Mit einer Datenfestplatte können Sie Ihren Endbenutzern Daten, Anwendungen oder zusätzlichen Speicher bereitstellen. Sie können Datenfestplatten sowohl mit automatisch über den Assistenten „Image importieren“ erstellten Master-Image-VMs als auch mit manuell erstellten und mit Ihrer Horizon Cloud-Umgebung gekoppelten Master-Image-VMs verbinden. Das System unterstützt die Verwendung von Datenfestplatten mit sitzungsbasierten Desktops und Remoteanwendungen aus RDSH-Farmen, flexiblen VDI-Desktop-Zuweisungen und dedizierten VDI-Desktop-Zuweisungen. Aufgrund der unterschiedlichen Art der Zuweisungstypen variieren die Anwendungsfälle je nach Typ.

Datenfestplatten und dedizierte VDI-Desktop-Zuweisungen

Die dedizierte VDI-Desktop-Zuweisung ist der häufigste Anwendungsfall für Datenfestplatten. Zunächst weist jede Desktop-VM im Pool der virtuellen Maschinen der Zuweisung dieselbe Datenfestplattenkonfiguration und denselben Inhalt wie für die ursprüngliche Image-VM auf, auf der die Zuweisung basiert. Sie können Daten und Anwendungen auf der anfänglichen Datenfestplatte bereitstellen, die Sie allen berechtigten Endbenutzern zur Verfügung stellen möchten. Jedem Endbenutzer wird in einer dedizierten VDI-Desktop-Zuweisung ein bestimmter virtueller Desktop zugewiesen. Der zugewiesene Endbenutzer kehrt jedes Mal zum selben virtuellen Desktop zurück, wenn er den Desktop startet und sich anmeldet. Da die Datenfestplatte mit diesem virtuellen Desktop gekoppelt ist, kann der zugewiesene Endbenutzer Änderungen an den Daten auf der Datenfestplatte vornehmen, und alle Änderungen des Benutzers werden zwischen den Sitzungen beibehalten.

Datenfestplatten und flexible VDI-Desktop-Zuweisungen

Bei einer flexiblen VDI-Desktop-Zuweisung wird jede virtuelle Desktop-VM auf den anfänglichen Zustand der ursprünglichen Image-VM zurückgesetzt, wenn sich ein Endbenutzer vom Desktop abmeldet. Wie im dedizierten Fall weist zunächst jede Desktop-VM im Pool der virtuellen Maschinen der Zuweisung dieselbe Datenfestplattenkonfiguration und denselben Inhalt wie für die ursprüngliche Image-VM auf, auf der die Zuweisung basiert. Genau wie im dedizierten Fall können Sie Daten und Anwendungen auf der anfänglichen Datenfestplatte bereitstellen, die Sie allen berechtigten Endbenutzern zur Verfügung stellen möchten. Jedes Mal, wenn ein Endbenutzer eine Verbindung mit einem Desktop aus dem Pool aufbaut, ist dieser Endbenutzer mit einem Desktop mit beliebigen Datenfestplatten im anfänglichen Zustand verbunden.

Im Gegensatz zum dedizierten Fall werden die Datenfestplatten des virtuellen Desktops auf die anfängliche Konfiguration und den anfänglichen Inhalt der Datenfestplatte zurückgesetzt, wenn sich der Endbenutzer vom Desktop abmeldet. Etwaige Dateien, die der Endbenutzer auf diesen Festplatten gespeichert hat, gehen bei der Abmeldung verloren.

Datenfestplatten und RDSH-basierte Desktop- und Anwendungszuweisungen

Der Hauptanwendungsfall für die Verwendung von Datenfestplatten mit RDSH-VMs besteht darin, gemeinsam genutzte, schreibgeschützte Daten oder Anwendungen für alle Endbenutzer bereitzustellen, denen Sie die Berechtigung für die Verwendung von über die RDSH-Farm bereitgestellten, sitzungsbasierten Desktops und Remoteanwendungen erteilen. Jede Datenfestplatte, die an eine RDSH-VM angehängt ist, steht allen Endbenutzern zur Verfügung, die für ihre sitzungsbasierten Desktops und Remoteanwendungen eine Verbindung mit dieser VM herstellen. Da ein Endbenutzer möglicherweise jedes Mal mit einer anderen VM-Instanz verbunden wird, wenn er sich anmeldet, um den Desktop bzw. die Anwendung zu verwenden, für die er die Berechtigung hat, gibt es keine Garantie dafür, dass ein bestimmter Endbenutzer auf die Daten zugreifen kann, die er während der vorherigen Sitzungen auf der Datenfestplatte gespeichert hat. Dies führt dazu, dass die Verwendung von Datenfestplatten für persönliche Daten in diesem Szenario in der Regel vermieden wird.

Erste Schritte

Um Datenfestplatten für die über Pods bereitgestellten virtuellen Desktops und Remoteanwendungen zur Verfügung zu stellen, erstellen Sie die Festplatten über das Microsoft Azure-Portal und hängen Sie sie an ein Master-Image an, bevor Sie das Image veröffentlichen. Allgemein gesagt gehen Sie wie folgt vor:

  1. Sie hängen die erstellten Datenfestplatten an die Master-Image-VM an.
  2. Initialisieren Sie diese Datenfestplatten gemäß den Schritten im Microsoft Azure-Dokumentationsthema Eine verwaltete Datenfestplatte über das Azure-Portal an eine Windows-VM anhängen. Diese Schritte umfassen das Initialisieren der Festplatten, das Definieren von Volumes und das Formatieren von Partitionen entsprechend Ihrer Anforderungen.
  3. Fügen Sie den Datenfestplatten die gewünschten anfänglichen Inhalte hinzu.

Sie müssen diese Schritte durchführen, bevor Sie das Image in ein veröffentlichtes Image konvertieren. Der Image-Veröffentlichungsvorgang des Systems erfasst den anfänglichen Zustand der Datenfestplatten, während das Image versiegelt wird. Nach dem Veröffentlichen des Images können Sie keine Datenfestplatten mehr zu diesem versiegelten Image hinzufügen. Wenn ein versiegeltes Image aus irgendeinem Grund aktualisiert werden soll, beispielsweise um eine Datenfestplatte hinzuzufügen, aktualisieren Sie das Image gemäß der Informationen in Verwalten von veröffentlichten Images für Horizon Cloud-Pods in Microsoft Azure und den zugehörigen Unterthemen.

Die detaillierten Schritte zum Vorbereiten einer Datenfestplatte für eine in Horizon Cloud verwendete Master-Image-VM finden Sie unter Einrichten einer Datenfestplatte für eine Master-Image-VM.

Anzahl der Datenfestplatten pro VM

Die aktuelle Empfehlung für die Anzahl der in Horizon Cloud auf einer Image-VM unterstützten Datenfestplatten lautet bis zu fünf (5) Datenfestplatten. Zusätzliche Faktoren schränken die Anzahl der Datenfestplatten, die Sie an eine VM anhängen können, möglicherweise ein, beispielsweise Microsoft Azure-Richtlinien dazu, wie viele Datenfestplatten an eine bestimmte VM-Größe angehängt werden können, und in welcher Microsoft Azure-Region Ihr Pod bereitgestellt wird. Weitere Informationen finden Sie im Microsoft Azure-Dokumentationsthema Größen für Windows-VMs in Azure und auf den Seiten für die verschiedenen VM-Typen in den Diagrammen, die die Maximalwerte für die einzelnen Microsoft Azure-VM-Größen anzeigen.

Lebenszyklus von Datenfestplatten

Wenn Sie die Horizon Cloud-Verwaltungskonsole verwenden, um eine VM zu löschen, sucht das System nach allen Ressourcen, die der VM zugeordnet sind, und löscht diese Ressourcen. Obwohl Sie die Datenfestplatten manuell im Microsoft Azure-Portal erstellt haben und die Datenfestplatten an eine VM in Horizon Cloud angehängt sind, löscht das System diese Datenfestplatten, wenn die VM gelöscht wird.

Wenn Farm-RDSH-Instanzen und VDI-Desktop-Instanzen aus Images mit angehängten Festplatten erstellt werden, werden die Datenfestplatten für diese Instanzen automatisch erstellt und gelöscht, wenn die RDSH- und Desktop-VMs erstellt und gelöscht werden (je nach Standardverhalten des Systems).