Auf einem vSphere Distributed Switch 5.x bzw. einem vSphere Distributed Switch, für das ein Upgrade auf 6.0 durchgeführt wurde und das nicht über die verbesserte Version Network I/O Control Version 3 verfügt, können Sie sicherstellen, dass der Systemdatenverkehr und die virtuellen Maschinen die erforderliche Bandbreite für ihren Betrieb erhalten, indem Sie das Ressourcenpoolmodell von Network I/O Control Version 2 verwenden.

Netzwerkressourcenpools in Network I/O Control Version 2

In Network I/O Control Version 2 unterstützt der Distributed Switch-Datenverkehr zwei Arten von Netzwerkressourcenpools:

  • System-Netzwerkressourcenpools Vordefinierte Pools für die Steuerung der Netzwerkbandbreite, die an die wichtigsten Systemdatenverkehrstypen bereitgestellt werden: Fault Tolerance-, iSCSI-, vMotion-, Verwaltungs-, vSphere Replication-, NFS- und VM-Datenverkehr.

  • Benutzerdefinierte Netzwerkressourcenpools Benutzerdefinierte Pools für VM-Datenverkehr. Die Einstellungen in einem benutzerdefinierten Ressourcenpool werden auf virtuelle Maschinen angewendet, nachdem Sie einen benutzerdefinierten Ressourcenpool einer verteilten Portgruppe zugewiesen haben.

Bandbreitenzuteilungsparameter für Netzwerkressourcenpools in Network I/O Control Version 2

Bandbreitenzuteilungsparameter

Beschreibung

Anteile

Wenn ein physischer Adapter ausgelastet ist, erhalten die virtuellen Maschinen bzw. die VMkernel-Adapter, die den Adapter verwenden, Bandbreite vom externen Netzwerk entsprechend den Anteilen, die im Netzwerkressourcenpool konfiguriert wurden.

Die einem Netzwerkressourcenpool zugewiesenen Anteile physischer Adapter bestimmen den Anteil der insgesamt verfügbaren Bandbreite, der für den diesem Netzwerkressourcenpool zugewiesenen Datenverkehr garantiert ist. Der tatsächliche Anteil an Bandbreite für ausgehenden Datenverkehr für einen Netzwerkressourcenpool wird durch die Anteile des Netzwerkressourcenpools sowie dadurch bestimmt, welche anderen Netzwerkressourcenpools aktiv Daten übertragen.

Beispielsweise weisen Sie dem vSphere FT- und dem iSCSI-Datenverkehr 100 Anteile zu, während jeder der anderen Netzwerkressourcenpools 50 Anteile erhält. Ein physischer Adapter ist für das Versenden von vSphere Fault Tolerance-, iSCSI- und Verwaltungsdatenverkehr konfiguriert. Zu einem bestimmten Zeitpunkt sind vSphere Fault Tolerance und iSCSI die aktiven Datenverkehrstypen auf dem physischen Adapter und verbrauchen dessen Kapazität. Jeder Datenverkehr erhält 50 % der verfügbaren Bandbreite. Zu einem anderen Zeitpunkt ist der Adapter durch alle drei Datenverkehrstypen ausgelastet. In diesem Fall erhalten vSphere FT-Datenverkehr und iSCSI-Datenverkehr 40 % der Adapterkapazität, und vMotion erhält 20 %.

Anmerkung:

Die Ressourcenpool-Anteile für den iSCSI-Datenverkehr gelten nicht für iSCSI-Datenverkehr auf einem abhängigen Hardware-iSCSI-Adapter.

Grenzwert

Der Hostgrenzwert eines Netzwerkressourcenpools ist die maximale Bandbreite, die der dem Netzwerkressourcenpool zugeordnete Datenverkehr an einem physischen Adapter verbrauchen kann.

QoS-Tag

Durch Zuweisen eines QoS-Prioritäts-Tags zu einem Netzwerkressourcenpool wird ein 802.1p-Tag (CoS) für alle ausgehenden Pakete angewendet, die dem Netzwerkressourcenpool zugeordnet sind. So können Sie bestimmten Datenverkehr markieren, damit er von Netzwerkgeräten wie Switches mit höherer Priorität bearbeitet werden kann.