Eine Richtlinie ist ein Satz von Regeln, den Sie für vRealize Operations Manager definieren, um Informationen zu den Objekten in Ihrer Umgebung zu analysieren und anzuzeigen. Sie können Richtlinien erstellen, ändern und verwalten, um zu bestimmen, wie vRealize Operations Manager Daten in Dashboards, Ansichten und Berichten anzeigt.

Verbindung von Richtlinien mit Ihrer Umgebung

vRealize Operations Manager-Richtlinien unterstützen die betrieblichen Entscheidungen, die für Ihre IT-Infrastruktur und Geschäftsbereiche getroffen werden. Mit Richtlinien steuern Sie, welche Daten von vRealize Operations Manager erfasst und in Berichten für bestimmte Objekte in Ihrer Umgebung aufgelistet werden. Jede Richtlinie kann Einstellungen aus anderen Richtlinien enthalten, und Sie können verschiedene Analyseeinstellungen, Warnungsdefinitionen und Systemdefinitionen für bestimmte Objekttypen anpassen und überschreiben, um die für Ihre Umgebung etablierten Service Level Agreements (SLAs) und geschäftlichen Prioritäten zu unterstützen.

Wenn Sie Richtlinien verwalten, müssen Sie die betrieblichen Prioritäten für Ihre Umgebung und die Toleranzen für Warnungen und Symptome verstehen, um die Anforderungen an Ihre geschäftskritischen Anwendungen zu erfüllen. Anschließend können Sie die Richtlinien konfigurieren, sodass Sie die korrekte Richtlinie und die Schwellenwerteinstellungen für Ihre Produktions- und Testumgebungen anwenden.

Richtlinien definieren die Einstellungen, die vRealize Operations Manager auf Ihre Objekte anwendet, wenn Daten aus Ihrer Umgebung erfasst werden. vRealize Operations Manager wendet Richtlinien auf neu entdeckte Objekte an, wie zum Beispiel die Objekte in einer Objektgruppe. Sie verfügen beispielsweise über eine vorhandene VMware-Adapterinstanz und wenden eine bestimmte Richtlinie auf die Gruppe namens „World“ an. Wenn ein Benutzer eine neue virtuelle Maschine zur vCenter Server-Instanz hinzufügt, teilt der VMware-Adapter vRealize Operations Manager das Objekt der virtuellen Maschine mit. Der VMware-Adapter wendet dieselbe Richtlinie auf dieses Objekt an, weil es Mitglied der Objektgruppe „World“ ist.

Um die Einstellungen der Kapazitätsrichtlinie zu implementieren, müssen Sie die Anforderungen und Toleranzen für Ihre Umgebung, wie beispielsweise die CPU-Nutzung, verstehen. Konfigurieren Sie anschließend Ihre Objektgruppen und Richtlinien je nach Ihrer Umgebung.

  • Bei einer Richtlinie für die Produktionsumgebung wird die Konfiguration von leistungsfähigeren Einstellungen und die Berücksichtigung von Spitzenzeiten empfohlen.

  • Bei einer Richtlinie für die Testumgebung wird die Konfiguration von Einstellungen für eine höhere Nutzung empfohlen.

vRealize Operations Manager wendet Richtlinien in der Reihenfolge Ihrer Priorität an, wie sie auf der Registerkarte „Aktive Richtlinien“ angezeigt werden. Wenn Sie die Priorität Ihrer Richtlinien festgelegt haben, wendet vRealize Operations Manager die konfigurierten Einstellungen in den Richtlinien bei der Analyse und Berichterstellung für Ihre Objekte entsprechend der Prioritätenreihenfolge der Richtlinien an. Um die Priorität einer Richtlinie zu ändern, klicken Sie auf eine Richtlinienzeile und ziehen Sie sie. Die Standardrichtlinie bleibt immer am Ende der Prioritätsliste, wobei die Liste der restlichen aktiven Richtlinien mit Priorität 1 beginnt, der höchsten Priorität für eine Richtlinie. Wenn Sie ein Objekt als ein Mitglied mehrerer Objektgruppen zuweisen und jeder Objektgruppe eine andere Richtlinie zuweisen, ordnet vRealize Operations Manager die ranghöchste Richtlinie diesem Objekt zu.

Tabelle 1. Konfigurierbare Richtlinienregelelemente

Richtlinienregelelemente

Schwellenwerte, Einstellungen, Definitionen

Arbeitslast

Aktivieren oder deaktivieren Sie den Arbeitsspeicher-, CPU- und Festplattenbedarf. Aktivieren oder deaktivieren Sie die Raten für Netzwerk-E/A und Datenspeicher-E/A und legen Sie das vSphere-Konfigurationslimit fest. Konfigurieren Sie Symptomschwellenwerte für die Punktzahl für das Badge „Arbeitslast“.

Anomalien

Konfigurieren Sie Symptomschwellenwerte für die Punktzahl für das Badge „Anomalien“.

Fehler

Konfigurieren Sie Symptomschwellenwerte für die Punktzahl für das Badge „Fehler“.

Verbleibende Kapazität und Verbleibende Zeit

Aktivieren oder deaktivieren Sie den Bedarf und die Zuordnung für Arbeitsspeicher, CPU und Festplattenspeicher. Aktivieren oder deaktivieren Sie die Raten für Netzwerk-E/A und Datenspeicher-E/A und legen Sie das vSphere-Konfigurationslimit fest. Berücksichtigen Sie Spitzenzeiten und die übernommenen Projekte, die sich auf die verbleibende Zeit auswirken, und legen Sie den Bereitstellungszeitpuffer fest. Konfigurieren Sie Schwellenwerte für die Punktzahlen für die Badges „Kapazität“ und „Verbleibende Zeit“.

Belastung

Aktivieren oder deaktivieren Sie den Arbeitsspeicher- und CPU-Bedarf. Aktivieren oder deaktivieren Sie die Raten für Netzwerk-E/A und Datenspeicher-E/A und legen Sie das vSphere-Konfigurationslimit fest. Konfigurieren Sie Symptomschwellenwerte für die Punktzahl für das Badge „Belastung“.

Zurückgewinnbare Kapazität

Legen Sie den Prozentsatz für Überdimensionierung sowie den Prozentsatz für Leerlaufzeit und Zeit im ausgeschalteten Zustand fest. Konfigurieren Sie Symptomschwellenwerte für die Punktzahl für das Badge „Zurückgewinnbare Kapazität“.

Dichte

Konfigurieren Sie Symptomschwellenwerte für die Punktzahl für das Badge „Dichte“.

Zeitraum

Verfolgen Sie die Verwendung von Objekten und wählen Sie den Wartungszeitplan aus.

Attribute

Ein Attribut ist eine Datenkomponente, die erfasst werden kann. Sie können Metrik-, Eigenschafts- und Super-Metrik-Attribute zwecks Sammlung auswählen und Attribute als wichtige Leistungsindikatoren festlegen. Ein wichtiger Leistungsindikator ist die Festlegung eines Attributs, das angibt, dass das Attribut in Ihrer eigenen Umgebung wichtig ist.

vRealize Operations Manager behandelt wichtige Leistungsindikatoren anders als andere Attribute. Verstöße gegen Schwellenwerte durch einen wichtigen Leistungsindikator generieren andere Arten von Warnungen als diejenigen, die für Attribute anderer Leistungsindikatoren (Nicht-KPI) generiert werden.

Wenn ein wichtiger Leistungsindikator gegen einen Schwellenwert verstößt, untersucht vRealize Operations Manager die Ereignisse, die dem Verstoß vorausgingen. Wenn genügend verwandte Informationen gefunden werden, erfasst vRealize Operations Manager die Ereignisse, die dem Verstoß vorausgingen, als Fingerabdruck. Wenn das Programm eine ähnliche Reihe von zukünftigen Ereignissen erkennt, kann es eine voraussagende Warnung ausgeben, um vor einem wahrscheinlichen Verstoß des wichtigen Leistungsindikators zu warnen.

Warnungsdefinitionen

Aktivieren oder deaktivieren Sie Kombinationen von Symptomen und Empfehlungen, um eine Bedingung zu ermitteln, die ein Problem klassifiziert.

Symptomdefinitionen

Aktivieren oder deaktivieren Sie Testbedingungen für Eigenschaften, Metriken oder Ereignisse.

Richtlinien zum Erstellen, Ändern und Priorisieren von Berechtigungen

Sie müssen über Berechtigungen verfügen, um Zugriff auf bestimmte Funktionen in der vRealize Operations Manager-Benutzeroberfläche zu haben. Die Ihrem Benutzerkonto zugeordneten Rollen legen fest, auf welche Funktionen Sie zugreifen und welche Aktionen Sie ausführen können.

Um die Richtlinienpriorität festzulegen, klicken Sie auf der Registerkarte „Aktive Richtlinien“ auf die Zeile mit den Richtlinien und ziehen Sie sie entsprechend der gewünschten Priorität auf eine Stelle in der Liste. Die Priorität für die Standardrichtlinie wird immer durch den Buchstaben D zugewiesen.

Auswirkungen von Upgrades auf Ihre Richtlinien

Nachdem Sie ein Upgrade von vRealize Operations Manager von einer früheren Version durchgeführt haben, finden Sie unter Umständen neu hinzugefügte oder aktualisierte Standardeinstellungen von Richtlinien wie beispielsweise neue Warnungen und Symptome. Aus diesem Grund müssen Sie die Einstellungen analysieren und anpassen um sie für ihre aktuelle Umgebung zu optimieren. Wenn Sie die in einer vorherigen Version von vRealize Operations Manager verwendeten Richtlinien anwenden, bleiben die manuell angepassten Richtlinieneinstellungen unverändert.