vSphere Replication kann eine oder mehrere virtuelle Maschinen und ihre virtuellen Festplatten schützen, indem diese zwischen vCenter Server-Instanzen repliziert werden.

Beim Konfigurieren einer Replizierung legen Sie einen RPO-Wert (Recovery Point Objective) fest, um den maximal tolerierbaren Datenverlust zu bestimmen. Ein RPO von 1 Stunde soll z. B. sicherstellen, dass eine virtuelle Maschine während der Wiederherstellung nicht mehr als eine Stunde an Daten verliert. Bei kleineren RPO-Werten gehen weniger Daten bei einer Wiederherstellung verloren, jedoch wird mehr Netzwerkbandbreite belegt, um die Replik aktuell zu halten. Der RPO-Wert beeinflusst die Replizierungsplanung, aber vSphere Replication hält sich nicht an einen strengen Replizierungsplan. Siehe Auswirkungen des RPO (Recovery Point Objective) auf die Replizierungsplanung und Funktionsweise des RPO-Werts (Recovery Point Objective) von 5 Minuten.

Jedes Mal, wenn eine virtuelle Maschine ihr RPO-Ziel erreicht, protokolliert vSphere Replication etwa 3800 Bytes an Daten in der Datenbank für vCenter Server-Ereignisse. Wenn Sie einen kurzen RPO-Zeitraum festlegen, kann dies schnell zu einem hohen Datenvolumen in der Datenbank führen. Um den Datenumfang zu reduzieren, der in der vCenter Server-Ereignisdatenbank gespeichert wird, begrenzen Sie die Anzahl der Tage für die Speicherung von Ereignisdaten durch vCenter Server. Weitere Informationen finden Sie unter „Konfigurieren einer Datenbankaufbewahrungsrichtlinie“ im Handbuch für vCenter Server und Hostverwaltung. Alternativ dazu können Sie einen höheren RPO-Wert festlegen.

vSphere Replication garantiert Absturzkonsistenz unter allen Festplatten, die zu einer virtuellen Maschine gehören. Wenn Sie die Stilllegung verwenden, können Sie möglicherweise eine höhere Konsistenzstufe erzielen. Die verfügbaren Stilllegungstypen hängen vom Betriebssystem der virtuellen Maschine ab. Weitere Informationen zur Unterstützung der Stilllegung durch Windows- und Linux-VMs finden Sie unter Kompatibilitätstabellen für vSphere Replication 8.3.

Für virtuelle Maschinen können Sie die Replizierung von und zu vSAN-Datenspeichern konfigurieren. Unter Verwenden von vSphere Replication mit vSAN-Speicher finden Sie Informationen zu Einschränkungen bei der Verwendung von vSphere Replication mit vSAN.

Voraussetzungen

  • Überprüfen Sie, ob die vSphere Replication-Appliance an Quell- und Ziel-Site bereitgestellt ist.
  • Für die Aktivierung der Stilllegung von virtuellen Maschinen, auf denen ein Linux-Gastbetriebssystem ausgeführt wird, installieren Sie die neueste Version von VMware Tools auf jeder Linux-Maschine, die Sie replizieren möchten.
  • Wenn Sie eine verschlüsselte VM replizieren oder die Netzwerkverschlüsselung einer Replizierung aktivieren möchten, stellen Sie sicher, dass Ihre Umgebung die Anforderungen erfüllt. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Replizieren von verschlüsselten virtuellen Maschinen.

Prozedur

  1. Melden Sie sich beim vSphere Client oder vSphere Web Client an.
  2. Klicken Sie auf der Startseite auf Site Recovery und dann auf Site Recovery öffnen.
  3. Wählen Sie auf der Startseite der Site-Wiederherstellung ein Site-Paar aus und klicken Sie auf Details anzeigen.
  4. Klicken Sie auf die Registerkarte Replizierungen, wählen Sie Ausgehend oder Eingehend aus und klicken Sie auf das Symbol Neue Replizierung erstellen.
  5. Wählen Sie auf der Seite Virtuelle Maschinen des Assistenten Replizierung konfigurieren die virtuellen Maschinen aus, die Sie replizieren möchten, und klicken Sie auf Weiter.
  6. Akzeptieren Sie die automatische Zuweisung eines vSphere Replication-Servers oder wählen Sie einen bestimmten Server auf der Ziel-Site aus und klicken Sie auf Weiter.
  7. Wählen Sie auf der Seite Zieldatenspeicher einen Datenspeicher aus, in den die Dateien repliziert werden.
    Wenn Sie mehrere virtuelle Maschinen replizieren, können Sie für jede virtuelle Maschine einen anderen Zieldatenspeicher konfigurieren.
  8. (Optional) Aktivieren Sie das Kontrollkästchen Speicher auswählen.
    Replizierungsspeicher können während der anfänglichen vollständigen Synchronisierung den Netzwerkdatenverkehr verringern. Eine unbeabsichtigte Verwendung von Replizierungsspeichern kann jedoch zu Datenverlust führen.
  9. (Optional) Aktivieren oder deaktivieren Sie das Kontrollkästchen Neue Festplatten automatisch in Replizierung einschließen.
    Behalten Sie die Aktivierung des Kontrollkästchens bei, um automatisch neue Festplatten mit derselben Replizierungskonfiguration wie die Quell-VM in die Replizierung aufzunehmen. Das Festplattenformat für die automatisch aufgenommenen Festplatten wird wie folgt ermittelt: Wenn alle replizierten Festplatten das Format Wie Quelle verwenden, wird das Format Wie Quelle auf die automatisch aufgenommenen Festplatten angewendet. Wenn dies nicht der Fall ist, alle replizierten Festplatten jedoch dasselbe Format verwenden, wie z. B. Thin-Provision, wird dasselbe Format ( Thin-Provision) auf die automatisch aufgenommenen Festplatten angewendet. Wenn alle replizierten Festplatten unterschiedliche Formate verwenden, wird das Format Wie Quelle auf die automatisch aufgenommenen Festplatten angewendet.
    Wenn Sie die Ansicht Datenspeicher pro Festplatte konfigurieren aktivieren, können Sie die automatische Replizierung neuer Festplatten aktivieren oder deaktivieren, indem Sie den Switch Neue Festplatte umschalten.
  10. Klicken Sie auf Weiter.
  11. (Optional) Überprüfen Sie auf der Seite Speicher auswählen die vorgeschlagenen Replizierungsspeicher und ändern Sie diese bei Bedarf.
    Sie können für jede Festplatte der virtuellen Maschine Speicherdateien auswählen und im Drop-down-Menü nach Replizierungsspeichern suchen, indem Sie auf Durchsuchen klicken.
    Die Replikatdateien für die Festplatte werden in den Speicherdateiordner geschrieben.
  12. Aktivieren Sie das Kontrollkästchen Die ausgewählten Datenspeicher sind korrekt und klicken Sie auf Weiter.
  13. Legen Sie auf der Seite Replizierungseinstellungen mit dem RPO-Schieberegler die akzeptable Zeitspanne fest, für die ein Datenverlust beim Ausfall einer Site toleriert wird.
    Der verfügbare RPO-Bereich geht von 5 Minuten bis 24 Stunden.
  14. (Optional) Um mehrere Replizierungsinstanzen zu speichern, die während der Wiederherstellung in Snapshots der Quell-VM konvertiert werden können, wählen Sie Point-in-Time-Instanzen aktivieren aus und passen die Anzahl der beizubehaltenden Instanzen an.
    Hinweis: Sie können bis zu 24 Instanzen einer virtuellen Maschine beibehalten. Wenn Sie vSphere Replication beispielsweise so einstellen, dass sechs Replizierungsinstanzen pro Tag beibehalten werden, können Sie als maximale Anzahl von Tagen vier Tage festlegen.

    Wie viele Replizierungsinstanzen vSphere Replication beibehält, hängt von der konfigurierten Aufbewahrungsrichtlinie ab, setzt aber auch voraus, dass die RPO-Zeitspanne kurz genug für die Erstellung dieser Instanzen ist. vSphere Replication überprüft nicht, ob mit den RPO-Einstellungen genügend Instanzen erstellt werden, und zeigt keine Warnmeldung an, wenn die Instanzen nicht ausreichen. Deshalb müssen Sie vSphere Replication so einstellen, dass die gewünschte Anzahl von Instanzen erstellt wird. Wenn Sie vSphere Replication beispielsweise anweisen, 6 Replizierungsinstanzen pro Tag beizubehalten, darf der RPO-Zeitraum 4 Stunden nicht überschreiten, damit vSphere Replication 6 Instanzen in 24 Stunden erstellen kann.

  15. (Optional) Aktivieren Sie die Stilllegung für das Gastbetriebssystem der virtuellen Quellmaschine.
    Hinweis: Stilllegungsoptionen sind nur für virtuelle Maschinen verfügbar, die eine Stilllegung unterstützen. vSphere Replication unterstützt die Stilllegung mit VSS nicht für virtuelle Volumes.
  16. (Optional) Wählen Sie Netzwerk-Komprimierung für VR-Daten aktivieren aus.
    Durch das Komprimieren der Replizierungsdaten, die über das Netzwerk übertragen werden, wird Bandbreite eingespart und gegebenenfalls die vom vSphere Replication-Server benötigte Menge an Pufferspeicher reduziert. Für das Komprimieren und Dekomprimieren der Daten sind aber zusätzliche CPU-Ressourcen sowohl auf der Quell-Site als auch auf dem Server nötig, der den Zieldatenspeicher verwaltet.
  17. (Optional) Aktivieren Sie die Netzwerkverschlüsselung des Replizierungsdatenverkehrs.
    Wenn Sie eine Replizierung einer verschlüsselten VM konfigurieren, wird diese Option automatisch aktiviert und kann nicht deaktiviert werden.
  18. Überprüfen Sie auf der Seite „Bereit zum Abschließen” die Replizierungseinstellungen und klicken Sie auf Beenden.

Ergebnisse

vSphere Replication startet eine anfängliche vollständige Synchronisierung der Dateien der virtuellen Maschinen in den festgelegten Datenspeicher auf der Ziel-Site.