Sie können allgemeine und wiederverwendbare Aktionsskripts erstellen, indem Sie Namenswertpaare, so genannte Softwareeigenschaften, definieren und als Parameter an Ihre Aktionsskripts übergeben. Sie können Softwareeigenschaften erstellen, die Zeichenfolgen-, Array-, Inhalts-, Ganzzahl- oder boolesche Werte erwarten. Sie haben die Möglichkeit, den Wert selbst einzugeben, jemanden zur Eingabe des Werts aufzufordern oder den Wert aus einer anderen Blueprint-Komponente durch Erstellen einer Bindung abzurufen.

Eigenschaftsoptionen

Sie können den Wert jeder Zeichenfolgen-Eigenschaft berechnen, indem Sie das Kontrollkästchen „Computing“ aktivieren, und Sie können jede Eigenschaft als verschlüsselt, überschreibbar oder erforderlich festlegen, indem Sie beim Konfigurieren der Software-Eigenschaften die entsprechenden Kontrollkästchen aktivieren. Kombinieren Sie diese Optionen mit Ihren Werten, um verschiedene Zwecke zu erreichen. Angenommen, Sie möchten Blueprint-Architekten auffordern, einen Wert für ein Kennwort einzugeben und diesen Wert zu verschlüsseln, wenn sie Ihre Softwarekomponente in einem Blueprint verwenden. Erstellen Sie die Kennworteigenschaft, aber lassen Sie das Textfeld für den Wert leer. Wählen Sie „Überschreibbar“, „Erforderlich“ und „Verschlüsselt“ aus. Wenn das erwartete Kennwort zu Ihrem Endbenutzer gehört, kann der Blueprint-Architekt In Anforderung anzeigen auswählen, damit die Benutzer beim Ausfüllen des Anforderungsformulars das Kennwort eingeben müssen.

Option

Beschreibung

Verschlüsselt

Markieren Sie Eigenschaften als verschlüsselt, um den Wert zu maskieren und als Sternchen in vRealize Automation anzuzeigen. Wenn Sie eine Eigenschaft von verschlüsselt zu unverschlüsselt ändern, setzt vRealize Automation den Eigenschaftswert zurück. Sie müssen aus Sicherheitsgründen einen neuen Wert für die Eigenschaft festlegen.

Überschreibbar

Lassen Sie zu, dass Architekten den Wert dieser Eigenschaft bearbeiten können, wenn sie einen Anwendungs-Blueprint zusammenstellen. Wenn Sie einen Wert eingeben, wird er als Standardwert angezeigt.

Erforderlich

Architekten müssen einen Wert für diese Eigenschaft eingeben oder den von Ihnen eingegebenen Standardwert akzeptieren.

Computing

Werte für Computing-Eigenschaften werden von den Lebenszyklusskripts INSTALL, CONFIGURE, START oder UPDATE zugewiesen. Der zugewiesene Wert wird an die nachfolgend verfügbaren Lebenszyklusphasen und an Komponenten übertragen, die an diese Eigenschaften in einem Blueprint gebunden sind. Wenn Sie „Computing“ für eine Eigenschaft auswählen, die keine Zeichenfolgen-Eigenschaft ist, wird der Eigenschaftstyp in „Zeichenfolge“ geändert.

Wenn Sie die Option für die Computing-Eigenschaft wählen, lassen Sie den Wert für Ihre benutzerdefinierte Eigenschaft leer. Designen Sie Ihre Skripts für die Computing-Werte.

Tabelle 1. Skriptbeispiele für die Computing-Eigenschaftsoption

Beispiel für die Zeichenfolgen-Eigenschaft

Skriptsyntax

Beispiel für die Nutzung

my_unique_id = ""

Bash - $my_unique_id

export my_unique_id="0123456789"

Windows CMD - %my_unique_id%

set my_unique_id=0123456789

Windows PowerShell - $my_unique_id

$my_unique_id = "0123456789"

Zeichenfolgen-Eigenschaft

Zeichenfolgen-Eigenschaften erwarten Zeichenfolgenwerte. Sie haben die Möglichkeit, die Zeichenfolge selbst einzugeben, jemanden zur Eingabe des Werts aufzufordern oder den Wert aus einer anderen Blueprint-Komponente durch Erstellen einer Bindung zu einer anderen Zeichenfolgen-Eigenschaft abzurufen. Zeichenfolgenwerte können beliebige ASCII-Zeichen enthalten. Verwenden Sie für eine Eigenschaftsbindung die Registerkarte Eigenschaften auf der Design-Arbeitsfläche, um die entsprechende Eigenschaft für die Bindung auszuwählen. Der Eigenschaftswert wird dann als Raw-Zeichenfolgendaten an die Aktionsskripte übergeben. Stellen Sie beim Binden einer Blueprint-Zeichenfolgen-Eigenschaft sicher, dass die Blueprint-Komponente, mit der Sie eine Bindung herstellen, nicht clusterfähig ist. Wenn es sich um eine Clusterkomponente handelt, wird der Zeichenfolgenwert zu einem Array und es wird nicht der erwartete Wert abgerufen.

Beispiel für die Zeichenfolgen-Eigenschaft

Skript-Syntax

Beispiel für die Nutzung

admin_email = "admin@email987.com"

Bash - $admin_email

echo $admin_email

Windows CMD - %admin_email%

echo %admin_email%

Windows PowerShell - $admin_email

write-output  $admin_email

Array-Eigenschaft

Array-Eigenschaften erwarten ein Array von Zeichenfolgen-, Ganzzahl-, Dezimal- oder booleschen Werten im Format ["Wert1", "Wert2", "Wert3"…]. Sie haben die Möglichkeit, die Werte selbst einzugeben, jemanden zur Eingabe der Werte aufzufordern oder die Werte aus einer anderen Blueprint-Komponente durch Erstellen einer Eigenschaftsbindung abzurufen. Wenn Sie Werte für eine Array-Eigenschaft definieren, müssen Sie das Array in eckigen Klammern einschließen. Der Wert in den Array-Elementen für ein Array von Zeichenfolgen kann beliebige ASCIl-Zeichen enthalten. Um einen umgekehrten Schrägstrich ordnungsgemäß in einem Wert der Array-Eigenschaft zu codieren, fügen Sie einen zusätzlichen umgekehrten Schrägstrich hinzu. Beispiel: ["c:\\test1\\test2"]. Verwenden Sie für eine gebundene Eigenschaft die Registerkarte Eigenschaften auf der Design-Arbeitsfläche, um die entsprechende Eigenschaft für die Bindung auszuwählen. Wenn Sie eine Bindung zu einem Array herstellen, müssen Sie Ihre Softwarekomponenten so konfigurieren, dass sie kein Werte-Array in einer bestimmten Reihenfolge erwarten.

Beispiel: Nehmen Sie eine virtuelle Maschine des Lastausgleichsdiensts, die die Last für einen Cluster von virtuellen Maschinen des Anwendungsservers ausgleicht. In einem solchen Fall ist eine Array-Eigenschaft für den Lastausgleichsdienst definiert und für das Array der IP-Adressen der virtuellen Maschinen des Anwendungsservers konfiguriert.

Die Konfigurationsskripte des Lastausgleichsdiensts verwenden die Array-Eigenschaft, um das entsprechende Lastausgleichsschema auf den Betriebssystemen Red Hat, Windows und Ubuntu zu konfigurieren.

Beispiel für die Array-Eigenschaft

Skript-Syntax

Beispiel für die Nutzung

operating_systems = ["Red Hat","Windows","Ubuntu"]

Bash - ${operating_systems[@]}

für das gesamte Array der Zeichenfolgen

${operating_systems[N]}

für das individuelle Array-Element

for (( i = 0 ; i < ${#operating_systems[@]}; i++ )); do
   echo ${operating_systems[$i]}
done

Windows CMD - %operating_systems_N%

wo N die Position des Elements im Array darstellt

for /F "delims== tokens=2" %%A in ('set operating_systems_') do (
    echo %%A
)

Windows PowerShell - $operating_systems

für das gesamte Array der Zeichenfolgen

$operating_systems[N]

für das individuelle Array-Element

foreach ($os in $operating_systems){
   write-output  $os
}

Inhalts-Eigenschaft

Der aktuelle Eigenschaftswert ist eine URL zu einer Datei, um Inhalte herunterzuladen. Der Software-Agent lädt den Inhalt von der URL auf die virtuelle Maschine herunter und übergibt dem Skript den Speicherort der lokalen Datei in der virtuellen Maschine.

Inhalts-Eigenschaften müssen als gültige URL mit dem HTTP- bzw. HTTPS-Protokoll definiert sein. Beispielsweise wird für die JBOSS Application Server Software-Komponente in der Beispielanwendung „Dukes Bank“ eine Inhaltseigenschaft „cheetah_tgz_url“ angegeben. Die Artefakte werden in der Software-Appliance gehostet, und die URL zeigt auf den Speicherort in der Appliance. Der Software-Agent lädt die Artefakte vom angegeben Speicherort auf die bereitgestellte virtuelle Maschine herunter.

Informationen zu software.http.proxy-Einstellungen, die Sie zusammen mit Inhaltseigenschaften verwenden können, finden Sie unter Referenz für benutzerdefinierte Eigenschaften.

Beispiel für die Zeichenfolgen-Eigenschaft

Skript-Syntax

Beispiel für die Nutzung

cheetah_tgz_url = "http://app_content_server_ip:port/artifacts/software/jboss/cheetah-2.4.4.tar.gz"

Bash - $cheetah_tgz_url

tar -zxvf $cheetah_tgz_url

Windows CMD - %cheetah_tgz_url%

start /wait c:\unzip.exe
%cheetah_tgz_url%

Windows PowerShell - $cheetah_tgz_url

 & c:\unzip.exe
$cheetah_tgz_url

Boolesche Eigenschaft

Verwenden Sie den booleschen Eigenschaftstyp, um eine Wahl zwischen „Wahr“ und „Falsch“ im Dropdown-Menü „Wert“ anzubieten.

Ganzzahleigenschaft

Verwenden Sie den Ganzzahl-Eigenschaftstyp für Nullwerte und positive oder negative ganzzahlige Werte.

Dezimaleigenschaft

Verwenden Sie den Dezimal-Eigenschaftstyp für Werte, die nicht-periodische Dezimalstellen darstellen.