Performancemanagement und Planung von Kapazitäten werden über Organisationen und Umgebungen hinweg unterschiedlich gehandhabt. Da in jeder Umgebung der Bedarf an Kapazitäten schwankt, sind die Hauptrivalen um die höhere Priorität meist eine hohe Wirtschaftlichkeit versus eine möglichst geringe Gefahr einer unzureichenden Performance. Für die Planung und Verwaltung des Kapazitätsbedarfs und für eine vernünftige Berechnung der Kapazität der Ressourcen setzt vRealize Operations Manager hochentwickelte Modelle ein.

Anhand der Kapazitätsberechnungen in vRealize Operations Manager können Sie mithilfe hochentwickelter Modelle praxisnahe Zusammenhänge zwischen objektiven Messwerten zur Metrik und subjektiven Zielsetzungen für eine akzeptable Performance und Produktivität aufdecken.

In vRealize Operations Manager bezieht Höhe und zeitliches Andauern des Bedarfs in Bezug zur verfügbaren Kapazität ein, und vRealize Operations Manager misst anhand dieses Werts das Potential für mögliche Probleme mit der Performance. Je höher die Belastungspunktezahl ist, desto höher ist auch das Potential für eine Verschlechterung der Performance Ihrer Objekte. In Abhängigkeit von der Konfiguration der Analyseeinstellungen für die Belastung in der Richtlinie kann eine Punktezahl „Grün“ für eine Belastung von 0 bis 24 Prozent stehen. Eine Punktezahl „Rot“ könnte eine Belastung von über 50 Prozent bedeuten. Anhand der fünfminütigen Datenerfassung und der intelligenten Belastungsberechnungen kann vRealize Operations Manager problemlos Zeiträume unzureichender Performance erkennen.

Bedarf bringt Belastung. In vRealize Operations Manager basieren die Berechnungen für die richtige Bemessung der Kapazität auf dem Bedarf aus der Vergangenheit. Das Ziel einer richtigen Bemessung besteht im Erreichen eines Belastungs-Badges „Grün“.

Die nutzbare Kapazität ergibt sich aus der verfügbaren Gesamtkapazität minus sämtlicher von Administratoren oder Benutzern festgelegten Puffer. Für die Bemessung der richtigen Größe für die nutzbare Kapazität wird in den Kapazitätsberechnungen eine „Belastungsfreier Wert“ genannte Größe verwendet. Anhand von Bedarf, Belastung und Belastungsfreiem Wert berechnet vRealize Operations Manager die richtige Größe.

Die Kapazitätsanalyse ermittelt den tatsächlichen und den eigentlichen Bedarf an Ressourcen so, dass keine Konflikte zwischen den Ressourcen auftreten. In den Berechnungen wird die Kapazität als unbegrenzt und frei von Konflikten zwischen Ressourcen angesehen. Dies führt dazu, dass die verfügbare Kapazität niemals zu hoch belastet wird. Das Ergebnis wird als „Belastungsfreier Bedarf“ bzw. „Belastungsfreier Wert“ bezeichnet.

Vorgehensweise zum Ermitteln von „Belastungsfreier Bedarf“ und „Belastungsfreier Wert“

In einigen Bereichen der Benutzerschnittstelle bezeichnet vRealize Operations Manager die Kapazität als „Belastungsfreier Bedarf, in anderen Bereichen wiederum als „Belastungsfreier Wert“. Beide Begriffe bedeuten, dass die für ein Objekt berechnete Kapazität keine inakzeptablen Niveaus an Konflikten und Belastungen aufweist, wie in der Richtlinie für die Belastungspunktezahl festgelegt.

„Belastungsfreier Bedarf“ wird in Fehlerbehebung > Alle Metriken, Ansichten und Berichten ausgewiesen.

  • In Fehlerbehebung > Alle Metriken können Sie anhand der Metrik mit dem Namen „Belastungsfreier Bedarf“ den CPU-Bedarf, die Zuteilung von und den Bedarf an Festplattenspeicher, den belegten Arbeitsspeicher und den vSphere-Konfigurationsgrenzwert eines Objekts untersuchen. Wenn Sie diese Metrik auf diese Ressourcen anwenden, können Sie eine Metrik-Grafik erstellen, in der der belastungsfreie Bedarf für ein Objekt dargestellt wird. Die Grafik zeigt den oberen und den unteren Wert für den belastungsfreien Wert über der Zeit an.

  • In Inhalt > Ansichten können Sie beim Hinzufügen oder Bearbeiten einer Ansicht in den Bereichen „Daten“ und „Konfiguration“ des Arbeitsbereichs die Metrik mit dem Namen „Belastungsfreier Bedarf“ verwenden. Erstellen Sie mithilfe dieser Metrik Ansichten zu CPU-Bedarf, Zuteilung von und Bedarf an Festplattenspeicher, belegtem Arbeitsspeicher und vSphere-Konfigurationsgrenzwert.

  • In Inhalt > Berichte können Sie eine Ansicht erstellen, in der die Metrik mit dem Namen „Belastungsfreier Bedarf“ enthalten ist, um einen Bericht zu erzeugen. Die Tabelle in diesem Bericht führt „Belastungsfreier Bedarf“ als Label auf. Diese Metrik könnte z. B. in einem Bericht „Trendansicht Cluster-CPU-Bedarf (%)“ erscheinen.

Die Größe „Belastungsfreier Wert“ wird auf der Registerkarte Objekt > Analyse > Verbleibende Zeit und auf der Registerkarte Objekt > Analyse > Belastung aufgeführt.

  • Auf der Registerkarte Objekt > Analyse > Verbleibende Zeit können Sie die verbleibende Zeit für den CPU-Bedarf, belegten Arbeitsspeicher, Bedarf an und die Zuteilung von Festplattenspeicher und den vSphere-Konfigurationsgrenzwert ablesen. In dieser Ansicht lautet die Überschrift der Tabellenspalte „Belastungsfreier Wert“.

  • Auf der Registerkarte Objekt > Analyse > Belastung lautet die Überschrift der Tabellenspalte „Belastungsfreier Wert“. Die Tabellen weisen den belastungsfreien Wert als die für CPU-Bedarf, belegten Arbeitsspeicher, Bedarf an und Zuteilung von Festplattenspeicher und den vSphere-Konfigurationsgrenzwert berechneten Werte aus.

Einstellen der Schwellenwert für die Belastungspunktezahl

Durch die Analyseeinstellungen in der auf Ihre Objekte angewendeten Richtlinie werden die Schwellenwerte für die Belastungspunktezahl vorgegeben. In der Richtlinie sind standardmäßige Einstellungen für die Belastungspunktezahl für „Grün“, „Gelb“, „Orange“ und „Rot“ enthalten. Falls diese Einstellungen zu streng oder zu locker für Ihre Umgebung sind, können Sie diese Einstellungen ändern.

Um die Schwellenwerte für die Belastungspunktezahl zu ändern, bearbeiten Sie die für Ihre Objekte gültige Richtlinie, und klicken Sie auf Analyseeinstellungen. Wählen Sie einen Objekttyp aus, und klicken Sie auf das Filter-Symbol, um die Analyseeinstellungen der Richtlinie anzuzeigen. Klicken Sie im Bereich „Belastung“ auf das Schlosssymbol, erweitern Sie Belastung, und ändern Sie die Schwellenwerte für die Belastung.

Anhand der Belastungseinstellungen für die Analyse berechnet vRealize Operations Manager die Belastungspunktezahl für die ausgewählten Ressourcen wie Arbeitsspeicherbedarf, CPU-Bedarf und vSphere-Konfigurationsgrenzwert.

Sie können Ihre eigenen Werte für die Belastungsschwellenwerte festlegen oder die Werte auch deaktivieren. Um einen Schwellenwert für eine Belastungspunktezahl zu ändern, klicken Sie auf das entsprechende Symbol, und ziehen Sie das Symbol den Schieberegler entlang. Um einen Belastungsbereich zu entfernen, z. B. den standardmäßigen Bereich von 35 bis 49 für „Orange“, doppelklicken Sie auf das Symbol, um den entsprechenden Bereich zu deaktivieren.

Bedarf übersteigt ist eine in Prozent angegebene Kapazität. Die Kapazität wird auch als „Zugewiesene Kapazität“ (Provisioned Capacity) bezeichnet. Um den Belastungsschwellenwert für eine Ressource zu ändern, doppelklicken Sie auf den Prozentwert „Bedarf übersteigt“, und geben Sie den gewünschten Wert ein. Dieser Wert legt den Punkt fest, an dem vRealize Operations Manager den Prozentsatz an Bedarf als „Belastung“ ansieht. Beispiel: Um den Belastungsschwellenwert für Arbeitsspeicherbedarf zu ändern, doppelklicken Sie auf den derzeitigen Prozentwert, z. B. 70,0 % der Kapazität, und geben Sie den neuen Prozentwert des Bedarfs ein, der überschritten werden muss, damit vRealize Operations Manager dies als „Belastung“ wertet.

Sie können für jede einzelne Ressource das durchlaufende Analysefenster ändern, damit der gesamte Bereich einbezogen wird. Außerdem können Sie den Wert auf einen anderen Zeitpunkt festlegen, wenn Sie verlangen müssen, dass vRealize Operations Manager die Belastungspunktezahl anders ermittelt.

Weitere Informationen über die Belastungspunktezahl

vRealize Operations Manager berechnet die Belastungszone und die Belastungspunktezahl für Sie. In den folgenden Erläuterungen werden typische Szenarien abgehandelt, in denen „Bedarf“ „Kapazität“ nicht übersteigt.

Um die auf einem Objekt liegende Belastung für einen vorgegebenen Zeitraum zu bestimmen, können Sie die Bedarfskurve untersuchen und ermitteln, wie viel der Belastungszone vom Bedarf belegt wird. Die Belastungszone beginnt typischerweise an dem Punkt, an dem der Bedarf 70 Prozent der Gesamtkapazität übersteigt. Eine Belastung tritt z. B. dann auf, wenn CPU-Bedarf, Arbeitsspeicherbedarf oder belegter Arbeitsspeicher 70 Prozent der Kapazität übersteigt.

In einer 60-minütigen Spitzenzeit berechnet vRealize Operations Manager die Belastungspunktezahl anhand der folgenden Variablen:

  • Belastungsschwellenwert, also die Einstellung für Bedarf übersteigt

  • Schwellenwert für die Belastungspunktezahl, der die Farbe des Belastungs-Badge bestimmt

  • Zeitbereich, wie in 30 Tagen der Analyse

  • Fenster für die Erkennung von Spitzen, also die Einstellung für 60-Minuten-Spitzen. Diese Einstellung können Sie auf eine Anzahl von Minuten ungleich null oder auf den gesamten Bereich einstellen.

Wenn der Bedarf 70 Prozent übersteigt, dann befindet sich dieser Datenpunkt in der Zeit in der Belastungszone.

Um eine für eine Berechnung der Belastung verwendete Beispielgrafik zu untersuchen, klicken Sie in den Richtlinieneinstellungen für die Belastungsanalyse auf Was ist „Belastung“?.

Hier ist ein weiteres Beispiel aufgeführt, in dem die Berechnung der CPU-Belastung erläutert wird.

Bei einem Fenster für die Spitzenerkennung mit einer Größe von 60 Minuten berechnet vRealize Operations Manager die CPU-Belastungspunktezahl. Operations Manager verwendet den Bereich unter der Bedarfskurve und über der Geraden für den Belastungsschwellenwert als Prozentsatz des von der Kurve der Gesamtkapazität abgedeckten Bereichs.

Mit Zeitstempeln t1 und t2 wird ein 60-minütiges Fenster in den vergangenen 30 Tagen festgelegt. Die Belastungspunktezahl ist von Bedarf, Belastungsschwellenwert und Gesamtkapazität über der Zeit abhängig.

Maximum ((Bedarf – Belastungsschwellenwert) ÷ (Gesamtkapazität – Belastungsschwellenwert))

Diese Gleichung gilt für die Belastungsberechnungen für jede einzelne Ressource wie Arbeitsspeicherbedarf, belegter Arbeitsspeicher und CPU-Bedarf.

Wenn sich Gesamtkapazität über den betrachteten Zeitraum hinweg ändert, muss auch Belastungsschwellenwert variabel werden, da (Belastungsschwellenwert) = (Belastungsschwellenwert in %) x (Gesamtkapazität) ist.

Da (Gesamtkapazität) zu unterschiedlichen Zeiten t unterschiedliche Werte annehmen kann, ist „Belastungsschwellenwert“ (t) = „Belastungsschwellenwert in %“ x „Gesamtkapazität“ (t).

Daraus ergibt sich, dass die Belastungspunktezahl die höchste Gesamtsumme an Bedarf ist, der 70 Prozent der Kapazität als Prozentsatz der Gesamtsumme an Kapazität innerhalb eines beliebigen zusammenhängenden Intervalls von 60 Minuten in den vergangenen 30 Tagen übersteigt. Die Formel für die Punktezahl lautet:

Maximum ((Bedarf (t1, t2) – „Belastungsschwellenwert“ (t1t2)) ÷ („Gesamtkapazität“ (t1, t2) – „Belastungsschwellenwert“ (t1t2)))

Wobei:

  • t1 und t2 Zeitstempel im Zeitkontinuum der vergangenen 30 Tage sind.

  • t1 < t2

  • t2 – t1 = 60 Minuten

  • Bedarf (t1t2) ist die Bedarfskurve zwischen Zeitpunkt t1 und Zeitpunkt t2.

  • „Belastungsschwellenwert“ (t1t2) ist die Belastungsschwellenwertkurve (in Absolutwerten) zwischen Zeitpunkt t1 und Zeitpunkt t2.

  • „Gesamtkapazität“ (t1t2) ist die Kapazitätsschwellenwertkurve zwischen Zeitpunkt t1 und Zeitpunkt t2.

vRealize Operations Manager berechnet die Gesamtsumme über ein zusammenhängendes Zeitintervall von 60 Minuten in den vergangenen 30 Tagen. Die Belastungspunktezahl ist der Prozentsatz der aufsummierten Kapazität im selben zusammenhängenden Zeitintervall von 60 Minuten. Eine akzeptable Punktezahl ergibt einen grünen Belastungs-Badge.

Um die Belastungszone für ein Objekt anzuzeigen, klicken Sie auf Objekt > Analyse > Belastung. Untersuchen Sie anschließend die aufgeschlüsselten Bereiche „Belastung“ für CPU und Arbeitsspeicher, die Spalte „Belastungsbereich“ in der Tabelle und die Grafik des tatsächlichen Bedarfs.

Mit der Berechnung der Belastungspunktezahl bietet vRealize Operations Manager eine intelligente Möglichkeit zum Bewerten von Spitzen und Fluktuationen bei der Kapazität Ihrer Objekte im Verlauf der Zeit.