. die Auslagerungspartition.
  14. Geben Sie n und p ein, um die neue primäre Partition zu erstellen.
  15. Geben Sie 1 als Partitionsnummer ein.
  16. Übernehmen Sie für den ersten Sektor den Standardwert.

    Der erste Sektor sollte 2048 bzw. den Wert der Startnummer der primären Partition aus der zuvor gespeicherten Partitionstabelle aufweisen.

  17. Notieren Sie sich die Blockgröße der alten Auslagerungspartition, Partitionsnummer 2, die Sie in der zuvor gespeicherten Partitionstabelle finden. Subtrahieren Sie diese Blockgröße vom vorgeschlagenen, standardmäßigen Wert für den letzten Sektor, der an der Eingabeaufforderung angezeigt wird, und notieren Sie sich die Differenz.
  18. Als tatsächlichen Wert für den letzten Sektor geben Sie die im vorherigen Schritt berechnete Differenz ein.
    Anmerkung:

    Übernehmen Sie nicht den vorgeschlagenen, standardmäßigen Wert für den letzten Sektor, da andernfalls die primäre Partition die gesamte Festplatte verwendet und kein Auslagerungsspeicherplatz mehr vorhanden ist.

  19. Geben Sie a und 1 ein, um die neue primäre Partition als startbar festzulegen.
  20. Geben Sie n und p ein, um die neue Auslagerungspartition zu erstellen.
  21. Geben Sie 2 als Partitionsnummer ein.
  22. Übernehmen Sie für den ersten Sektor und den letzten Sektor die Standardwerte.
  23. Führen Sie den Befehl t zweimal aus, um den Partitionsnummern 1 und 2 Hexadezimalcode-IDs zuzuweisen, sodass sie mit den IDs in der zuvor gespeicherten Partitionstabelle übereinstimmen.
  24. Geben Sie p ein, um die erstellten Partitionen anzuzeigen.
  25. Überprüfen Sie die Sektoren, Starteinstellungen und IDs, und geben Sie w ein, um auf die Festplatte zu schreiben und zur Eingabeaufforderung zurückzukehren.
  26. Geben Sie den folgenden Befehl ein, um die Auslagerungspartition zu formatieren. Verwenden Sie für das sdx2-Beispiel Ihre Auslagerungspartition.

    mkswap /dev/sdx2

  27. Geben Sie den folgenden Befehl ein, um die primäre Partition zu bereinigen. Verwenden Sie für das sdx1-Beispiel Ihre primäre Partition.

    e2fsck -f /dev/sdx1

  28. Geben Sie den folgenden Befehl ein, um die Größe der primären Partition zu ändern. Verwenden Sie für das sdx1-Beispiel Ihre primäre Partition.

    resize2fs -f /dev/sdx1

  29. Geben Sie den Befehl sync mehrmals ein, um zwischengespeicherte Schreibvorgänge mit der Festplatte zu synchronisieren.
  30. Beenden Sie die Root-Konsolensitzung auf der zusätzlichen virtuellen Linux-Maschine.
  31. Navigieren Sie in vSphere zu den Hardwareeigenschaften des zusätzlichen Linux-Hosts und entfernen Sie die soeben konfigurierte Festplatte.

    Sie sollten die Festplatte nicht löschen, sondern lediglich von der zusätzlichen virtuellen Linux-Maschine entfernen.

  32. Verwenden Sie den vSphere Client, um die ursprüngliche virtuelle Maschine der vRealize Automation-Appliance einzuschalten. Die neu konfigurierte Festplatte sollte weiterhin Bestandteil der Appliance sein.
  33. Vergewissern Sie sich, dass der Auslagerungsspeicherplatz verfügbar ist, indem Sie sich an der vRealize Automation-Appliance-Konsole als root-Benutzer anmelden und den folgenden Befehl eingeben:

    swapon -s