Anhand der NIC-Gruppierung können Sie die Netzwerkkapazität eines virtuellen Switch erhöhen, indem Sie zwei oder mehr physische Netzwerkkarten in einer Gruppe zusammenfassen. Um zu bestimmen, wie der Datenverkehr im Fall eines Adapterfehlers umgeleitet wird, schließen Sie physische Netzwerkkarten in einer Failover-Reihenfolge ein. Um zu bestimmen, wie der virtuelle Switch den Netzwerkdatenverkehr zwischen den physischen Netzwerkkarten in einer Gruppe verteilt, wählen Sie Lastaustgleichsalgorithmen aus, die sich für die Bedürfnisse und Kapazitäten Ihrer Umgebung eignen.

NIC-Gruppierungsrichtlinien

Anhand der NIC-Gruppierung können Sie einen virtuellen Switch mit mehreren physischen Netzwerkkarten auf einem Host verbinden, um die Netzwerkbandbreite des Switch zu erhöhen und Redundanz bereitzustellen. Eine NIC-Gruppe kann den Datenverkehr zwischen ihren Mitgliedern verteilen und bei einem Adapterfehler oder einem Netzwerkausfall passives Failover bereitstellen. NIC-Gruppierungsrichtlinien werden für einen vSphere Standard Switch auf der Ebene des virtuellen Switch oder der Portgruppe und für einen vSphere Distributed Switch auf der Ebene des Ports oder der Portgruppe festgelegt.

Anmerkung:

Alle Ports am physischen Switch in der gleichen Gruppe müssen sich in der gleichen Broadcast-Domäne der Ebene 2 befinden.

Lastausgleichsrichtlinie

Die Lastausgleichsrichtlinie bestimmt, wie der Netzwerkdatenverkehr zwischen den Netzwerkadaptern in einer NIC-Gruppe verteilt wird. Bei virtuellen vSphere-Switches erfolgt der Lastausgleich nur für den ausgehenden Datenverkehr. Der eingehende Datenverkehr wird durch die Lastausgleichsrichtlinie auf dem physischen Switch gesteuert.

Weitere Informationen zu den einzelnen Lastausgleichsalgorithmen finden Sie unter Verfügbare Lastausgleichsalgorithmen für virtuelle Switches.

Richtlinie für die Netzwerkausfallerkennung

Sie können eine der folgenden Methoden festlegen, die von einem virtuellen Switch für die Ausfallerkennung verwendet werden.

Nur Verbindungsstatus

Als Grundlage dient ausschließlich der vom Netzwerkadapter angegebene Verbindungsstatus. Ermittelt Fehler wie nicht angeschlossene Kabel oder Betriebsausfälle des physischen Switches. Der Verbindungsstatus ermittelt jedoch nicht die folgenden Konfigurationsfehler:

  • Die Blockierung eines Ports des physischen Switches durch STP (Spanning Tree Protocol), eine Zuweisung zum falschen VLAN.

  • Nicht angeschlossene Kabel zwischen einem physischen Switch und einem anderen Netzwerkgerät, z. B. einem Upstream-Switch.

Signalprüfung

Sendet Ethernet-Broadcast-Frames und hört diese ab (Signalprüfung), welche von physischen Netzwerkkarten gesendet werden, um Verbindungsfehler in allen physischen Netzwerkkarten in einer Gruppe zu ermitteln. ESXi-Hosts senden jede Sekunde Signalpakete. Die Signalprüfung eignet sich am besten zur Fehlerermittlung in dem physischen Switch, der dem ESXi-Host am nächsten liegt, bei dem der Fehler kein „Link deaktiviert“-Ereignis für den Host verursacht.

Verwenden Sie die Signalprüfung bei mindestens drei Netzwerkkarten in einer Gruppe, da ESXi Fehler eines einzelnen Adapters erkennen kann. Wenn nur zwei Netzwerkkarten zugewiesen sind und für eine der Netzwerkkarten die Verbindung getrennt wird, kann der Switch nicht ermitteln, welche Netzwerkkarte außer Betrieb genommen werden muss, da beide Netzwerkkarten keine Signale empfangen und demzufolge alle Pakete an beide Uplinks gesendet werden. Die Verwendung von mindestens drei Netzwerkkarten in einer solchen Gruppe erlaubt n-2 Fehler, wobei n für die Anzahl der Netzwerkkarten in der Gruppe steht, bevor eine unklare Situation eintritt.

Failback-Richtlinie

Standardmäßig ist für eine NIC-Gruppe eine Failback-Richtlinie aktiviert. Wenn eine ausgefallene physische Netzwerkkarte wieder online geht, legt der virtuelle Switch die Netzwerkkarte wieder als aktiv fest, indem die Standby-Netzwerkkarte ersetzt wird, die deren Steckplatz übernommen hatte.

Wenn die physische Netzwerkkarte, die in der Failover-Reihenfolge an erster Stelle steht, immer wieder ausfällt, kann die Failback-Richtlinie häufige Änderungen der verwendeten Netzwerkkarte verursachen. Der physische Switch stellt häufige Änderungen der MAC-Adressen fest, und möglicherweise akzeptiert der Port des physischen Switch nicht sofort Datenverkehr, wenn der Adapter online geschaltet wird. Um diese Verzögerungen zu minimieren, können die folgenden Einstellungen des physischen Switch geändert werden:

  • Deaktivieren Sie das Spanning-Tree-Protocol (STP) für physische Netzwerkkarten, die mit den ESXi-Hosts verbunden sind.

  • Aktivieren Sie für Cisco-basierte Netzwerke den PortFast-Modus für Zugriffssschnittstellen oder den PortfFast-Trunk-Modus für Trunk-Schnittstellen. Dadurch können ca. 30 Sekunden während der Initialisierung des Ports des physischen Switches eingespart werden.

  • Deaktivieren Sie die Trunking-Aushandlung.

Richtlinie zur Switch-Benachrichtigung

Wenn Sie die Richtlinie zur Switch-Benachrichtigung verwenden, können Sie festlegen, wie der ESXi-Host über Failover-Ereignisse benachrichtigt. Wenn eine physische Netzwerkkarte eine Verbindung zum virtuellen Switch herstellt oder wenn der Datenverkehr zu einer anderen physischen Netzwerkkarte in der Gruppe umgeleitet wird, sendet der virtuelle Switch Benachrichtigungen über das Netzwerk, um die Lookup-Tabellen der physischen Switches zu aktualisieren. Durch das Benachrichtigen des physischen Switches wird die geringste Latenz bei Eintreten eines Failovers oder einer Migration mit vSphere vMotion erreicht.